Hü oder Hopp? Oder doch was ganz anderes?


Die Baden-Württembergische Landesregierung hadert gerade mit sich selbst ob sie das Stuttgarter Verwaltungsgerichtsurteil vom 28.07.2017 anerkennen soll oder nicht. Dieses hatte Fahrverbote, die auch vom Land selbst verhängt werden könnten, wenn der Bund nicht tätig wird, für hoch mit Stickoxiden belastete Stuttgarter Straßen empfohlen. Die Nachrüstung der Fahrzeuge mit Software sei wirkungslos, so das Stuttgarter Verwaltungsgericht.

Die möglichen Optionen für die Landesregierung sehen so aus:

  1. Annahme. Das wünschen sich einige der Grünen, auch in der Landesfraktion. Auch etliche Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und die Deutsche Umwelthilfe plädieren dafür.
  2. Berufung. Das ist der Wunsch der CDU. Die Berufung würde sich über Jahre hinziehen und somit eine Hängepartie für alle Anwohner bedeuten und bei der Berufung wird komplett neu verhandelt, das gefällte Urteil wäre null und nichtig.
  3. Der Gang nach Leipzig zum Bundesverwaltungsgericht ist die wahrscheinlichste Option, da sie sowohl die CDU als auch die Grünen mit Bauchschmerzen mittragen würden. Dadurch würde das Verfahren zwar auch verlängert, aber nur um ca. 1 Jahr und das Verwaltungsgericht in Leipzig würde nur die rechtlichen Aspekte des Urteils prüfen (also ob Verfahrensfehler aufgetreten sind). Das Urteil selbst würde nicht geprüft werden, anders bei der Berufung.

Zu dem Thema haben wir am Montag, den 2. Oktober, um 12 Uhr eine Demo vor dem Staatsministerium Villa Reitzenstein, Richard-Wagner Straße 15, angemeldet.

Aktuelle Kommentare zu diesem Verhalten der Landesregierung in der StN, StZ

Siehe dazu auch die Pressemitteilung.

05.10.2017: Bericht der StZ und Kontext und Bilder zu der Demo.

Aktualisierung: Nachdem die Landesregierung sich für die oben aufgeführte dritte Option, nämlich den Gang nach Leipzig entschieden hat, wird gerade beinahe minütlich eine neue Sau durch das Dorf getrieben.

Der gewählte Stuttgarter Abgeordnete Cem Özdemir möchte sich in einer möglichen Jamaika-Koalition für die blaue Plakette einsetzen, die Stuttgarter CDU-lerin Karin Maag möchte auch die technische Lösung von Daimler warten und Stefan Kaufmann, ebenfalls CDU, will Radwege zurückbauen (StZ). Dabei denkt er wahrscheinlich an die Waiblinger Straße oder an die Böblinger Straße.

Indes könnte es möglich sein, dass das Leipziger Verwaltungsgericht die beiden Entscheidungen zu Düsseldorf und Stuttgart zusammenlegt, da es in Düsseldorf ebenso um die Frage geht, ob Städte selbst Fahrverbote verhängen können, wenn der Bund nicht tätig wird. Die Entscheidung zu Stuttgart wäre damit schneller da als bisher erwartet – auch von der CDU.

 

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