Den Kopf in den Gully-Deckel


„Von den meisten Tunnelbaumaßnahmen werden die Anlieger wenig belästigt.“
Aus der Broschüre „Das Projekt Stuttgart 21“ herausgegeben von der Deutschen Bahn, dem Land Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart und dem Regionalverband aus dem Jahr 2006.

„Man muss schon ständig den Kopf in den Gully stecken, um sich nachhaltig von den Bauarbeiten in der Ruhe stören zu lassen.“
Hartmut Mehdorn im Jahr 2008, damals Bahn-Chef, in einem StZ-Interview.

Zitierfähige Quellen zu diesen Aussagen wurden keine mehr gefunden, auch in den offiziellen Medien der Tagespresse nicht. Es gibt nur noch mehrere Foren im Netz, die aber alle scheinbar aus ein und derselben Quelle zitieren.

http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?113,7461083
http://512287.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_512287.4.1122982832.1122982832.1.dichtung_und_wahrheit_belastungen_durch_s-bietigheimer_buergerforum.html
http://netzwerke-21.de/?p=5487

Nur dieses eine Zitat von Wolfgang Schuster ist in den Medien belegt:

„Von den Bauarbeiten werden wir nicht viel mitbekommen, da sie fast ausschließlich auf Bahngelände oder im Tunnel stattfinden.“
Ex-Oberbürgermeister Wolfgang Schuster 2009 in einem Interview der StZ. Im Jahr 2010 soll Schuster sogar noch eins oben drauf gelegt haben:„Wenn man nicht wüßte, daß da Bauarbeiten stattfinden, würde man gar nichts mitkriegen. Schließlich wird der Großteil ja unterirdisch gebaut.“

Wer derzeit über an den Baustellen vorbei geht wird eines Besseren belehrt.

IMAG1642-Staub-aus-der-Brache-e1439226587657_1 IMAG1643-Staub-aus-der-Brache-e1439225029486_1 IMAG1644-Staub-aus-der-Brache-e1439226738491_1 IMAG1645-2.Staub-aus-der-Brache_1Bilder von Coco und Dagmar, Originale auf BAA.

Die Staubemissionen in den vergangenen Sommermonaten waren zeitweise immens. Und die Stadt scheint das nicht zu kümmern. Sie vertritt die Devise, dass die Baufirmen die Vorschriften zu den Staubemissionen kennen würden und dass die natürlich auch so umgesetzt werden. Aber kontrolliert wird das nicht oder nur sehr vereinzelt.

Wer also die gute Stuttgarter Luft gerne einmal schnuppern möchte, der sollte sich im Schloßgarten aufstellen (übrigens nicht weit vom Neckartor) und eine Nase voll ziehen. Am 4.8. betrug die Zahl der Überschreitungstage bereits 44. Zulässig sind 35, auf das ganze Jahr, wohlgemerkt.

Weitere Bilder vom Reporter der Straße: 1, 2, 3, 4 und 5, die gesamte Galerie ist hier einsehbar.

Weitere Informationen zum LKW-Terror im Rosensteinviertel/ Nordbahnhofviertel finden Sie hier. Und was S21 überhaupt mit Feinstaub zu tun hat beleuchten wir hier.

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2 Antworten zu “Den Kopf in den Gully-Deckel

  1. Pingback: Feinstaubwerte weiter hoch aufgrund von Baustellen | Neckartor Bürgerinitiative

  2. Pingback: Wie war das noch mit dem Gullideckel? | Neckartor Bürgerinitiative

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