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Was bleibt von „20% weniger?“


20% weniger Autos, das hat OB Kuhn sich selbst als Ziel gesteckt.

Zur Zeit beginnen die Haushaltsverhandlungen für den Doppelhaushalt 14/15. Dort sind Mittel für das neue bezuschusste Jobticket der Angestellten der Stadt verplant, aber auch Mittel für neue Straßen und den Ausbau von Straßen. Was bleibt also von „20% weniger“ übrig?

Wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren ist, leidet die Stadtverwaltung unter Kapazitätsengpässen. Dass diese Kapazitätsengpässe bei der

chronisch überlastete[n]
Straßenverkehrsbehörde

beispielsweise dazu führt, dass keine effektive Kontrolle des ruhenden Verkehrs stattfinden kann, gibt das Ordnungsamt selbst zu.

Dass diese Engpässe aber sogar dazu führen, dass Gelder, die beispielsweise für den Bau von neuen Radwegen verplant waren nicht abgerufen werden können, ist schon ein starkes Ding. Dabei wären gerade hier Investitionen dringend notwendig um die Reduzierung um 20% zu erreichen. Stattdessen wird mit dem Ausbau von Straßen (Rosensteintunnel) genau das falsche Signal gesetzt.

Wie die Bürgerinitiative Neckartor sich die Erreichung des Ziels 20%-Weniger vorstellt:

  • Preise im ÖPNV runter, Takt rauf
  • Einsatz von Oberleitungs-Bussen (Ein Netz von O-Bussen kann schneller und kostengünstiger ausgebaut werden als ein Netz von Straßenbahnverbindungen; und mit den neuen Stadtwerken könnten diese O-Busse sogar mit städtischer Energie fahren)
  • Einflussnahme über den VVS auf den Ausbau der S-Bahn (Ringschluss der S-Bahnen, Takterhöhung, erhöhtes Wagenangebot, fahrradgerechte Möblierung der S-Bahnen)
  • Verstärkte Umverteilung von Straßenraum zugunsten von Fahrradverkehr und Erstellung leistungsstarker Fahrradstraßen / Fahrradschnellwege
  • Keine Mega-Einkaufszentren mit Mega-Stellplatzangebot in der Innenstadt, stattdessen „Stadt der kurzen Wege“, Stärkung der fußläufigen Nahversorgung in kleinen Geschäften um die Ecke. Im Bereich Nord oder Gänsheide gibt es kaum noch Einkaufsmöglichkeiten für die Anwohner.

Das sind nur einige Punkte aus unserem Brief an OB Kuhn, den Sie hier finden.

Welche Auswirkungen das Auto, neue Straßen und der Verkehr auf unser Leben haben und hatten zeigte am 25.10. die Sendung „Das Auto – Vom Weh und Ach einer Ware“ auf 3Sat.

 

Autofahren macht fett!


Grafitti an einer Betonwand

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Text zur besseren Lesbarkeit:

Autofahren
macht fett
kostet Geld

Fahrradfahren
verbrennt Fett
spart Geld

Dem gibt es nichts hinzuzufügen! Vielen Dank an den unbekannten Künstler.

Autos in der Stadt


Hier ist ein interessanter Artikel zum Thema „Besitzen junge Menschen wirklich weniger Pkw? Oder: Spaß mit Statistik“ zu finden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Altersklasse unter 40 Jahren in Stuttgart immer weniger Autos besitzt, die Alterklasse über 50 besitzt dagegen mehr Fahrzeuge als noch vor 10 Jahren, oft auch noch einen Zweitwagen. Das könnte durch geringere Einkommen und geringere Vermögen bei jüngeren Menschen und höheres Vermögen bei Rentnern erklärt werden, der demografische Wandel wird dies noch verstärken. Hinzu kommt sicher auch, dass das Auto heute nicht mehr so „DAS“ Statussymbol ist wie früher. Mit einem Auto fällt man heute nicht mehr auf, es braucht andere Dinge um sich von der Masse zu unterscheiden. Fahrräder, Uhren, Stereoanlage, Multimediageräte beispielsweise, das Auto ist dabei nur noch ein Fortbewegungsmittel von Vielen. Da wundert man sich dann auch nicht mehr, dass die großen Autohersteller so massiv in Elektromobilität, Gemeinschaftsautos (= „Car-Sharing“) und Multimedia-Anwendungen investieren. Diese richten sich nämlich vorallem an junge Menschen, deren ideelle Bindung eher zu ihrem mobilen Telefon besteht als zu ihrem Fahrzeug.

Danke an Carl vs. Karl für den Hinweis

Radfahrer und Autos


Es herrscht Krieg auf deutschen Straßen, wenn man einigen Kommentatoren und Artikelschreibern in den einschlägigen Zeitungen und Zeitschriften Glauben schenkt. Autos gegen LKW, Autos gegen Autos, LKW gegen LKW, Fahrradfahrer gegen Fussgänger und so weiter.

Aggression ruft Gegenaggression hervor, deswegen sollten wir uns alle ein wenig zurücknehmen.

Ein guter Artikel zum Thema Radfahrer und Autos und wie die einen von den anderen richtigerweise überholt werden ist hier zu finden: Mobilogisch

Beim Überholen im Längsverkehr geschehen tatsächlich nur relativ wenige Unfälle (etwa 2 – 6 % der Unfälle, an denen Radler beteiligt sind). Das ist nicht unbedingt das Verdienst der Autofahrer/innen, vielmehr werden ihre Fehler durch Ausweichmanöver der Radler entschärft. Indirekt können solche Überholmanöver jedoch zu so genannten Alleinunfällen von Radler/ innen führen, weil diese in Notsituationen Fahrfehler „begehen“. Allerdings signalisieren auch viele Radler/innen, die sich zwischen stauenden Kfz hindurchschlängeln den Kraftfahrern, dass sie sehr wenig Platz benötigen, manchmal nur eine Lenkerbreite. Dass es physikalisch und psychologisch viel riskanter ist, wenn ein Kfz an einem Radfahrer vorbeifährt als umgekehrt, wird oft nicht realisiert. – Laut Rechtsprechung muss der kfz-Fahrer übrigens sogar auch nur ein Unsicherwerden des überholten Radlers vermeiden!

Wenn die StVO-Regelungen für den mehrspurigen motorisierten Verkehr bei Überholvorgängen zukünftig auch für den Fahrradverkehr gelten, wäre die gleichberechtigte Fahrstreifennutzung anerkannt und eine Rückgewinnung von Raum und Sicherheit für den Fahrradverkehr erreicht.

Richtliniengemäß betragen die Fahrstreifenbreiten auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen 2,75 bis 3,75 Meter, abhängig von der Flächenverfügbarkeit und der Belastung mit Bus- und Lkw-Verkehr. Selbst im extremsten Fall („schmaler“ Radler/ breiter Fahrstreifen) ist es offensichtlich, dass bereits heutzutage ein Überholen innerhalb eines Fahrstreifens illegal ist, da Radler plus Sicherheitsabstand dessen gesamte Breite einnehmen.