Der Krieg der Einkaufszentren Teil 7


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Welche Auswirkungen ein neues EInkaufszentrum auf die Umgebung haben kann, kann man derzeit zum Beispiel am Killesberg beobachten.

Gegen Ende des letzten Jahres feierten die Betreiber der Killesberghöhe große Eröffnung. Die Ladenbesitzer rund um die Brenzkirche (Landenberger- und Birkenwaldstraße und Am Kochenhof) hatten dagegen nicht so viel zu lachen. Einige Geschäfte haben bereits geschlossen, andere haben damit zu kämpfen, dass sie nicht so deutlich wahrgenommen werden wie der Platzhirsch Killesberghöhe mit seinen 320 Parkplätzen in der Tiefgarage. Während die Bankfiliale an der Ecke Birkenwaldstraße und Am Kochenhof sich den Umzug und die neuen Mieten in der Killesberghöhe noch leisten konnte, haben andere Ladenbesitzer wie das Hörgerätestudio aufgegeben.

Mit den Auswirkungen eines neuen Einkaufszentrums auf die Umgebung beschäftigt sich auch die Stuttgarter Nachrichten. Allerdings kommt dieser doch recht scharfe Bericht zu spät. Ex-OB Schuster hat diese beiden Projekte seinerzeit noch durchgewunken und dafür gesorgt, dass beispielsweise das Milaneo eine Reihe an zusätzlichen Parkplätzen bekommt. Heinz Reinboth, Vorsitzender der IG Königstraße, nennt es einen „Skandal, wie die Schuster-Clique seinerzeit beide Projekte im Gemeinderat durchgeboxt hat“.

Derzeit gibt es zwei Gutachten, die feststellen, dass die zukünftig zur Verfügung stehende Einkaufsfläche zu groß ist und keine neuen Flächen geschaffen werden sollten, die eingesessenen Einzelhändler müssen von 12% Umsatzeinbußen ausgehen. Ein Gegengutachten, das von einem Beratungsunternehmen erstellt wurde, geht dagegen nur von 5% Einbußen aus (siehe Artikel der StN oben). Die einzelnen Lobby-Verbände des Einzelshandels werden dabei nicht müde zu betonen, dass sie nicht nur ein Einkaufszentrum entwickeln wollen sondern ein ganzes Viertel und dass sie erwarten, dass die Stadt die Fußgängerwege saniert und ein neues Leitsystem für Fußgänger aufbaut. Wie man allerdings bei einem großen überdachten Einkaufszentrum mit angebautem Parkhaus erwarten kann, dass die Kunden auch die Umgebung des Zentrums besuchen wird nicht erklärt. Schließlich sind die Zentren so gebaut, dass man als Kunde zwar den Weg hinein aber nicht wieder hinaus findet. Innen drin ist für jedes leibliche Wohl gesorgt, von Asiatisch bis Gut bürgerlich und es gibt alles zu kaufen, was man so braucht.

Auf der anderen Seite ist man jetzt bemüht mit Mobilitätskonzepten die Kunden dazu zu bewegen eben doch nicht mit dem Auto zum Milaneo zu fahren. Dazu werden unter anderem 880 Fahrradstellplätze gebaut, ein Teil der Parkplätze wird für „Car-Sharing-“ Anbieter reserviert und eine Ladestation für Elektrofahrzeuge wird eingerichtet. Umliegende Büros sollen auch die Möglichkeit bekommen, Parkplätze für ihre Angestellten zu mieten. Stuttgarter Zeitung 1 und Stuttgarter Zeitung 2.

Übrigens, gleich gegenüber vom Milaneo tut sich schon die nächste Großbaustelle auf. Das Bürgerhospital soll in ein neues Gebäude ziehen, die ehemalige Mercedesfiliale an der Heilbronner Straße und das AWS-Gelände (Mönchhalden-, Türlen-,Tunzhofer- und Wolframstraße) soll entwickelt werden wie es so schön im Gentrifizierungs-Sprech heißt. 600 Wohnungen und Büros sind in diesem Bereich geplant. Eine breite Straße und ein neues Einkaufszentrum direkt vor der Tür wären dann schon da. Die Politik verkauft das als städtebauliche Chance, ebenfalls neudeutsches Gentrifizierungs-Sprech.

Darüber hinaus kommen gute Nachrichten von der Calwer Passage. Sie steht jetzt unter Denkmalschutz und wurde an einen Investor verkauft, der sie wieder entwickeln will. Siehe Stuttgarter Nachrichten

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