Gefahrengebiet Haltestelle Wilhelma


Von Airjibeer

Bedingt durch den Bau des Rosensteinautotunnel und Stuttgart 21 wurde der beliebte Fussgängersteg (Elefantensteg), der von Fuss- und Radfahrer gleichermaßen benutzt wurde, letzte Woche vollständig gesperrt. Für Fussgänger und Radfahrer entfällt damit der direkte und unterbrechungsfreie Weg zur Wilhelma und in den Rosensteinpark, mindestens bis zum Jahr 2020. Die einzige verbleibende Möglichkeit an dieser Stelle des Neckarufers über die B10 zur Wilhelma zu gelangen führt nun über eine Fussgängerampel, die es an der Stadtbahnhaltestelle Wilhelma ohnehin schon gab.

Bild von Wolfgang Rüter

 Zwar behauptet das Tiefbauamt, dass “alle Wegebeziehungen während der Bauzeit erhalten bleiben”, doch fehlt genau diese unterbrechungsfreie Überquerungsmöglichkeit über die vielbefahrenen Neckartalstrasse (B10 Bundesstrasse), die ja fester Bestandteil der alten Wegebeziehung war. Vor diesem Hintergrund entpuppt sich die Behauptung des Tiefbauamtes als reines Lippenbekenntnis.

Ein kleiner Praxistest zeigt zudem wie gefährlich und unattraktiv diese neue-alte Wegebeziehung ist. Zunächst muss man sich mindestens 2 Minuten lang gedulden, bis die Ampelschaltung für Fussgänger grünes Licht anzeigt. Die Dauer der Grün-Phase ist entgegen den Behauptungen des Tiefbauamts nicht ausreichend um beispielweise eine größere Gruppe von Kindergartenkindern sicher und in einem Durchgang auf die Wilhelma-Seite zu befördern. Die starken Lärm-, Staub-, und Abgasemissionen lassen diesen Abschnitt auf dem Weg zur Wilhelma oder in den Rosensteinpark zu einer Zumutung werden. Das nächste Problem stellt die ohnehin schon enorme Verkehrsdichte  dar. Nicht nur im Berufsverkehr ist diese Ecke in Stuttgart als besonders Stauanfällig bekannt. Das liegt weniger an der Verkehrsführung, sondern vielmehr an der Massen von Kraftfahrzeugen. Und diese Masse wird durch den Baustellenverkehr nun noch weiter zunehmen.

Bild von Klangerzeuger

Nicht selten blockieren PKWs oder gar LKWs den Fussgängerüberweg komplett, so dass ein sicheres überqueren selbst bei grünem Ampellicht praktisch unmöglich wird. Große LKWs, die an manchen Tagen wie auf einer Perlenschnur aneinander gereiht stehen, versperren oft komplett die Sicht. Aus eigener Erfahrung habe ich solche gefährlichen Situationen schon mehrfach einige hundert Meter in Richtung Rosensteinbrücke auf dieser Strasse erlebt.

Warnlichter die bei der Überquerung der Stadtbahnschienen vor einer herannahenden Stadtbahn warnen, fehlen komplett. Für Radfahrer kommt erschwerend hinzu, dass sie ihr Fahrrad strenggenommen bei der Überquerung schieben müssen, da es sich um einen reinen Fussgängerüberweg handelt.

Durch den Wegfall des Elefantenstegs hat die Stadt Stuttgart für Fussgänger und Radfahrer, die die B10 in Richtung Rosensteinpark und Wilhelma überqueren wollen, eine brandgefährliche Situation geschaffen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sich auch hier folgenschwere Unfälle ereignen. Die Beteuerungen des Tiefbauamtes, das die Ampelschaltungen exakt an dieser Stelle zu Gunsten von Fussgängern und zum Nachteil der Autofahrer umgestellt werden soll, wird in der “autogerechten Stadt” Stuttgart wohl eher ein frommer Wunsch bleiben.

Air/08.07.2014

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