Der Krieg der Einkaufszentren Teil 13


Alle Teile der Serie können Sie hier lesen.

Lange war es ruhig um diese Serie. Es gibt derzeit allerdings wieder Anlass dazu sich mit dem Thema zu beschäftigen. Das DoQu wurde zwischenzeitlich eröffnet und es gab auf Twitter und anderen Medien einiges an Aufregung wegen des Wegfalls der Hauptradroute 1 in der Münzstraße und der Verlegung eben dieser in die Holzstraße und der Ausfahrt der Tiefgarage in der Holzstraße.

Der Stuttgarter Einzelhandel indes beschäftigt sich weniger mit den Radfahrern – obwohl diese einen beträchtlichen Teil zum Umsatz beitragen – sondern mehr mit dem Niedergang der Königstraße.

Vor einigen Wochen hatte man auch eine Ursache dafür gefunden: Der Wegfall der oberirdischen Parkplätze in der Innenstadt im Rahmen des geplanten Bürgerbegehrens „Stuttgart laufd nai“ soll Schuld sein für Umsatzeinbußen in Millionenhöhe. Diese Sau mit dem Namen „der Kunde kommt mit dem Auto“ wird immer dann durch das Dorf getrieben, wenn irgendwo Parkplätze wegfallen sollen oder die sogenannte Brötchentaste abgeschafft werden soll.

Jetzt hat man einen anderen Übeltäter gefunden: einen Billiganbieter von Kleidung aus Irland. Der zieht nämlich demnächst in das alte Karstadt-Haus und eröffnet damit bereits den zweiten Laden Stuttgart. Ein Juwelier zieht weg von der Königstraße hin zum DoQu, ein Anbieter von hochwertiger Bekleidung schließt. Nachfolgegeschäfte verkaufen elektrische Zigarretten oder eben Billigklamotten. Mancher erkennt darin einen Abwärtstrend für die Königstraße. Die City-Managerin muss dies natürlich sofort verneinen, was soll sie auch anderes sagen? Angeblich wollen Immobilienfachleute festgestellt haben, dass die Stuttgarter Kö nur noch auf Platz 17 rangiert. Das soll, laut der City-Managerin, bekämpft werden – und zwar mit den Billigläden. Beißt sich die Katze da nicht selbst in den Schwanz? Masse statt Klasse bemerkt die StN da zu Recht. Und genau dies, und zwar nicht nur in Bezug auf das Angebot sondern auch in städtebaulicher Sicht, wurde schon vor der Eröffnung des Milaneo prognostiziert, hier zum Beispiel 2010 (städtebauliche Kritik) oder hier 2013 (Kritik an der übermässigen Verkaufsfläche) oder hier 2014 (in Bezug auf Verkehr).

Wandel hat es immer gegeben, soweit ist Einverständnis bei den Kritikern vorhanden. Aber wieviel Wandel verträgt eine Innenstadt? Und wenn wir von Nachhaltigkeit und qualitativen, „wert“vollen Produkten sprechen, brauchen wir dann Billigklamotten und internationale Handelsketten mit Einheitsprodukten?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s