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Weiter BaustellenchaoS21 in Untertürkheim


Ein Arzt hat einen Anwohner der Baustelle in Untertürkheim krank geschrieben. Laut Bezirksvorsteherin Frau Wenzel waren weder die Anwohner noch das Bezirksamt über Zeitpunkt und Auswirkungen der Arbeiten informiert worden. Aber was hätte das geändert?

Jetzt zumindest wird die Ramme abgeschaltet, so die StZ. Wie lang dieses „Moratorium“ anhält, ist allerdings unbekannt. Angeblich kommt diese Pause durch Verlagerung der notwendigen „vorbereitenden und nachgelagerten Arbeiten“ zustande. Im Dezember soll es dann wieder laut werden, laut Alice Kaiser aber „wohl nur tagsüber“.

Die Nordlichter haben Antwort bekommen


Die Nordlichter haben Antwort von Frau Kaiser bekommen. Ihren offenen Brief an OB Kuhn hatten sie am 21. Oktober abgeschickt und etwa 1800 zusätzliche Unterstützungsunterschriften von BürgerInnen beigefügt. Die Antwort von Frau Kaiser ist am 21. November eingetroffen.

Frau Kaiser geht dabei überhaupt nicht auf die Vorwürfe ein, dass die Veranstaltungen im Viertel um den Nordbahnhof „reine Zeitverschwendung“ seien, sie übersieht ebenso die Vorwürfe der unzureichenden Antworten und der nicht tragbaren Vorgaben zu den Veranstaltungen (keine Informationen dürfen nach außen gelangen, keine Aufzeichnungen zugelassen).

Stattdessen beantwortet sie lediglich den Vorwurf des „LKW-Terrors“. Dies sei ein unglücklicher Umstand, der aber in der Verantwortung der SSB liege, die die geplante und zugelassene Fahrtroute der LKW mit ihrer U12-Baustelle blockiert habe. Deshalb habe man eine Sondergenehmigung beantragt und auch erhalten, die Fahrtroute durch das Wohnviertel zu legen. Das sei zwar nicht schön gewesen, war aber nicht zu vermeiden, denn der Antragsteller

habe ein Rechtsanspruch auf Erteilung der Genehmigung.

Es wurde im Bezirksbeirat besprochen und dort öffentlich gemacht. Weiterhin wird wieder einmal auf das öffentliche Interesse hingewiesen und es ist ja sowieso alles in den Planfeststellungsbeschlüssen enthalten, die penibel eingehalten werden.

Soweit also Friede, Freude, Eierkuchen.

Die blauen Rohre


Kommen die blauen Rohre auch zu uns ins Kernerviertel?

Derzeit wird vor allem rund um den HBF, im Rosensteinpark und an der Ehmannstraße gearbeitet. Da das Rohr aber schon hinter dem neuen Innenministerium liegt ist zu befürchten, dass die blauen Rohre auch bald im Kernerviertel aufgebaut werden. Vermutlich wird das noch solange hinausgezögert, weil man mit dem Widerstand der Bewohner rechnet. Im Park ist das Errichten der Leitungen einfacher. Dort wehren sich nur wenige und aufgrund der Taktik, immer nur vereinzelt Bäume zu fällen, wird der Widerstand aufgespalten und breiter verteilt, er kann sich nicht auf ein Ereignis konzentrieren.

Hier der Plan, der zeigt wie die Rohre rund um den HBF und im Kernerviertel verlegt werden sollen. gw_rohr_plan

Dazu ein Beispielbild aus Köln. Man sieht wie sich die Rohre an die Häuser schmiegen und teilweise nur wenige Zentimeter von den Fenstern entfernt an der Hauswand entlang verlaufen. grundwasser01

Bild von der Seite von K. Schönenberger übernommen.

Dieses Bild stammt aus Leipzig. grundwasser02

Bild von der Seite von K. Schönenberger übernommen.

Zum Thema Bürgerbeteiligung und Informationstransparenz bei der Verlegung der blauen Rohre die Projektbetreiber (Stand Anfang 2011)

Über die vorgesehen Einzelmaßnahmen werden betroffene Anwohner rechtzeitig zwei bis drei Wochen vor Ausführung der Bauarbeiten informiert.

Zwei bis drei Wochen im Voraus ist eine ausgemachte Frechheit unserer Ansicht nach. Man wird vor gemachte Tatsachen gestellt und darf dann zugucken. Das haben offensichtlich auch die Projektbefürworter eingesehen und deshalb im 27. Mai 2011 eine öffentliche Bürger Informationsveranstaltung abgehalten. Hier die Präsentation dazu: 20110527_Buergerinformationsveranstaltung_GWM

Dann fand im Sommer letzten Jahres die große Wasserdemo auf dem Kernerplatz (vor dem Umweltministerium des Landes BW) statt, es hat sich das Netzwerk Kernerviertel gebildet und die Anwohner haben zahlreiche verantwortliche Projektbetreiber angeschrieben. Aufgrund dieses Drucks der Anwohner ist den verantwortlichen Mitarbeitern im EBA wohl klar geworden, dass das Abpumpen von Grundwasser am Ameisenberg doch etwas zu heikel ist und hat deshalb das Landesamt für Geologie angehört und von der Bahn ein neues Gutachten eingefordert. Die Stellungnahme des Landesamtes ist hier in Auszügen veröffentlicht, mit Kommentar vom Geologen Dr. R. Laternser und vollständig als PDF zum herunterladen abgelegt.

Die nachfolgenden Bilder stammen aus der Präsentation, die 2011 auf der Bürgerinformationsveranstaltung gezeigt wurde, man sieht die Sängerstaffel.

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Diese tolle bunte Präsentation ist zwar hübsch anzuschauen, enthält aber aus schockierenden Fotos kaum Fakten. Bis heute hat die DB AG weder für die ursprünglich genehmigte von 3 Milliarden Litern noch für die beantragte erhöhte Grundwasserentnahmemenge von über 6 Milliarden Litern die Unbedenklichkeit ihrer Wasserhaltung für die äuser im Talgrund und an den angenzenden Hängen des Ameisenbergs nachgewiesen. Wir verweisen nur auf das Fiasko des Bohrlochs 203

Dazu haben wir am 31. Januar diesen Jahres Anfragen an das Kommunikationsbüro gestellt und wenig befriedigende Antworten bekommen.

Originalaussagen vom Kommunikationsbüro/ Alice Kaiser: Die Bedenken der Anwohner des Kernerviertels sind mir sehr gut bekannt. Deshalb hat die Landeshauptstadt Stuttgart auch im Hinblick auf die von Bürgerinnen und Bürgern geäußerten Sorgen eine Prüfung der geotechnischen Gutachten und Aussagen zu den Planänderungsverfahren durch eine geotechnisch sachverständige Stelle (z. B. durch das Landesamt für Geologie, Bergbau und Rohstoffe, die Bundesanstalt für Wasserbau oder andere) gefordert, damit geotechnische Belange ausreichend berücksichtigt werden. Diese Forderung hat das Referat Städtebau und Umwelt bereits im Juli 2011 an das Eisenbahn-Bundesamt erhoben und im Planänderungsverfahren für das Grundwassermanagement in den Planfeststellungsabschnitten 1.1 („Talquerung mit Hauptbahnhof“, 7. Planänderungsverfahren), 1.5 („Zuführung Feuerbach und Bad Cannstatt“, 6. Planänderungsverfahren) und 1.6 a („Zuführung Ober- und Untertürkheim“, 2. Planänderungsverfahren) erneuert. Wie Ihnen vielleicht bekannt ist, befindet sich diese Planänderung im Verfahren, d.h. das Eisenbahn-Bundesamt hat über den Antrag der Bahn noch nicht entschieden.

Die Bahn darf das Rohrleitungssystem gemäß den Vorgaben der Planfeststellung errichten. Deshalb werden seit Anfang Januar die blauen Rohre z.B. im Bereich der Jäger- /und Ossietzkystraße aufgestellt. Die Bahn darf ebenfalls gemäß des gültigen Planfeststellungsbeschlusses die bisher genehmigten Wassermengen umwälzen (entnehmen, reinigen und wieder infiltrieren). Mehrmengen müssen jedoch vom Eisenbahn-Bundesamt genehmigt werden.

Wir, die im Netzwerk Kernerviertel in der BI Neckartor organisierten Anwohner fordern:

  • Darlegung der Unbedenklichkeit der Grundwasserentnahme
  • Übernahme jeglicher Folgeschäden und Risiken die durch die Grundwasserentnahme entstehen, heute und auch noch nach Jahren!
  • Erfassung aller Häuser im Beweissicherungsverfahren im Bereich der Grundwasserentnahme, nicht nur der Häuser, die direkt über dem Tunnel stehen

http://www.geologie21.de/assets/files/pdf/GWM%20Presse%20%20Kernerviertel%2012-07-01.pdf

http://www.parkschuetzer.de/assets/termine/presse2012/120919-Netzwerke-Kernerviertel-Killesberg.pdf

Dieser Artikel ist entstanden unter freundlicher Mitwirkung des Netzwerks Kernerviertel