Stickoxide: das große Problem


Wir berichteten bereits über Hamburg und die Probleme mit den Stickoxiden.

In diesem Artikel berichtet das Deutschlandradio vom Kampf eines Hamburger Anwohners gegen die Behörden und deren Untätigkeit.

Auszüge aus diesem Artikel:

Bekannt ist die Stickoxidproblematik schon seit 2010. Seitdem hat die Hansestadt zwar Dutzende Bundesratsinitiativen auf den Weg gebracht. Darunter war aber keine Initiative, die die Einführung einer City-Maut möglich gemacht hätte. Die Ablehnung der City-Maut scheint vor allem politisch motiviert zu sein. Hamburgs Autofahrer und Hamburgs Gewerbetreibende, Ladenbesitzer, die auf Lieferverkehre angewiesen sind, sollen geschont werden. Auch die einflussreiche Hamburger Handelskammer lehnt alle Eingriffe in den Autoverkehr strikt ab. Ohne die wird es aber nicht gehen, so Manfred Braasch vom BUND:

„Natürlich muss man auch vor ordnungspolitischen Maßnahmen nicht zurückscheuen, die möglicherweise in den Autoverkehr massiv eingreifen. Aber davor hat offensichtlich der aktuelle Senat dann auch Angst.“

„Das größte Problem sind aber leider Dieselfahrzeuge. Als die EU-Richtlinie, die wir jetzt umzusetzen haben, in die Welt gesetzt wurde, war der Anteil von Dieselfahrzeugen wesentlich weniger als heute. Ungefähr die Hälfte bis noch weniger. Das hat sich jetzt verdoppelt und noch mehr…“

…und diese Dieselfahrzeuge stoßen viel mehr Stickstoffdioxid aus als benzingetriebene Autos. Deshalb müsse die Bundesregierung handeln und die Steuer auf Dieselkraftstoff anheben, fordert Volker Dumann. Dann würde sich weniger Menschen für einen Diesel entscheiden, die Stickoxid-Werte würden sinken. Das Problem sei außerdem, dass die von der EU vorgeschriebenen Abgastests fehlerhaft seien, so Volker Dumann. Tatsächlich sind diese Tests schon seit Jahren in der Kritik. Sie finden unter Laborbedingungen statt, die mit dem realen Fahrbetrieb kaum etwas zu tun haben. Die Folge: der Schadstoffausstoß eines Diesel-Autos fällt im realen Fahrbetrieb viel höher aus als vorher im Labor gemessenen. Sogar die derzeit schärfste Abgasnorm – „Euro 6“ – verspricht mehr als sie halten kann. Übersetzt heißt das: viel zu viele Dieselfahrzeuge stoßen mehr Schadstoffe aus als gedacht.

„Es hat keinen Sinn, sich in die Tasche zu lügen, weil diese Diesel-Problematik so groß geworden ist und uns die Grenzwerte so kaputt macht, dass wir ohne das zu lösen am Ende einfach nicht reüssieren können. Und das können wir nicht alleine. Da müssen Brüssel und Berlin mit ran. Sonst geht es einfach nicht!“

Das gilt natürlich ebenso für den Feinstaub.

Deshalb fordert die Deutsche Unwelthilfe eine neue Plakette, die die Farbe blau tragen soll. Sie soll auf Fahrzeugen, die die neue Euro6-Norm einhalten, angebracht werden.

Dabei gibt es für die Belastung der Luft Stickoxiden eigentlich eine EU Richtlinie. Die Grenzwerte werden aber in vielen deutschen Städten deutlich überschritten – nach Angaben des Umweltbundesamtes sogar an 56% der Messstellen – am schlimmsten ist die Situation in Stuttgart. Die Deutsche Umwelthilfe, der BUND und der Naturschutzbund D wollen jetzt mithilfe der blauen Plakette den Kommunen die rechtliche Möglichkeit geben, die Hauptverursacher der Luftverschmutzung, nämlich Dieselfahrzeuge, aus den Städten zu verbannen. Für Hilgenberg ein erster Schritt:

„Natürlich müssen wir dann auch noch die anderen Emittenden angehen wie Binnenschiffe, Baumaschinen und in Hamburg und Rostock ganz wichtig die Seeschifffahrt.“

Siehe auch: Wie gravierend ist das Stickoxid-Problem?

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Eine Antwort zu “Stickoxide: das große Problem

  1. Pingback: Wie gravierend ist das Stickoxid-Problem? | Neckartor Bürgerinitiative

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