Tempo 40 auf Steigungsstraßen


Auf der Hohenheimer Straße hat Tempo 40 funktioniert, während der 1-Stunden-Mittelwert für Stickoxide im Jahre 2012 noch bei 338 µg pro Stunde und die Anzahl der Grenzwertüberschreitungen (Grenzwert bei 200µg/m^3 Luft) bei 196 lag waren die Werte im Jahre 2013 gesunken auf 227 µg pro Stunde und auf 21 Überschreitungen im Jahr insgesamt. 18 Überschreitungen sind zulässig. Der Feinstaubwert an der Hohenheimer Straße lag schon immer nah am Grenzwert von 35 Überschreitungen über 50µg Feinstaub pro m^3 Luft pro Jahr (29 im Jahre 2012, 27 im Jahre 2013). Quelle der Werte

Das liegt hier vermutlich an der im Vergleich zum Neckartor günstigeren Topographie und an stärkeren Winden, die aufgrund der anders aufgestellten Bebauung den Feinstaub eher wegwehen. Außerdem hat die Hohenheimer Straße etwa nur 2/3 des Verkehrs des Neckartors zu verkraften. Deshalb konnte das Konzept Tempo 40 hier funktionieren.

Dies soll jetzt auf weitere Steigungsstrecken ausgeweitet werden, so zum Beispiel auf der Albert-Schäffle-Straße, der Schwarenbergstraße und der Pischekstraße. So will man den Krieg gegen den Feinstaub gewinnen. Vor der Ostheimer Schule an der Ecke Schwarenbergstraße und Landhausstraße soll sogar Tempo 30 gelten, allerdings nicht zum Schutz des Klimas sondern zum Schutz der Kinder vor Unfällen.

Warum man Tempo 30 oder wenigstens Tempo 40 nicht flächendeckend einführt, da man ja weiß, dass es zumindest gegen hohe Stickoxid-Werte wirkt, bleibt schleicherhaft. Feinstaub wird man allerdings damit eher nicht reduzieren können, denn der Verkehr muss auch mit Tempo 40 bremsen und wirbelt auch so genug Reifenabrieb auf. Hier noch einmal die Quellen des Feinstaubs:

30

Weitere Maßnahmen wie die Verkehrsverflüssigung wird ebenso wenig zu einer gravierenden Verbesserung führen. Nach Aussage von Dr. Reuter hilft nur Verkehr reduzieren und zwar wenigstens um die Hälfte.

[…] – um auch nur in die Nähe des Grenzwerts zu kommen, müsste laut Experten der Verkehr an dieser neuralgischen Stelle [BI Neckartor: gemeint ist hier das Neckartor] halbiert werden.

Quelle: StZ

Tempo40 ist damit wieder nur eine der WischiWaschi-Maßnahmen nach Art der Feinstaubkehrmaschine oder des Feinstaubklebers. Feinstaub wird durch Tempo40 nicht wirklich reduziert werden, das Beispiel Hohenheimer Straße ist für Feinstaub nicht zutreffend. Tempo40 wird nur ausgewählten Straßen mit Steigungen eingeführt anstatt flächendeckend, damit werden auch die Stickoxide nur marginal reduziert werden, denn die ebenen Straßen dürfen ja weiterhin mit Tempo 50 oder mehr gefahren werden. Und sowieso ist das ganze nur Augenwischerei, denn niemand kennt die wirklichen Stickoxid- und Feinstaubwerte auf der Schwarenbergstraße da dort nie längerfristig gemessen wurde. Das bemängelt auch der Bezirksbeirat.

Das Übel will also niemand anpacken aus Angst sich die Finger zu verbrennen.

Lesen Sie auch die Kritik der Deutschen Umwelthilfe am Maßnahmenplan der Stadt Stuttgart aus dem Jahre 2012.

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4 Antworten zu “Tempo 40 auf Steigungsstraßen

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