Dicke Luft 2


Damit es in deutschen Städten nicht so aussieht wie hier in Asien hat sich jetzt die Europäische Union dem Thema Luftschadstoffe angenommen. Die deutschen Städte, insgesamt 33, werden jetzt gezwungen etwas gegen die hohen Werte zu tun. Es ist die Rede von Fahrverboten für bestimmte Fahrzeuge, Ausweitung von Umweltzonen und höheren Parkgebühren. Artikel dazu sind hier, hier oder hier nachzulesen.

Komisch, von einer Erweiterung des Angebots im ÖPNV, von höher getakteten Bussen und Straßenbahnen, von einer Verbesserung des Fahrradverkehrs oder von einer Verbesserung der fussläufigen Nahversorgung spricht in dem Zusammenhang niemand. Es ist immer nur von Fahrverboten für alte Autos (Umweltzone) die Rede. Das Grundproblem für die hohen Luftschadstoffwerte ist der Verkehr und das dieser viel zu günstig ist, aber dieses Problem soll nicht an der Wurzel gepackt werden. Die Bewohner der Städte sollen ruhig weiterhin mit dem Auto in die großen Einkaufszentren oder zur Arbeit fahren – aber eben bitte mit den modernsten und neuesten Autos, die der Markt bietet. Immerhin ist schon mal von höheren Parkgebühren in den Innenstädten die Rede. Das würde den Kauf eines Fahrscheins für den ÖPNV wenigstens etwas attraktiver machen.

Der ökologische Fussabdruck, also das Maß für den Verbrauch an Ressourcen und Fläche, der Deutschen enthält 22% Anteil für Mobilität. Insgesamt verbrauchen wir Deutschen 4,2 gha bis 4,6 gha [globale Hektar, 1gha = 10.000 gm²] (Quelle Greenpeace bzw. aus Wikipedia).

Wolfgang Pekny, Footprint-Projektleiter bei Greenpeace Zentral und Osteuropa:

Ein Flug von 100 km ergibt etwa 80 globale Quadratmeter (gm 2 ) * pro Person, eine Fahrt auf gleicher Strecke mit dem Pkw 50 bis 60 gm2. Umweltschonender sind Dieselfahrzeuge mit einem Verbrauch von 40 bis 50gm2.

Verbrauchsarme Motoren bringen für Wolfgang Pekny der Umwelt wenig Vorteile, wenn nur der Fahrer im Wagen sitzt. Das ist jedoch meist die Regel, obwohl drei bis sechs weitere Personen Platz hätten.

„Der Ressourcenverbrauch durch Mobilität könnte bereits durch die Mitnahme eines einzigen Passagiers halbiert werden“

rechnet der Greenpeace- Experte vor. Leider wird das aber in der Praxis kaum bedacht.

Advertisements

Eine Antwort zu “Dicke Luft 2

  1. Pingback: 2013: das europäische Jahr der Luft | Neckartor Bürgerinitiative

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s