SSB VERBOHRT 80 MIO. „AUF VORRAT“


In den nächsten Tagen will ja bekanntlich die SSB mit ihren „Tunnelbauten auf Vorrat“ unter dem Kriegsberg loslegen. Hinter dieser Eilfertigkeit steckt vermutlich wieder einmal das uns schon von der DB her bekannte falsche Anreizsystem:

Während die in den nächsten Jahren fällige Sanierung des mittlerweile auch schon in die Jahre gekommenen Bestandstunnels unter der Heilbronner Straße auf Rechnung der SSB ginge, wird ihr der neue Tunnel dank Kreuzungsvereinbarung mit der DB quasi „geschenkt“. Ein Neubau, und wenn er bei evtl. Absage von S21 auch noch so unsinnig ist, geht also mal wieder vor Bestandserhalt! Das ist ein Unding, das wegen der dann andernorts fehlenden Investitionsmittel dem Gemeinwohlgedanken zuliebe unbedingt zu stoppen ist!

Als ein weiteres Argument für die aufwändige neue Tunnelführung wird auch stets die neue Linie U12 angeführt. Dass diese in meinen Augen sinnvolle Linie auch an die BESTANDSSTRECKE unter der Heilbronner Straße angeschlossen werden kann – und dies WEITAUS günstiger und schneller und häuserschonender! – zeigt die angehängte Illustration. Auf dem Luftbild habe ich die von der SSB geplante Streckenführung in Rot und den berg- und geldbeutelschonenden Alternativanschluss der U12 an die bestehenden U5/6/7/15-Gleise in Grün eingezeichnet (siehe Legende).

Unter nachfolgendem Link seht ihr in 45°-Ansicht die beiden bereits gebauten Tunnelstutzen, die von der Bibliothek in Richtung Heilbronnerstraße führen:

http://maps.google.de/maps?q=stuttgart,+wolframstr.&hl=de&ie=UTF8&ll=48.789891,9.182011&spn=0.002087,0.004128&sll=48.779209,9.177215&sspn=0.377814,1.056747&hnear=Wolframstra%C3%9Fe,+70191+Stuttgart,+Baden-W%C3%BCrttemberg&t=h&z=19

Hierbei zeigt sich 1 Problem:
Während der nördliche (= obere) Tunnelstutzen in allen drei Dimensionen goldrichtig angelegt ist, um mit dem U12-stadteinwärts-Gleis die U5/6/7/15-Gleise kreuzungsfrei zu unterfahren, hat der südliche Stutzen die falsche Neigung. Er wurde von der SSB in vorauseilendem S21-Gehorsam schon so angelegt, um gleichfalls die Bestandsgleise zu unterfahren, d.h., auch er hat ein Gefälle in Richtung Heilbronner Straße.
WIR bräuchten zur kostengünstigen Realisierung der U12-Erschließung des A1-Geländes-OHNE-S21 jedoch ein Gefälle in Richtung Bibliothek, denn die heutigen Gleise unter der Heilbronner Straße liegen ca. 3 m über dem A1-Gelände-Niveau. Das heisst, wenn wir mit dem U12-stadtauswärts-Gleis mittels einer simplen Rechtsweiche aus dem Bestandstunnel nach rechts ausbrechen wollen, müssen wir zum einen die Höhendifferenz von ca. 3 m runter auf Geländenieveau und dann nochmal ca. 8 m runter bis zur Tunnellage unter der Bibliothek bewerkstelligen. Das geht nicht anders als mit Abbruch und Neubau des in falscher Richtung geneigten südlichen Tunnelstutzens. Dieser hat nach meiner Vermessung auf Biss21.de gerade einmal eine Länge von 63 Metern.

63 m Abbruch und Neubau eines simplen Betonschachts dürfte sich im ganz niedrigen einstelligen Millionenbereich bewegen. Verglichen mit den 80 Millionen, die die SSB mit ihrer aufwändigen – und mit Blick auf die unterfahrenen vielen Häuser riskanten! – Linienführung in vorauseilendem Gehorsam verpulvern will, dürfte der hier vorgeschlagene Anschluss insgesamt vielleicht ein Zehntel des Preises kosten und wäre auch viel früher fertigzustellen, sodass die U12 auch viel früher in Betrieb genommen werden könnte!

Wenn euch die verschwenderische Planung der SSB ebenso aufstößt wie mir, zögert nicht, dagegen bei den Verantwortlichen und Aufsichtsgremien zu protestieren!

PS:
Interessant wäre auch noch zu erfahren, ob die SSB unter ihrem willfährigen Pro-S21-Chef Arnold tatsächlich eine Festpreis-Kreuzungsvereinbarung mit der DB getroffen hat? Wer würde dann aber zur Kasse gebeten, wenn die 80 Mio. wegen eines „kriegerischen Kriegsberg-Untergrunds“ nicht ausreichten? Die SSB-Kundschaft bei jedem Tastendruck am Automaten etwa???

Klaus Gebhard im Parkschützer-Forum. Siehe auch unseren Artikel Wahnsinn im Quadrat

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3 Antworten zu “SSB VERBOHRT 80 MIO. „AUF VORRAT“

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