Entscheidend ist, was hinten rauskommt


Dieses Zitat von Helmut Kohl aus dem Jahre 1984 wird oftmals bei neuen Elektroautos angewendet. Es kommt nichts hinten raus, also kann es nur gut sein.

Die Fachzeitschrift Internationales Verkehrswesen vergleicht in ihrer aktuellen Ausgabe die drei verschiedenen Varianten des Golf (Diesel, Benzin und Elektroantrieb) miteinander.

Die angewendete Analyse wurde nach der kombinierten EIO-LCA-Methode durchgeführt. LCA (Life-Cycle-Assessement), oder deutsch Ökobilanz, bewertet den gesamten Lebenszyklus (Life-Cycle) eines Produktes, von der Herstellung bis zur Entsorgung. Dabei spielen auch Kraftstoffverbrauch bzw. Energieverbrauch (hier angenommene Fahrleistung 15.000 Km/ Jahr) und Wartungs- und Reparaturarbeiten (Ölwechsel, Akkuwechsel) eine Rolle. Die EIO (Economic-Input-Output)-Analyse geht von einer in Sektoren unterteilbaren Produktion aus und betrachtet die Eingaben (Input) und die Ausgaben (Output) für jeden Sektor. Die Ein- und Ausgaben können Rohstoffe, Energie, Geld, Arbeitskraft und so weiter sein. Aus allen in der EIO-LCA-Analyse ermittelten Werten werden dann Emissionsfaktoren berechnet, die zu einer Gesamtemission addiert werden.

Für den Golf ergibt sich dann das Resultat, dass der Golf als Diesel umgerechnet 18kg CO2 pro Km emittiert (CO2-Äquivalente), als Benziner 22 Kg/ 100 Km und mit Elektroantrieb 20 kg. Wenn man den Akkuwechsel (also den Einbau eines neuen Akkus) mit in die Analyse einbezieht, dann steigt aufgrund des energieintensiven Rohstoffabbaus des benötigten Lithiums und der Herstellung des neuen und der Entsorgung des gebrauchten Akkus die CO2-Emission des Fahrzeugs mit Elektroantrieb von 20 kg auf 23 Kg/ 100 Km.

In den Einzelbetrachtungen der Energiebereitstellung (die Energie, die zur Förderung und Bereitstellung der Energie für das Fahrzeug nötig ist (Kraftstoff oder Strom), siehe Well-to-Tank) ist das Elektrofahrzeug überdurchschnittlich schlecht. Der Diesel schlägt mit 1,7 und der der Benziner mit 2,9 kg CO2 pro 100 Km zu Buche, das Elektrofahrzeug allerdings mit 12,7 Kg pro 100 Km. Das ist durch die Wirkungsgradverluste der Kraftwerke und bei der Bereitstellung des elektrischen Stroms zu erklären. Dagegen treten beim Elektrofahrzeug keine lokalen Emissionen auf (Tank-to-Wheel), sie sind Null. Beim Verbrennungsmotor betragen sie 11,9 (Diesel) bzw. 15,6 (Benziner) Kg pro 100 Km.

Insgesamt ergibt sich also das Fazit, dass das Elektrofahrzeug nicht umweltfreundlicher ist als ein modernes Fahrzeug mit (gut eingestelltem) Verbrennungsmotor. Nur wenn das Elektrofahrzeug mit 100%-Ökostrom hergestellt, betrieben und entsorgt wird, kann es zur Alternative werden. Das Elektrofahrzeug muss sich aber grundsätzlich die Frage gefallen lassen, ob es dem gestellten Anspruch genügen kann. Denn immerhin gibt es schon seit 1879 Fahrzeuge, die mit elektrischen Strom fahren – auf Metallschienen: Die Eisenbahn.

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4 Antworten zu “Entscheidend ist, was hinten rauskommt

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