Schlagwort-Archive: B10

Kommentar zum mittleren Ring


Dieser Kommentar bezieht sich unter anderem auf den vorherigen Beitrag, der von S21-Irrtum kopiert wurde und auf zwei weitere Beiträge vom 07. Jan. 2011 und 07. Dez. 2010 auf dem gleichen Blog S21-Irrtum. In all diesen Beiträgen geht es um den sogenannten Mittleren Ring, ein Straßenbauprojekt, das den Stuttgarter Talkessel vom Durchgangsverkehr entlasten soll. In der derzeitigen Feinstaubdiskussion sind die Pläne für den Mittleren Ring wieder aus den Schubladen gezogen worden, in denen sie seit Jahren verstauben. Weiterlesen

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Filderauffahrt füllt das Sommerloch


Das Sommerloch ist in Stuttgart anscheinend so groß, dass man die uralten, stinkenden Socken mit Namen Filderauffahrt und Nord-Ost-Ring wieder einmal aus der Schublade ziehen muss. Weiterlesen

Die Filderauffahrt ist noch lang nicht vom Tisch


Die Filderauffahrt ist so gut wie abgehakt. Aber eben nur so gut wie. So lange das Thema Verkehr auf dem Tisch ist, wird auch die Filderauffahrt immer wieder aus der Schublade der Verkehrsentwicklung herausgekramt werden.

Die Filderauffahrt ist – genau wie der Rosensteintunnel derzeit – ein Projekt, dem viele Eigenschaften zugesprochen werden. Entlastung für Stadtbezirke, weniger Verkehr, weniger Feinstaub, weniger Luftschadstoffe.

Die Filderauffahrt ist genau wie der Rosensteintunnel ein Projekt, dass Verkehr kanalisieren soll um so Stadtgebiete zu entlasten.

Über die „entlastende Wirkung“ von neuen Straßen haben wir bereits berichtet.

Aber was genau ist die Filderauffahrt und was würde sie bringen?

Die Geschichte reicht viele Jahre zurück. Die Filderauffahrt ist Teil einer geplanten aber inzwischen aufgegebenen Autobahn A85 von Schwäbisch Hall über Stuttgart und Reutlingen bis zum Bodensee/ Ravensburg. Hauptbestandteil der daraufhin angefertigten Planung sollten drei einröhrige Tunnel sein (Steinenberg-, Lederberg- und Haschbergtunnel), die Hedelfingen, Heumaden und Riedenberg unterqueren.

Zur Zeit ist die Filderauffahrt allerdings nur noch ein regionales oder sogar nur noch ein städtisches Projekt, dem die Finanzierung fehlt. Die Autobahnpläne lassen sich derzeit wahrscheinlich nicht umsetzen. Somit dient die Filderauffahrt nur dem regionalen Verkehr, der von der B10 kommend auf die Fildern fahren will. Derzeit geht das nur über die bestehende L1198 (Hedelfinger Filderauffahrt), über die bestehende K1271 (Esslinger Weilstraße, Champagnestraße, Hohenheimer Straße und Breslauer Straße) oder die bestehende L1192/ L1202 von Oberesslingen aus. CDU-Bezirksbeiräte aus Stuttgart Ost und Hedelfingen kritisieren das und fordern die Filderauffahrt, dadurch würden Stadtteile wie Ost und Hedelfingen entlastet.

Dass neue Straßen aber vor allem für neuen Verkehr sorgen wird gern übersehen. Gerade weil die alten Straßen nicht im gleichen Maße zurückgebaut werden wie die neuen Straßen ausgebaut werden entsteht neuer Verkehr.

Der Krieg der Einkaufszentren Teil 10


Alle Teile dieser Serie hier lesen.

Im Stadtgebiet gibt es seit einigen Jahren tausende Quadratmeter, die zur Bebauung freigegeben sind oder teilweise schon bebaut sind: Das alte Güterbahnhofareal hinter dem Hauptbahnhof, das alte Güterbahnhofareal in Bad Cannstatt, die alte Messe auf dem Killesberg und ein Teilbereich des inneren Nordbahnhofs um nur einige Beispiele zu nennen. Dies hat natürlich Begehrlichkeiten geweckt, jeder Investor, jeder Bauunternehmer will der Erste sein und ein Stück von diesem Milliarden-schweren Kuchen abgreifen – und wenn es nur ein Krümel ist.

Gerüchteweise war ein großes Möbelhaus einige Zeit als Mieter am Hauptbahnhof im Zentrum im Gespräch. Dies wurde aber schnell wegen der hohen Mieten und wegen der stauanfälligen Straßen verworfen. Aber bereits im Jahr 2010 zeigte sich dieser Möbelvermarkter am Neckarpark interessiert. Aufgrund des „Beigeschäfts“ aus Haushaltswaren, Bettwäsche, Gardinen und Dekoartikeln und anderen sogenannten innenstadtrelevanten Artikeln wurde dies bisher aber vom Gemeinderat abgelehnt. Im März dieses Jahres war dieses Möbelgeschäft in der Stadt „nicht willkommen„. Jetzt will man wieder miteinander reden, das innenstadtrelevante Sortiment bleibt aber ein Knackpunkt. Gesucht wird ein Standort im südöstlichen Bereich an der Bundesstraße B10. Eine Karte hier im Artikel zeigt die  großen Häuser der Region.

In einem ähnlichen Fall im Westen dreht es sich auch um zentrenrelevante Artikel, nämlich Lampen, Bilder und -rahmen, und ebenfalls Gardinen und Wäsche für den Haushalt. Der Baumarkt im Gewerbegebiet Hinterer Vogelsang/ Unter dem Birkenkopf wollte im Jahr 2011 eine weitere 800 qm große Halle bauen und das Sortiment vergrößern (Fläche dann insgesamt 1800 qm), allerdings vor allem mit Artikeln für Großverbraucher und Handwerker wie Farben, Putze und Baustoffen. Endverbraucher waren hier weniger die Zielgruppe. Die Bauvoranfrage ging dann im Jahr 2012 aber nicht vom Grundstückspächter, dem Baumarkt, ein, sondern vom Grundstückseigentümer. Diese Voranfrage wurde positiv beschieden.

Bei der Bearbeitung des nachfolgenden Bauantrags fiel dann allerdings auf, dass das Sortiment Artikel enthielt, die für einen großen Endverbrauchermarkt typisch sind. Weiterhin sollte dieser Markt jetzt 5000 qm groß sein. (Anm.: Aus den beiden Artikeln geht nicht hervor ob der Bauantrag genehmigt ist oder nicht. Am 23.10. schreibt die Autorin, dass die Prüfung ausgesetzt ist. Am 18.10. hat ein anderer Autor noch von einer Genehmigung geschrieben.) Auch hier ist das zentrumsrelevante Sortiment wieder der Knackpunkt.

Beide Fälle zeigen aber deutlich, dass die großen Fachmärkte in die (Innen-) Städte drängen. Große Warenhäuser, Modehäuser und Elektrofachmärkte sind ja bereits seit vielen Jahren in den Innenstädten beheimatet. Die großen Möbelhäuser und Baumärkte waren aber bisher meistens auf der grünen Wiese zu finden. Dort sind die Grundstückspreise günstig – so günstig, dass man mehrere 10.000 qm Verkaufsfläche inklusive Parkplätzen für weit mehr als 1000 Kunden belegen kann (siehe die Karte hier im Artikel). Und diese Märkte sind zumeist komplett auf das Auto ausgerichtet, Verbindungen mit dem ÖPNV sind eher schlecht.

Der Umsatz im Einzelhandel in der Region Stuttgart beträgt nach Auskunft der IHK in Böblingen 14 Milliarden Euro pro Jahr. Deswegen suchen die großen Möbel- und Heimwerkemärkte, aber auch große Fachgeschäfte für Sportartikel, verstärkt nach Standorten in der Stadt, in der Nähe von großen Wohngebieten, zum Beispiel der große Baumarkt zwischen Unter- und Obertürkheim oder im Feuerbacher Roserareal. Das große Sportfachgeschäft in Esslingen und der große Möbelmarkt in Esslingen, jeweils am Rande eines Wohngebiets, sind weitere Beispiele. Diese Geschäfte sind nach Auskunft einer Unternehmensberatung in der Landeshauptstadt unterrepräsentiert. Sie bilden dabei nicht nur eine Konkurrenz zur Wohnbebauung, da auch viele neue Bewohner in die Städte drängen und Wohnraum suchen, so der Experte der Unternehmensberatung. Auch die kleinen Geschäfte und traditionellen Fachmäkrte in den Vierteln haben darunter zu leiden.

Auch hier will also jeder der Erste sein um einen möglichst großen Krümel zu ergattern. Der Boden der Städte ist heiß umkämpft.

Grüne Verkehrswende landet als lahmer Bettvorleger


Die groß angekündigte Grüne Verkehrswende landet als lahmer Bettvorleger. Das ist das Fazit, dass man auf Landesebene ziehen muss.

Der Baden-württembergische BUND kritisiert in seiner Pressemitteilung vom 1.10. den neuen Maßnahmenplan zur Anmeldung von Verkehrsprojekten. Der Plan weise in die falsche Richtung und setze die Politik der Vorgängerregierung fort, wird bemängelt. Außerdem sei kein ganzheitlicher umweltstrategischer Ansatz zu erkennen, belastende Verkehrsprojekte gar nicht erst anzumelden. Es werde nicht geprüft, ob es Alternativen zum Straßenneubau gebe, wie zum Beispiel Ausbau des bestehenden ÖPNV, Verkehrslenkung oder -beruhigung. Insgesamt umfasst der Plan nach Angaben des BUND 158 Autobahn- und Bundesstraßenprojekte für über 11 Milliarden Euro, davon sind allein 103 Projekte Neubauten.

Ein bereits seit vielen Jahren geplantes Projekt ist der Ausbau der B10, in Stuttgart wird dafür der Rosensteintunnel gebaut.