Mooswand kommt später


Die Mooswand, die das Neckartor von der schädlichen Feinstaubbelastung befreien soll, wird erst 2017 gebaut. Sie soll vom Heinrich-Baumann-Steg etwa 100 Meter in Richtung Schwanentunnel vor der Lärmschutzwand, die links neben der Fahrbahn zum Park hin steht, errichtet werden. Dafür hat der Gemeinderat 390.000 Euro bereitgestellt, die Universität Stuttgart ist an der Entwicklung beteiligt.

Dass Pflanzen Staub aus der Luft filtern können ist bekannt. So kann ein durchschnittlicher Baum in einem Jahr eine Tonne Staub verarbeiten, wenn er gesund ist. Eine 80-jährige Buche kann mit ihren insgesamt 1600m² Blattoberfläche außerdem noch pro Jahr etwa 900 Tonnen Kohlendioxid verbrauchen und daraus etwa 600 Kilogramm Traubenzucker und die gleiche Menge Sauerstoff herstellen, der restliche Kohlenstoff wird als Holz „gespeichert“ und somit der Atmosphäre entzogen, damit ist der Baum ein echter Beitrag zum Klimaschutz.

Das Moos hat im Vergleich zu einem Baum aufgrund seiner feinen Struktur eine größere Oberfläche, pro Kubikzentimeter eine Fläche von 1700 Quadratzentimetern. Wenn man das umrechnet (1 m² Moos mit 1cm Höhe oder 10.000 cm³ entspricht dann 170.000.000 cm² Fläche oder 17.000 m²) entspricht ein Quadratmeter Wand 10 ausgewachsenen Bäumen. Bei 100 Metern Mooswand wären das 1000 Bäume. Sind das also die versprochenen 5000 Bäume (oder zumindest ein Teil davon), die die Bahn als Ausgleich für S21 setzen will?

Das hört sich natürlich erst einmal viel an, aber ist das nicht vielmehr (oder besser vielweniger) wie ein Placebo? Wäre es nicht besser die oben erwähnten 20% weniger, die OB Kuhn sich selbst zum Amtsantritt als Ziel gesteckt hatte, anzugehen? Damit würde er nämlich das Problem an der Wurzel packen.

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3 Antworten zu “Mooswand kommt später

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  3. Feinstaub besteht zu einem guten Anteil aus Ammoniumssalzen, vor allem Ammoniumsnitrat .Das entsteht, wenn Ammoniak und Stickstoffdioxid zusammenkommen. Zweifellos ist in Stuttgart dafür der Straßenverkehr die wichtigste Quelle. Insgesamt spielt bei der Ammoniakproduktion die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Das Besondere der Moose (und Flechten) ist, dass sie nicht nur wie Bäume und andere Vegetation den Staub auffangen, sondern dass sie die Ammoniumssalze auch direkt über ihre Oberfläche als Dünger aufnehmen.. Es wäre also durchaus lohnend, einmal einen Großversuch in dieser Richtung zu starten. Im Übrigen sollte man endlich damit aufhören, Moose zu bekämpfen, statt sie zu fördern (in Rasen, an Mauern, an Stämmen und Ästen von Bäumen, auf Dächern … vgl.http://www.wilfried-probst.de/site/die-vergoldete-schaukel/)

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