Luftreinhaltung zur Chefsache erklärt!


Bevor der Stuttgarter Leser in Jubelausbrüche verfällt, es geht um Paris! Die Pariser Bürgermeisterin hat die Luftreinhaltung zur Chefsache erklärt. Dieselfahrzeuge sollen bis 2020 vollständig aus der Stadt verschwinden und 100 Millionen Euro sollen in den Ausbau des Radverkehrs fließen.

Währenddessen probieren die deutschen Städte noch Maßnahmen wie die Umweltzone, Parkraumanagement, Elektromobilität und geringfügige Geschwindigkeitsreduzierungen aus. All diese Maßnahmen dienen praktisch nur einem Zweck: sie tun nicht weh. Auch in einer Umweltzone, mit Parkraumbewirtschaftung und einem Elektroauto kann man weiterhin so wie bisher mobil sein. Auch Geschwindigkeitsreduzierungen sind nur eine kleine Einschränkung. Aber bei diesen Maßnahmen muss niemand über sein eigenes Verhalten nachdenken. Auch die Pariser Maßnahme, alle Diesel-Fahrzeuge zu verbannen, ist im Prinzip nur eine geringfügige Einschränkung, dann kauft man sich halt einen neuen Wagen mit Benzinmotor.

Bei einer Diät wird für einige Zeit die Ernährung umgestellt. Viele Diäten in einschlägigen Zeitschriften versprechen X Kilo Gewichtverlust in Y Tagen. Wenn Mann/ Frau dann den Speckbauch verloren hat, werden weiter Chips, Eis und industriell hergestellte Lebensmittel mit hohen Fett- und Zuckergehalten heruntergewürgt. Das nennt man JoJo-Effekt. Dass Er/Sie zu dick ist, hat der/die Diät-er/in eingesehen, die Diät verspricht schnellen Gewichtsverlust, danach kann man im alten gewohnten Trott weitermachen.

Bei der Mobilität ist das nicht anders. Die Elektromobilität verspricht schnelle Heilung bei Luftverschmutzung, aber man kann weiterhin im alten Trott fahren. Auch Umweltzone, Parkraummanagement und Geschwindigkeitsreduzierungen sind nichts anderes als eine Diät.

Die wirkliche Umstellung, das Umdenken im Kopf, findet nicht statt. Dabei könnte man auf viele Fahrten mit dem PKW verzichten. ÖPNV, Fahrrad oder Zu Fuß gehen sind Alternativen, die nicht nur die Umwelt schonen. Wer regelmässig mit dem ÖPNV unterwegs ist, ist schlanker und gesünder als Nutzer des eigenen PKW. Darauf weisen Wissenschaftler der Universität von London hin (Apotheken Umschau vom 1. Dezember 2014). Amerikanische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Bewohner von engen, kleinteiligen Wohnvierteln mit Straßen, auf denen nicht schnell gefahren werden kann, gesünder sind und weniger häufig an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems leiden. Wer dagegen an großen, breiten Straßen mit vielen Einkaufszentren lebt, ist häufiger krank.

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