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Umweltfreundliche Mobilität ohne Auto!


Wir wollen die Repräsentanten der Deutschen Automobilindustrie stellen. Zentrale Kritik an den Gästen vom Handelsblatt ist, dass deren Produkte und deren Vorstellung von Mobilität keinen Beitrag dazu leisten international vereinbarte Klimaschutzziele zu erreichen. Das Gegenteil ist der Fall… Die deutsche Automobilindustrie ist ein Treiber des Klimawandels. Anstatt den Schaden, den sie durch den Betrug bei der Abgasreinigung begangen haben wieder gut zu machen, setzen sie auf die Aussicht milliardenschwerer Subventionen für die Umrüstung zu Elektroantrieben. Porsche treibt es mit seinem „Taycan“ auf die Spitze. Ein Ökologischer Hirnriss. Einziger Zweck der Produktion dieses Fahrzeugs ist, den VW-Flottenausstoß an CO2 zu drücken. Für die Klimabelastung aus der Stromerzeugung und die Umweltbelastung aus der Batterieherstellung sollen wieder andere bezahlen.

War es nicht Winfried Kretschmann, der sagte weniger Autos wären besser. So kämen wir einer Verhinderung der tödlichen Klimaerwärmung auf alle Fälle näher. Oder anders gefragt: Wenn umweltfreundliche Mobilität ohne Autos möglich ist, wer hindert uns daran das zu machen?

Der Ausschnitt stammt von SWR.de vom 20.07.2018, der Artikel ist leider nicht mehr verfügbar.

Autofreier Sonntag im September 2019


Die Stadt hatte groß Werbung für den autofreien Sonntag am 22.09. gemacht, in allen neuen SSB-Zügen mit Werbebildschirm lief bereits Tage vorher ein kleiner Werbefilm, der auf das ticketfreie Fahren an dem Tag hinwies. Aber so richtig autofrei konnte man den Sonntag dann doch nicht machen.

In Hannover hat man zum Beispiel 2018 die Innenstadt gesperrt, das Taubertal wurde am 04.08. zwischen Tauberbischofsheim und Freudenberg gesperrt (immerhin gute 50 Km); Brüssel war autofrei. Nur drei Beispiele. Und Stuttgart? Die Stadt hat es gerade mal geschafft, eine Straße – und noch nicht einmal eine wichtige Hauptstraße – autofrei zu machen. Lediglich die Theodor-Heuss-Straße war am Sonntag im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche autofrei.

Weil das der BI Neckartor, dem Fuss e.V. Stuttgart und vielen weiteren Initiativen aber nicht genug war, wurden für den Sonntag mehrere Demos angemeldet, die den Verkehr zumindest zeitweise zusätzlich lahmgelegt haben. Aber OB Kuhn hat bereits weitere solche Aktionen angekündigt und die ganzjährige autofreie Innenstadt soll bereits vor 2030 kommen. Dabei hatte Kuhn schon zu seinem Amtsantritt von 20% weniger Fahrzeugen gesprochen, was bisher aber nicht umgesetzt wurde. Und wie wichtig der Stadt dann doch das Thema Automobil ist, sieht man daran, dass am Autofreien Sonntag auch noch der Aktionstag Elektromobilität mit dem vielsagenden Titel AtEm stattfand (siehe StZ-Artikel).

Wie ernst das Thema Autofrei wirklich genommen wird, wird sich zeigen. Wir bleiben auf alle Fälle dran!

Grußwort von Dietrich Krauß (Die Anstalt)


Grußwort von Dr. Dietrich Krauß zur 378. Montagsdemo am 24.7.2017.

Veröffentlicht auch in der Kontext:Wochenzeitung.

Der Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe (DUH) geht in diesem Jahr an die ZDF-Reihe „Die Anstalt“, und zwar für die Sendung zum Thema Auto. Autor dieser Kabarett-Show ist Dr. Dietrich Krauß, er wohnt in Stuttgart. Für die 378. Montagsdemo am 24. Juli 2017 gegen S21, eine Kundgebung mit Unterstützung zahlreicher Initiativen unter dem Motto „Druck in den Kessel – für ein anderes Stuttgart“, schrieb er ein Grußwort. Weiterlesen

Vom Totalschaden zur autobefreiten Gesellschaft


Die Anstifter und das Kulturzentrum Dieselstraße Esslingen laden ein zu einer politischen Matinee.

Klaus Gietinger zu Mobilität und Autowahn

So, 9. März, 11:00 Uhr im Kulturzentrum Dieselstraße, Dieselstraße 26, 73728 Esslingen am Neckar, Veranstalter: Kulturzentrum Dieselstraße

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Umwelt wird gestärkt


Umweltverbände haben jetzt ein Klagerecht, das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden und damit geltendes EU-Recht umgesetzt.

Das Land Hessen ist von einem Umweltverband verklagt worden weil es nach Ansicht des Verbandes nicht genügend Maßnahmen ergriffen hatte um die Luftqualität zu verbessern, die Feinstaub- und Stickoxidwerte wurden unzulässig oft überschritten.

Das Land Hessen wollte den Entscheid des hessischen Verwaltungsgerichts zur Umsetzung der Maßnahmenpläne allerdings nicht anerkennen, ist jetzt aber vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert.

Dies berichtet Peter Nowak vom Heise-Verlag.

Einen weiteren Erfolg hat die Umwelt gegenüber dem Wirtschaftsminister erzielt. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass das deutsche Umweltinformationsgesetz nicht mit geltendem EU-Recht übereinstimmt und dass es jetzt geändert werden muss. Bisher hatte sich das Wirtschaftsministerium geweigert Details zur Einflussnahme der Autolobby auf Entscheidungen im Bereich der Umweltpolitik offen zu legen. Im konkreten Fall geht es um die Novelle der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (PKW-EnVKV) von 2010 nach der schwere PKW in eine ähnliche oder sogar bessere Effizienzklasse eingestuft wurden als leichte PKW. Dies war nur möglich, weil der Spritverbrauch mit dem Fahrzeuggewicht relativiert wurde.

Ein Passus im Umweltinformationsgesetz, nach dem Behörden unter bestimmten Umständen Akteneinsicht verweigern können ist damit unzulässig. Dies berichtet News Aktuell

Die Wünsche der Autoindustrie wurden erfüllt


Wie wir in unserem Artikel Die Autoindustrie hat Wünsche berichtet hatten, befürchtete die deutsche Autoindustrie durch die neuen EU-Grenzwerte für Kohlendioxid wirtschaftlich ins Aus gestellt zu werden. Die neuen Grenzwerte von 95 µgr Kohlendioxid pro Kilometer (Ziel bis 2020) würden Arbeitsplätze vernichten und die deutschen Autohersteller könnten die Grenzwerte nicht erfüllen, auch bis 2020 nicht. Deshalb wurde auf Drängen von einigen europäischen Staaten, unter anderem der deutschen Kanzlerin, die Abstimmung über die neuen Grenzwerte verschoben. Jetzt bleibt mehr Zeit für noch intensivere Lobby-Arbeit.

Dabei stellen sich die deutschen Autobauer doch so gern als Vorreiter dar und betonen den Erfindergeist der Herren Gottlieb Daimler oder Ferdinand Porsche. Dann sollte es doch wohl auch möglich sein, neue Technologien zu entwickeln, mit denen die Grenzwerte erreicht werden können. Dies würde auch Arbeitsplätze schaffen.

Fakt ist, dass die deutschen Hersteller Vorreiter sind, und zwar bei großen, massiven Fahrzeugen. Und sie sind Vorreiter in Sachen Benzinverbrauch. Das steht natürlich nicht in den bunten Prospekten die im Verkaufsraum ausliegen. Wie der ADAC wiederholt feststellen musste, weichen die Verbrauchswerte in den Prospekten teilweise bis zu 30% von den realen Werten ab. Hier sieht der Verein ein Defizit für die Kunden

Hier können sie reale Verbrauchswerte von Fahrzeugen vergleichen.

Außerdem war der Vorschlag der Politik zu den neuen Grenzwerten sehr Unternehmer-freundlich. So sollten die Grenzwerte im Durchschnitt gelten, für die gesamte verkaufte Flotte des Herstellers. Und Elektrofahrzeuge hätten als sogenannte „Supercredits“ doppelt gezählt (Anm.: Doppelt von was? Sie stoßen doch kein CO2 oder NOx aus – wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. Wovon dann also das doppelte bilden? Null mal Null ist Null, das wussten schon die Karnevalisten!).

Es sei völlig richtig, dass sich die Regierung und die Kanzlerin persönlich für die Interessen der deutschen Autoindustrie einsetzten (Vize-Regierungssprecher Georg Streiter)

Gleichzeitig brauchen wir aber auch eine faire Lösung, die den Besonderheiten der deutschen Automobilindustrie Rechnung trägt (Vize-Regierungssprecher Georg Streiter)

Es geht ja hier auch um Autos (Vize-Regierungssprecher Georg Streiter)

Quelle für die Zitate.

Wo bleiben die Interessen der Bürger?

 

Autoindustrie hat Wünsche


Die deutsche Autoindustrie hat Wünsche an die Politik und die wurden von Matthias Wissmann unlängst vorgetragen. Er hat einen Bettelbrief geschrieben, in dem er fordert, dass es nicht sein kann, dass

wir unser leistungsfähiges und starkes Premiumsegment, das fast 60 Prozent der Arbeitsplätze unserer Automobilhersteller in Deutschland ausmacht, über willkürlich gesetzte Grenzwerte buchstäblich kaputt regulieren lassen. (Quelle Spiegel)

Die Autoindustrie hat Angst vor den Klimazielen der EU und den neuen Grenzwerten von 130 Mikrogramm CO2 pro Kilometer bis 2015, 95 Mikrogramm bis 2020 und 68 bis 78 Mikrogramm bis 2025 (Quelle Spiegel, und  Tagesspiegel). Einige Autohersteller, hier vorallem die deutschen Hersteller BMW und Mercedes (Quelle: Spiegel, siehe oben) mit dem Premiumsegment, haben deshalb den Plan entwickelt ihre Flotte mit Elektrofahrzeugen und einigen verbrauchsarmen Klein- und Kleinstwagen aufzuhübschen um sich diese besonders guten Werte dann als sogenannte „Supercredits“ auf ihr Gesamtflottenprogramm anrechnen zu lassen. Ein gebautes Elektroauto wird dabei zwei oder dreifach auf die Edellimousinen angerechnet, somit werden im Durchschnitt die geforderten EU-Grenzwerte erreicht. (Quelle: Spiegel, siehe oben)

Die Hersteller können sich ihre Bilanzen schönrechnen, so der Experte Gerd Lottsiepen vom VCD. Er und andere Umweltverbände fordern deutlich ambitioniertere Grenzwerte einzuführen, zum Beispiel 60 Mikrogramm. Sie kritisieren auch die Mehrfachanrechnung von Elektrofahrzeugen, zum Beispiel soll jedes Elektrofahrzeug 1,3-mal angerechnet werden. (Quelle Tagesspiegel, siehe oben)

Kritisiert werden auch die Messmethoden, mit denen die Verbräuche der Fahrzeuge ermittelt werden. Diese Messmethoden finden unter vergleichbaren Laborbedingungen statt, die Realität auf der Straße sieht aber anders aus. Jeder Fahrer ist individuell und somit verbrauchen die Fahrzeuge teilweise deutlich mehr als angegeben. Das ärgert nicht nur den Kunden sondern auch die Umweltverbände, die fordern, dass diese Messmethoden an die Realität angeglichen werden um den wahren Verbrauch anzugeben. (Quelle Strom-Magazin)