Allheilmittel neue Straßen?


Die Feinstaubrüge aus Brüssel wird in den Medien heftig diskutiert.

Hier einige Auszüge:

Es braucht Visionen und Mut!: Das Thema ließe sich so einfach lösen, wenn sich Stuttgart und alle Gemeinden ringsum ihrer Verantwortung stellen würden. Und Bund und Land müssten mal etwas Geld in die Hand nehmen. Dann könnte es eine Nordumfahrung für Stuttgart geben. Ein Rosensteintunnel würde nicht am Löwentor das Licht der Welt erblicken sondern erst an der Friedrichswahl oder sogar zwischen Zuffenhausen und Kornwestheim. Eine A 81 und eine A8 könnten im Bereich Stuttgart mit doppelt soviel Spuren viel mehr Verkehr aufnehmen. Dann könnte auch die B27 locker um Stuttgart herumgeleitet werden. Und auch die B 14 könnte in Vaihingen unter der Erde verschwinden, im Bereich des ehemaligen Schlachthofs das Neckartal auf einer Brücke überqueren und auf der anderen Seite an die bestehenden Fahrspuren angeschlossen werden. Aber dazu braucht man Visionen und Mut und die gehen den meisten Politikern ab und von ihren Verwaltungsbeamten braucht man das nicht zu erwarten. Quelle

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Und dass die oberirdische Verkehrsführung für Autos in Stuttgart ein Unding ist, ist bekannt. Z.B. ist das Zentrum von Wiesbaden für den Durchgangsverkehr komplett gesperrt, es wird untertunnelt Quelle

Neue Straßen bzw. Tunnel sind nicht die Lösung des Feinstaubproblems.

  1. Feinstaub entsteht im Verkehr, auf neuen Straßen und in Tunnels herrscht auch Verkehr, somit entsteht dort auch Feinstaub. 30
  2. Neue Straßen induzieren (=erzeugen) sogar neuen Verkehr. Und dadurch entsteht dann noch einmal mehr Feinstaub. Teufelskreis_Verkehr
    1. Neue Straßen fördern die Zersiedelung der Landschaft wodurch neuer Verkehr entsteht.
    2. Außerdem steigen Verkehrsteilnehmer, die bisher aufgrund von morgendlichen Staus mit dem ÖPNV gefahren sind, bei Eröffnung neuer Straßen wieder auf das Auto um, da neue Straßen neue Wege und schnelleres Fahren erlauben.
    3. Und die durch neue Straßen und schnellere Fahrten gewonnene Zeit erlaubt weitere und längere Fahrten und damit noch mehr Verkehr (Freizeitverkehr).
  3. Tunnelbauten sind dabei noch einmal eine Steigerung.
    1. Neue Straßen verlagern den Verkehr, aber er ist immer noch sichtbar. Tunnel dagegen machen den Verkehr unsichtbar. Aus den Augen –> aus dem Sinn. Dabei sind Tunnel extrem teuer (Zum Vergleich: Ein Meter Straße kostet etwa 11.000 Euro, ein Meter Tunnel kann dagegen 10 bis 30 mal teurer sein; der neue Engelbergtunnel hat ca. 200.000 Euro pro Meter gekostet) und die Straße kann danach nicht mehr verändert werden. Auch im Unterhalt sind Tunnel teurer als oberirdische Straßen. Finanzmittel, die anderswo gebraucht werden, werden so unnötig gebunden.
    2. Tunnel verursachen aufgrund der Tunnelangst (siehe Beitrag zum Kappelbergtunnel) neue Staus.

Neue Straßen sind also keine Lösung des Feinstaubproblems und Tunnel erst Recht nicht.

Allein die Reduzierung des Verkehrs löst das Problem, dann brauchen wir auch keine neuen Straßen mehr.

Weitere Maßnahmen wie die Verkehrsverflüssigung werden ebenso wenig zu einer gravierenden Verbesserung führen. Nach Aussage von Dr. Reuter hilft nur Verkehr reduzieren und zwar wenigstens um die Hälfte.

[…] – um auch nur in die Nähe des Grenzwerts zu kommen, müsste laut Experten der Verkehr an dieser neuralgischen Stelle [BI Neckartor: gemeint ist hier das Neckartor] halbiert werden.

Quelle: StZ

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10 Antworten zu “Allheilmittel neue Straßen?

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