Zebrastreifen wird nicht beachtet


Der ACE meldet in einer aktuellen Pressemitteilung, dass der Zebrastreifen von den Verkehrsteilnehmern missachtet wird. Vielen sei die Bedeutung dieser Verkehrsanlage nicht klar, sowohl Autofahrer, Radfahrer als auch Fußgänger gefährden auf Zebrastreifen sich selbst als auch andere.

Laut ACE ereigneten sich im Jahr 2011 knapp 4800 Unfälle mit Personenschaden an Zebrastreifen, etwa 7% mehr als im Vorjahreszeitraum.

So müssen zum Beispiel Radfahrer, die die Fahrbahn auf dem Zebrastreifen überqueren wollen absteigen und das Rad über die Fahrbahn schieben (dazu zählen auch rollende Radfahrer, die das Rad mit dem z. B. linken Fuß auf der rechten Pedale stehend und mit dem rechten Fuß abstoßend wie ein Roller über die Fahrbahn fahren), es sei denn dass der Radfahrer legal auf dem Fußweg fahren darf und so zum Zebrastreifen gelangen kann. Nur wenn das Fahren auf dem Fußweg ausgeschlossen ist oder der Radfahrer am Überweg sowieso halten muss, muss er auf dem Zebrastreifen absteigen und schieben.

Auf der Fahrbahn fahrende Radfahrer sind, wie jedes andere Fahrzeug auch, verpflichtet am Fußweg zu warten und überquerenden Fußgänger, Rollstühlen oder schiebenden Radfahrern Vorrang zu gewähren. Die Wartepflicht gilt natürlich auch für nicht im Einsatz befindliche Dienstfahrzeuge und Fahrzeuge des ÖPNV, so der ACE in seiner Pressemitteilung. Ausgenommen sind lediglich Schienenfahrzeuge.

Innerorts sind an Kreisverkehren Fußgänger und Radfahrer in der Regel bevorzugt (die Vorfahrt-achten Schilder stehen auf der Fahrbahn vor dem Überweg).

Außerorts dagegen wird an Kreisverkehren Fußgängern und Radfahrern kein genereller Vorrang eingeräumt (die Vorfahrt-achten Schilder stehen auf der Fahrbahn hinter dem Überweg), der Überweg ist lediglich eine Querungshilfe (i. d. R. mit Verkehrsinsel).

Fußgänger wiederum, die deutlich erkennbar den Fußgängerüberweg benutzen wollen, sind verpflichtet auf den Verkehr zu achten.

Zu den Verkehrsregeln an einem Fußgängerüberweg siehe Wikipedia.

Laut ACE werden folgende Bußgelder fällig wenn die Regeln missachtet werden:

Führer auf der Fahrbahn fahrender Fahrzeuge müssen mit 80 Euro und 4 Punkten rechnen, die

  • einem Fußgänger oder anderen Verkehrsteilnehmer den Vorrang nehmen obwohl dieser den Fußgängerüberweg erkennbar benutzen will,
  • nicht vor dem Fußgängerüberweg bremsen und langsam heranfahren,
  • das Überholverbot missachten.

Radfahrer müssen 20 Euro Strafe zahlen, wenn sie auf dem Fußweg ohne abzusteigen auf einem Fußgängerüberweg auftauchen und ein auf der Fahrbahn fahrendes Fahrzeug zu einer abrupten Bremsung zwingen.

So hat der ACE bei seiner Untersuchung festgestellt, dass Radfahrer die größten Zebrastreifen-Muffel sind, sowohl die auf der Fahrbahn fahrenden als auch die auf dem Fuß-/Radweg fahrenden Radfahrer missachteten den Zebrastreifen und warteten nicht auf querende Fußgänger sondern umkurven diese bzw. stiegen die Radfahrer nicht ab um zu schieben. Allerdings wird in der Pressemitteilung nicht darauf hingewiesen, dass der Radfahrer u. U. den Zebrastreifen befahren darf, siehe oben oder Wikipedia.

Aber auch die Autofahrer sind nicht unschuldig und missachten den Zebrastreifen, sogar Polizeifahrzeuge missachteten den Zebrastreifen. Auch Busfahrer fielen bei der Untersuchung negativ auf.

Lieferdienste benutzten den freien Platz oft als Kurzzeitparkplatz um Pakete auszuliefern, das ist selbst mit Warnblinkern nicht zulässig.

Für Stuttgart ist hinzuzufügen, dass auch die Regel des Halteverbots an Zebrastreifen grundsätzlich missachtet wird. Mindestens 10 Meter der Fahrbahn sind vor dem Streifen freizuhalten um den Verkehrsteilnehmern das Blickfeld nicht zu nehmen.

Subjektives Empfinden ist außerdem, dass der Verkehr in Stuttgart generell etwas aggressiver ist als in anderen Städten. Bei Besuchen in anderen Städten merkt man den Unterschied sofort wenn der Verkehr am Zebrastreifen stoppt, obwohl der Fußgänger noch einen Meter von der Fahrbahnkante entfernt ist oder langsam nach rechts abgebogen und an der Schnittlinie der Fahrbahnkanten angehalten wird, damit der Fuß- und Radverkehr geradeaus weiter laufen / fahren kann. Achten Sie mal darauf!

Aktueller Artikel aus der StZ zu einem Unfall mit Personenschaden in der Werastraße.

Auch hier wieder vom Reporter bestätigt: Zebrastreifen dienen als Parkplatz. Die geforderten hervorspringenden Fahrbahnkanten mit rot-weißen Absperrschildern werden aber wohl weiter auf sich warten lassen.

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