PM zur Gründung der Stuttgarter Fuss-Gruppe


Pressemitteilung der BÜRGERINITIATIVE NECKARTOR, Stuttgart, 5. Juli 2016

Fußverkehr in Stuttgart hat keine Lobby.
Das soll sich jetzt ändern.

Zu Fuß gehen ist die umweltschonendste und sozialste Art der Fortbewegung.
Es könnte zugleich die gesündeste sein, wären da nicht giftige Abgase in
unserer Atemluft und die Gefahr, durch die Fahrzeuge anderer Verkehrs-
teilnehmer verletzt zu werden.
Für Fußgänger gibt es in unserer Stadt Bürgersteige und Gehwege. Eigentlich
eine gute Idee. Leider erfüllen diese Verkehrsflächen allzu oft nicht ihren
ursprünglichen Zweck.
Denn wie selbstverständlich werden darauf Autos und Transporter ungeahndet
abgestellt. Steigt der „Parkdruck“, greifen städtische Ämter gerne und flink zum
Pinsel. Ungeniert zwackt man mit einer neuen Markierung dem Fußgänger ein
gehöriges Stück Fußweg ab und ermöglicht so den Kraftfahrern legales Parken.
Selbst so genannte „sichere Schulwege“, bleiben von derart dreister
öffentlicher Beschlagnahmung nicht verschont.
Gut geplante Bordsteinabsenkungen für Kinderwägen und Rollstuhlfahrer
werden von Falschparkern regelmäßig und rücksichtslos blockiert.
Allerlei „Möblierung“ stellt sich den zu Fuß Gehenden, dort wo es eh schon eng
ist, in den Weg. Warentische, Verkehrsschilder, Barhocker, Werbereiter,
Parkscheinautomaten, Ladesäulen für die E-Mobility und so weiter. Wie kommt
man eigentlich auf die Idee, Infrastruktur für Autos wie selbstverständlich auf
den Flächen der Fußgänger zu installieren?
Mangels sicherer und attraktiver Routen für Fahrradfahrer weichen viele von
der Straße auf Gehwege aus. Die Konflikte mit zu Fuß Gehenden sind
unausweichlich. So mancher Autofahrer aber reibt sich die Hände. Muss er
doch jetzt nicht mehr „seine“ Fahrbahn mit den ungeliebten Drahteseln teilen.
Als Fußgängerin und als Fußgänger, als Fahrradfahrerin und als Fahrradfahrer
wird uns täglich bewusst: die Masse der öffentlichen Straßen, Plätze und Wege
ist extrem einseitig zu Gunsten einer autogerechten Infrastruktur gestaltet. Dieses Ungleichgewicht wird auch rund um die Stuttgart 21-Baustellen
deutlich. Dort wird mit extremem Aufwand alles getan, um die Straßen-
kapazitäten für den motorisierten Individualverkehr zu erhalten. Fußgänger
und Fahrradfahrer hingegen werden auf engstem Raum zusammen gequetscht.
Regelmäßige Verkündigungen von längeren Bauzeiten lassen für viele Jahre
keine Besserung dieses erbärmlichen Zustandes erwarten.
Die größten Verlierer im harten Kampf um die Verteilung der Flächen im
öffentlichen Raum sind am Ende zu oft die Fußgängerinnen und Fußgänger.
Also genau die Gruppe mit der umweltverträglichsten Mobilität überhaupt.
Aus Sicht von Mitgliedern der Bürgerinitiative Neckartor sind die Bedingungen
für einen würdigen Fußverkehr in unserer Stadt unangemessen schlecht. Wir
haben uns deshalb entschlossen, einen „Anwalt“, eine „Stimme“, eine „Lobby“
für die Stärkung des Fußverkehrs in unserer Stadt zu installieren. Wir organi-
sieren und unterstützen die Gründung einer FUSS e. V.-Gruppe Stuttgart unter
dem Dach von FUSS e.V. http://www.fuss-ev.de/. Das ist der Fachverband für
Fußverkehr in Deutschland. Erklärtes Ziel wird sein, ein fußgerechtes Stuttgart
auf die Beine zu stellen.

Zum Gründungstreffen laden wir herzlich ein:
– am Montag, den 18. Juli 2016 um 19:30 Uhr
– im Gemeindehaus der ev. Friedenskirche, Schubartstraße 14

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