Feinstaub ist noch schädlicher als bisher angenommen


Feinstaub ist laut einer groß angelegten Untersuchung (Meta-Analyse) für die knapp 370.000 Datensätzen aus 13 EU-Ländern ausgewertet wurden schädlicher als bisher angenommen. Feinstaub kann Krebs, Asthma, Allergien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen. Der Studienautor Rob Beelen von der Universität Utrecht betont, dass die Ergebnisse auf einen deutlich negativen Einfluß von PM2,5-Konzentrationen auf die Gesundheit hindeuten – auch wenn die Werte unterhalb der Grenzwerte liegen.

Der seit 2008 geltende Grenzwert für PM2,5 (Partikel von 2,5 Mikrometern Größe und kleiner) liegt derzeit bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Die WHO empfiehlt  einen Grenzwert von 10 Mikrogramm! Dies veröffentlicht die österreichische Zeitung Krone.

Bestätigt werden die Ergebnisse aus Utrecht durch eine Studie vom MünchnerHelmholtz-Institut, für die etwa 100.000 Datensätze ausgewertet wurden. Die Studienautorin Anette Peters weißt auf die schädliche Wirkung der PM2,5-Partikel hin. Ebenfalls eine Meldung der Krone.

Das dürften einigen Personen in Baden-Württemberg garnicht gern hören wollen. Das Verkehrsministerium von Winfried Hermann verfolgt scheinbar eine andere Strategie. Die Einhaltung der Grenzwerte gehört nicht dazu. Kontext Wochenzeitung schreibt dazu:

„Um die Feinstaubgrenzwerte auch am Neckartor sicher einhalten zu können, müsste das Verkehrsaufkommen auf der B 10 drastisch verringert werden. Dies ist weder verhältnismäßig noch mittelfristig machbar und deshalb keine realistische Lösung.“

Die Maßnahmen zur Verkehrsverflüssigung am Neckartor und auf der Hohenheimer Straße sollen weiter umgesetzt werden.

„Mittelfristig“, heißt es weiter, „setzen wir auf neue Mobilitätskonzepte und darauf, dass die EU-Kommission erkennt, warum europaweit die von ihr gesetzten Luftqualitätsgrenzwerte an Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen in Ballungsräumen nicht eingehalten werden können, und bei der anstehenden Revision der Luftqualitätsrichtlinie die richtigen Schritte ergreift.“ Mit anderen Worten: wenn es uns nicht gelingt, die Grenzwerte einzuhalten und die Gesundheit der Anwohner zu schützen, soll eben die EU ihre Richtlinie ändern.

Von vorbeugendem Gesundheitsschutz für die Bürger keine Spur.

Bei Kontrollen von April bis Dezember wurden sogar über 10.000 Fahrzeuge (PKW) erwischt, die keine grüne Plakette hatten. Dabei gilt seit gut zwei Jahren ein Einfahrverbot für Fahrzeuge mit gelber Plakette. Dies meldet unterdessen die StZ. Schwerpunkt waren die Bezirke Mitte und West mit den meisten Strafzetteln. Für LKW liegen keine Zahlen vor.

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2 Antworten zu “Feinstaub ist noch schädlicher als bisher angenommen

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