Stuttgart bleibt weiterhin Feinstaubhauptstadt


Stuttgart ist Feinstaubhauptstadt, und das seit 10 Jahren.

feinstaubwerte2014Soweit ist das in Deutschland und Europa bekannt und deswegen haben wir bzw. die politisch Verantwortlichen im Rathaus und Regierungspräsidium ja auch den Blauen Brief aus Brüssel bekommen.

Eine österreichische Studie zeigt jetzt, dass die seit 1999 geltenden und am 1. Januar 2005 „scharfgeschalteten“ Grenzwerte bei weitem nicht ausreichen, die EU-Bürger effektiv zu schützen. Die Feinstaubbelastung geht zwar insgesamt zurück, aber

wenn die Regeln nicht verschärft werden, sind im Jahr 2030 trotzdem 80 Prozent der EU-Bevölkerung einer Feinstaubbelastung ausgesetzt, die über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt,

so die Studie die in der aktuellen Ausgabe des Spiegel Online zitiert wird. Die englische Studie kann hier im Original (rechts auf das PDF-Symbol drücken) gelesen werden.

In der Studie enthalten ist eine Karte (siehe die Fotostrecke im Artikel) auf der die Städte eingezeichnet sind, die auch nach 2030 weiterhin mit Werten oberhalb 35µg/ qm Luft belastet sein werden. Das sind die Region Paris, Gijon in Spanien, Mailand und Turin in Oberitalien, Stockholm, die Industrieregion im Süden von Polen (Krakau und Katovice), die Region um Sofia in Bulgarien und Stuttgart.

Bereits im Jahr 2013 hat eine andere Studie gezeigt, dass auch bei Feinstaubbelastungen unterhalb der Grenzwerte gesundheitliche Schädigungen auftreten können. Besonders gefährlich sind Partikel der Klasse PM2,5. Für diese gilt 2008 ein Grenzwert von 25 µg/ qm Luft.

Die WHO macht Feinstaubpartikel für den Tod von 2,1 Millionen Menschen weltweit und pro Jahr verantwortlich und empfiehlt niedrigere Grenzwerte. Für die besonders stark belasteten Industrieregionen im Norden Chinas geht man von einer verkürzten Lebenserwartung von 5 Jahren für die Bürger aus. So verkürzt jede zusätzliche Belastung von 100 µg/ qm Luft das Leben um 3 Jahre. Allein 220.000 Lungenkrebstote weltweit im Jahr 2010 werden auf Luftverschmutzung zurückgeführt.

Für Deutschland geht die WHO von einer verkürzten Lebenserwartung von durchschnittlich 8 Monaten und in den am stärksten belasteten Städten von 2 Jahren aus.

Siehe auch: Der Genuss von Stuttgarter Luft führt zu vorzeitigem Ableben und Feinstaub noch schädlicher als bisher angenommen. Außerdem hier ein Artikel über die luftverbessernde Wirkung von Bäumen.

Antrag der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-PLuS zum Thema 30km/h innerorts.

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