Diesel-Skandal weitet sich aus


Nachdem Martin Winterkorn jetzt doch überraschend zurückgetreten ist, weitet sich der sogenannte Dieselgate-Skandal immer weiter aus.

Die deutsche Umwelthilfe spricht von „detaillierten Hinweisen auf illegale Abgasmanipulationen bei den Herstellern Opel, BMW, Daimler, Audi und Volkswagen“ und fordert Whistleblower aus der Automobilindustrie dazu auf, bei der Enttarnung von Software-Manipulationen zu helfen. Zur diesjährigen IAA hat die Deutsche Umwelthilfe mit einem übergroßen, aufblasbaren Auto ihre Kampagne Diesel-Abgase töten gestartet. Sie hat den deutschen Automobilherstellern bis morgen, Freitag eine Frist gesetzt, 7 detailierte Fragen zu den Manipulationen zu beantworten.

Jetzt sollen die Labortests ausgeweitet werden um so die Unterschiede zwischen den Herstellerangaben und den falschen Laborwerten zu analysieren. Ins Rollen gebracht hat diesen Skandal zufällig das ICCT, das International Council on Clean Transportation. Eigentlich wollte man in Labortests zeigen, dass die amerikanischen VW-Modelle in puncto Abgaswerte besser sind als die europäischen. Dann hat man aber festgestellt, dass das so nicht zutrifft, so der kritische Verkehrsexperte Axel Friedrich in der TAZ. Jetzt will das ICCT auch andere Antriebsarten unter die Lupe nehmen. Dabei geht es vor allem um die Stickoxidemissionen. Der Verkehrsexperte Friedrich kritisiert auch die europäische Politik, die den Unterschied zwischen Labortests und realem Fahrverhalten auf der Straße jahrelang ignoriert habe. Er benutzt den Begriff Zyklus-Betrug. Autos hätten im realen Leben auf der Straße um den Faktor zehn bis zwanzig höhere Emissionen haben als angegeben“ (Friedrich in der TAZ). Auch Jürgen Resch, Geschäftsführer der DUH kritisiert die Politik, das Bundesverkehrsministerium hat über die ganzen Jahre hinweg kein einziges Mal die Angaben der Automobilindustrie kontrolliert, so Resch im Deutschlandfunk. Wie solche Tests ablaufen beschreibt Dorothee Saar von der DUH auf Detektor FM. Ihr Fazit ist: Wenn Sie mit Ihrem PKW so fahren würden, wie es das Protokoll der Abgasmessung vorschreibt, würden Sie von den anderen Verkehrsteilnehmern ziemlichen Ärger bekommen.

2017 sollen neue Tests eingeführt werden und es sollen realistische Messungen durchgeführt werden. Die entscheidende Frage ist aber, welche Grenzwerte man künftig vorschreiben wird, so Friedrich.

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2 Antworten zu “Diesel-Skandal weitet sich aus

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