Schlagwort-Archive: Automobilindustrie

Presseerklärung der Bürgerinitiative Neckartor zum Entwurf des 3. Luftreinhalteplans


Sehr geehrte Damen und Herren,
am 19. Juli 2017 wird das Verwaltungsgericht Stuttgart beurteilen ob die
vorgeschlagenen Maßnahmen des Regierungspräsidiums geeignet sind die EU
Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub nach 12 Jahren permanenter
unzulässiger Überschreitung endlich einzuhalten. Die EU verabschiedete 1996
eine Rahmenrichtlinie über die Beurteilung und die Kontrolle der
Außenluftqualität. Dieser folgte im Jahr 1999 eine Einzelrichtlinie, in der
Grenzwerte für PM10 und die Schadstoffe Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und
Blei festgelegt wurden. Ziel dieser EU-Gesetze war und ist uns Menschen vor
krankmachender, tödlicher Luftschadstoffkonzentration zu schützen. Weiterlesen

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Gründe, die gegen eine E-Auto-Prämie sprechen


Wie der Spiegel und andere Medien melden, ist die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge beschlossene Sache. Weiterlesen

Neues von Dieselgate, Presseschau


Eine kleine Presseschau zum Dieselgate-Skandal.

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Wie viele Arbeitsplätze hängen wirklich am Auto?


Im Zuge des derzeitigen Diesel-Gate-Skandals wieder die ominöse Zahl Sieben genannt. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland würde angeblich von der Automobilindustrie abhängen. Deshalb dürfe man die Industrie jetzt im Skandal um gefälschte Abgase nicht zu sehr an die Kandarre nehmen.

Aber wieviele Arbeitsplätze hängen denn wirklich vom Automobil ab?

Es gibt Zahlen die zwischen jedem siebten und jedem siebenundzwanzigstem Arbeitsplatz schwanken.

Fakt ist, dass im Jahre 2009 rund 750.000 Menschen direkt in der Automobilindustrie beschäftigt waren. Aber dann fangen die Spekulationen an. Was kann noch zu diesen Arbeitsplätzen hinzugezählt werden? Die Zulieferindustrie? Die freien Autohändler? Werkstätten? Tankstellen? Versicherungsvertreter? Bankkaufleute? Polizeibeamte? Mitarbeiter der Ordnungsämter? Beschäftigte im Gesundheitsbereich?

Und so kommt die hohe Anzahl von Arbeitsplätzen zu Stande, die vom Automobil abhängig ist. Wenn man so argumentieren will, dann sind sogar die Angestellten von Bäckereien und Supermärkte von der Autoindustrie abhängig, da sie morgens früh ab 5 Uhr von den Pendlern in den großen Fabriken profitieren.

Wenn man dagegen berücksichtigt, dass ein Arbeiter in einer Auto-Fabrik auch Fahrräder oder Lokomotiven zusammen bauen könnte, dann wird der tatsächliche Verlust an Arbeitsplätzen, der durch einen Umbruch oder Strukturwandel in der Automobilindustrie entstehen würde, winzig klein. Vor allem dann, wenn man bedenkt dass die Technik im Inneren von PKW und Lokomotive sich nicht grundsätzlich unterscheidet. Auch haben viele Autobauer mit Fahrrädern oder anderen Fahrzeugen begonnen.

Produziert zum wegschmeißen


Wir bohren mehrere Kilometer tief in die Erde, in der Tiefsee, in der Antarktis, um Öl zu fördern aus dem dann Plastikfolie hergestellt wird, die nur wenige Tage bis Wochen „überleben“ wird. Salat wird auf dem Feld geerntet, in die Folie eingewickelt und spätestens nach zwei Tagen sind die meisten Köpfe verkauft, die Kunden wickeln den Salat aus und werfen die Folie weg. Die nicht verkauften Köpfe landen sowieso auf dem Müll. Produziert zum wegschmeißen!

Ein besonders krasses Beispiel für unsere Wegwerfgesellschaft bietet jetzt die Autoindustrie.

Hunderttausende Fahrzeuge werden auf Halde produziert, weil man die Fabriken nicht einfach so „anhalten“ kann. Verträge zwingen die Autohersteller Vorprodukte von Lieferanten abzunehmen, Arbeitszeitverträge sichern den Arbeitern Arbeitszeit und Lohn zu, die laufenden Kosten für die Grundstücke, auf denen die Werke stehen, setzen den Firmen zusätzlich zu. Deshalb wird lieber unvermindert weiter produziert, anstatt mal einen Gang zurückzuschalten. Die Autos werden dann von großen Autohändlern tageweise zugelassen oder an andere Firmen abgegeben, die den Fahrzeugbestand nur „verwalten“. So wird die Zulassungsstatistik verfälscht und stark geschönt. Jeder dritte Neuwagen in Deutschland ist auf einen Händler zugelassen. Laut der konzerneigenen Mercedes-Benz-Bank ist inzwischen jedes zweite Auto über Kredit oder Leasing-Verträge finanziert. Bahnt sich da eine neue Kredit-Blase an, ähnlich den Immobilienblasen in Amerika oder Spanien? Zumindest die Fahrzeuge der Autohändler stehen nur herum, auf riesigen „Parkplätzen“ in der Pampa und rosten vor sich hin, die wenigsten auf den Ausstellungsflächen in den Autohäusern. Die Leasing- oder Kreditfinanzierten Fahrzeuge werden wenigstens benutzt.

Während die US-Air Force und die gesamte Welt-Luftfahrtindustrie ihre zeitweise nicht gebrauchten Maschinen in der Wüste von Arizona lagert in der es extrem trocken ist, stehen die Fahrzeuge europäischer Autohersteller im italienischen Civitavecchia im Hafen (und sind damit Salzwasser ausgesetzt), in Russland auf einer nicht mehr genutzten Landebahn in der Nähe von Sankt Petersburg oder im englischen Oxfordshire (wo es nicht gerade sehr trocken ist wie in Arizona). Scheinbar sind die Kosten für diese Parkplätze so gering, dass es sich eher lohnt die Fahrzeuge zu lagern anstatt sie mit großzügigem Rabatt zu verkaufen.

Siehe DWN.

Siehe auch unseren Artikel zu „Der Lack ist ab„.