Schlagwort-Archive: Dicke Luft

Wie gravierend ist das Stickoxid-Problem?


Die deutsche Umwelthilfe hat im Stuttgarter Talkessel Messungen gemacht, um damit ihre Klage gegen die Stadt Stuttgart zu untermauern. Sie hat am Hauptbahnhof, an der Römer-Schule, am Stöckach vor dem Zeppelingymnasium, vor dem Kindergarten der Lukasgemeinde in der Schwarenbergstraße und vor dem Katharinenhospital gemessen. Dabei sind vor allem die Busse der SSB (bis zu 1200 Mikrogramm bei einem älteren Modell) auffällig gewesen und Personen-KFZ der neueren Baureihen bekannter Hersteller (der Artikel nennt Opel mit bis zu 400 Mikrogramm in Fahrt, 1000 Mikrogramm beim Anfahren).

Die Wirkung von Stickoxiden ist hier beschrieben. Weiterlesen

Anfrage der Freunde des Wagenburgplatzes an den Gemeinderat


Diese Anfrage der Freunde des Wagenburgplatzes liegt uns vor. Sie ging an den OB Fritz Kuhn, an die Leiterin des Schulverwaltungsamtes Karin Korn, an die Gemeinderatsmitglieder Alexander Kotz (CDU), Martin Körner (SPD), Anna Deparnay-Grunenberg (Grüne), Tom Adler und Hannes Rockenbauch (SÖS-Linke-PLuS) und Jürgen Zeeb (FW).  Weitere Empfänger waren Mitglieder des Bezirksbeirates Stuttgart Ost und die Lokalredaktion -Ost der Stuttgarter Zeitung. Die Verknüpfungen wurden von uns (BI Neckartor) hinzugefügt, da wir bereits über das Thema Bebauung des Wagenburgplatzes mit Raumcontainern als Übergangslösung für eine Schulsanierung im Wagenburggymnasium berichtet haben. Weiterlesen

Aktiv werden – Bilder


Wie auf der Montagsdemo am 04. Mai 2015 angekündigt, standen einige aktive  Menschen, die sich für das Thema Feinstaub und Verkehrsentwicklung interessieren, am Freitag nachmittag auf dem Dunantsteg am Neckartor und haben dort mit Transparenten auf die Situation der Anwohner am Neckartor hingewiesen. Einige waren auch – passend zum Thema – gleich mit Staubmasken gekommen.

Wenn Sie freitags an diesen Aktionen teilnehmen möchten, dann kommen Sie ab 17:30 Uhr auf den Dunantsteg. Selbstgemachte Transparente sind gern willkommen. Sie können aber auch gern in einer eigenen Aktion auf jeder anderen Brücke, die über eine vielbefahrene Straße führt oder an jedem anderen Tag in der Woche identische Aktionen mit ihren Nachbarn ausführen. Diese Aktion ist ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen.

Hinweis: Dies ist keine Demonstration und auch nicht als solche angemeldet. Es wird kein Verkehr behindert, blockiert, gefährdet oder sonstige Gewalt ausgeübt. Jeder, der zur angegebenen Uhrzeit auf der Brücke erscheint, ist in eigener Verantwortung dort. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass eventuell mitgebrachte Transparente sicher sein müssen und nicht auf die Straße fallen oder hängen dürfen.

Luftreinhalteplan fortgeschrieben


Der BUND, der VCD, das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart KUS und die Bürgerinitiative Neckartor kritisieren die Fortschreibung des Luftreinhalteplans als unzureichend. Der VCD, KUS und die BI Neckartor haben dazu eine gemeinsame Presseerklärung verfasst StNahmeLuftreinhalteplanRP30.9.2014 und einen Einspruch beim Regierungspräsidium eingereicht. Auch der BUND hat eine Presseerklärung veröffentlicht.

Der BUND kritisiert unter anderen, dass nur 4 Steigungsstrecken mit Tempo 40 vorgesehen sind anstatt geplanten 12. Kritisiert werden außerdem das Verkehrskonzept rund um das Milaneo, dass vor allem auf kaufkräftige Kunden aus der Region setzt und dass das Parkraummanagement nicht kurzfristig und großflächig auf Mitte und Bad Cannstatt angewendet wird.

Weitere Informationen:
Landesnaturschutzverband LNV

Luftreinhalteplan für den Regierungsbezirk Stuttgart

Wann können wir wieder richtig durchatmen?


die Rußfrei-fürs-Klima-Verbändekampagne (http://www.russfrei-fuers-klima.de), ein Zusammenschluss aus BUND, DUH, NABU und VCD, veranstaltet am Montag, 5.5., 18:30 bis 20:30 Uhr eine Podiumsdiskussion anlässlich der Europa- und Kommunalwahl mit dem Titel „Saubere Luft für Stuttgart – Wann können wir wieder richtig durchatmen“ in der Stuttgarter Liederhalle, Tagungsraum 22-24. Weiterlesen

Demo der BI Neckartor


Die Bürgerinitiative Neckartor plant für Samstag, den 10. Mai ab 15 Uhr eine Demonstration. Ziel ist das Landesverkehrsministerium am Österreichischen Platz, eine Zwischenkundgebung von etwa 15 Minuten Dauer wird an der Messstation Neckartor sein. Genauere Infos folgen in den nächsten Tagen.

Hier das Flugblatt zum Ausdrucken und verteilen: Demo Flyer 2014.

Und nachfolgend unsere Presseerklärung zur Demo, die an Zeitungen und Journalisten verschickt wurde:

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Vorankündigung: Demo der BI Neckartor


Die Bürgerinitiative Neckartor plant für den 10. Mai ab 15 Uhr eine Demonstration. Ziel ist das Landesverkehrsministerium am Österreichischen Platz, eine Zwischenkundgebung von etwa 15 Minuten Dauer wird an der Messstation Neckartor sein. Genauere Infos folgen in den nächsten Tagen.

Was hat S21 mit Feinstaub zu tun?


S21 hat sehr viel mit Feinstaub zu tun. Da gibt es zum Einen den Aspekt des Rückbaus bzw. der „Verschlimmbesserung“ bestehender Infrastruktur, die zu mehr Auto- und LKW-Verkehr führen wird. Aber dies soll hier nicht das Thema sein. Es geht viel mehr um die Baulogistikstraßen für die An- und Abfuhr von Baustoffen und Aushub von den S21-Baustellen. Am 18.4. fand im Gemeindehaus der Martinskirche in Nord eine Veranstaltung der Bahn statt auf der die Planung für die Logistikstraßen im Bereich Rosenstein- und Nordbahnhofviertel dargestellt wurde. Dort wurde diese Präsentation gezeigt: 20130418_Stadtbezirk_Nord-Bauarbeiten_2013 (Wir gehen davon aus, dass es ein öffentliches Interesse an diesen Informationen gibt und das es also im Sinne der Baufirmen und der Bahn liegt, dass diese Informationen möglichst breit gestreut werden. Falls dem nicht so sein sollte bitten wir um einen kurzen Hinweis, dann werden wir die Datei entfernen).

Die Anwohner im Bereich Rosensteinstraße und Nordbahnhofstraße befürchten jetzt also, dass der LKW-Verkehr bei ihnen vor der Tür zu einer Lärmbelastung und Luftverschmutzung führen wird. Dazu kommt noch, dass die Logistikstraße überhaupt nicht rechtzeitig fertig wird und die LKW dann auf öffentlichen Straßen fahren müssen. Siehe dazu unter anderem unseren Artikel Wahnsinn im Quadrat. Aktualisiert: Die Befürchtungen der Bewohner sind eingetreten, siehe den Artikel LKW-Terror.

Auf der oben genannten Präsentation wurde darauf hingewiesen, dass der Aushub der Baugruben nicht mehr in offenen Schüttgutlastern zur Logistikfläche im Inneren Nordbahnhof gefahren werden soll, auf der er dann abgekippt werden sollte um mit Baggern auf die Züge verladen zu werden. Stattdessen will man jetzt geschlossene Behälter mit Deckel verwenden, die dann von einem Kran auf die Züge gestellt werden sollen. Das soll kostengünstiger sein und vor allem weniger staubanfällig. Man kann also auf den Baustellen immer noch etwas anders machen um Geld und Aufwand zu sparen.

Da die Straßen aber nicht rechtzeitig fertig werden, müssen die Laster zur Abfuhr von Aushub über öffentliche Straßen fahren. Weiterhin wurde gesagt, dass die Anfuhr von Baustoffen sowieso schon immer über die öffentlichen Straßen erfolgen sollte.

Eine uns bekannte Aktive aus dem Netzwerk Kernerviertel hat daraufhin also die Deutsche Umwelthilfe angeschrieben, die etwa vor zwei Jahren erfolgreich gegen die Deutsche Bahn geklagt hat wegen Verletzung von Luftreinhalteauflagen. Sie wollte wissen, ob es denn jetzt strenge Auflagen für die Baumaschinen gibt.

Jetzt hat die DB AG angekündigt, in diesem Sommer mit den ersten Tiefbauarbeiten zu starten, wenn auch wegen des noch laufenden Genehmigungsverfahren für die doppelte Grundwasserentnahmemenge nur mit „halber Kraft“. Im Rahmen dieser 7. Planänderung hat nun die DB AG in einer aktuellen Stellungnahme zu den wiederkehrenden Einwendungen in Punkt 10.2. Seite 51* erklärt, dass auf den Baustellen bei Stuttgart 21 die Unternehmen verpflichtet seien, Dieselfahrzeuge mit Rußpartikelfiltern auszustatten, soweit keine technischen Besonderheiten (z.B. der Nachweis der Nichtnachrüstbarkeit) etwas anderes zulassen.

Die Stellungnahme der Bahn vom 29.4. ist hier

Darauf hat die DUH folgendes geantwortet (das Antwortschreiben wurde uns von der Aktiven freundlicherweise zur Verfügung gestellt):

Es ist so, dass die Bahn bzw. die auf der Baustelle tätigen Unternehmen nachweisen müssen, dass eine Maschine, die zu bestimmtem Zweck eingesetzt wird, nicht nachrüstbar ist – und nicht die aktuell von der Firma für den Einsatz vorgesehene Maschine.

Wenn Firma A also einen alten Bagger einsetzen möchte, der nicht nachrüstbar ist, dann nutzt ihr der Nachweis nichts, da andere Bagger, die zum gleichen Zweck eingesetzt werden können, nachrüstbar sind bzw. nachgerüstet verfügbar sind.

Von daher ist die Möglichkeit, die alten Möhrchen ungeniert einzusetzen, so nicht gegeben. Es gibt allerdings Ausnahmen, das ist auch richtig. So sind beim Umsetzen großer Bäume Maschinen zum Einsatz gekommen, die es nur in sehr geringer Stückzahl gibt und die unter Umständen tatsächlich nicht nachrüstbar sind. Denn wenn es auch viele Systeme für zahlreiche Anwendungen gibt, so gibt es sie nicht für alle, denn auch für die Hersteller muss ein entsprechender Absatzmarkt in Sicht sein, damit er aufwändige Entwicklung und Zertifizierung in Kauf nimmt.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns über den weiteren Verlauf informieren könnten, denn in jedem Fall wird es gut sein, Bauherren und Bauträger wissen zu lassen, dass man sie im Blick behält.

Die Bahn hat ja, wie Sie vielleicht wissen, eine veränderte Ausschreibungspraxis angekündigt und will nun – in einem ersten Schritt – auf allen innerstädtischen Baustellen Partikelfilter vorschreiben. Zwar auch hier mit Stufenregelung und der Möglichkeit von Ausnahmen, aber dennoch begrüßen wir das ausdrücklich, sind natürlich gleichzeitig sehr darauf bedacht, dass es auch in den laufenden Konkretisierungsschritten eine ambitionierte Regelung bleibt, die anderen Unternehmen und Kommunen als Vorbild dienen kann.

Formal zuständig für die Einhaltung der Auflagen ist das Eisenbahnbundesamt. Auch die BG Bau kontrolliert die Einhaltung von Auflagen (zur Sicherheit / Arbeitsschutz allgemein, aber auch zur Filterfrage). Wir haben auch Auskunft darüber, dass ein Vertreter der IG Bau regelmäßig kontrolliert. Die Stadt ist hier meines Wissens nicht in der Pflicht. Die von der Stadt formulierten Anweisungen zur Emissionsminderung auf Großbaustellen sehen einen Dieselpartikelfilter nur als Empfehlung vor.

Lkw erkennen Sie an der grünen Plakette – keine grüne Plakette, kein Filter. Die Baumaschinen mit Filter kann man manchmal am Filter erkennen, der außen nachträglich anmontiert ist, allgemein aber auch daran, dass keine schwarzen Rußflächen um den Auspuff herum zu sehen sind.

Der Auftragnehmer muss durch einen Sachverständigen nachweisen lassen, dass für das von ihm eingesetzte Gerät kein Filter verfügbar ist. Eine solche Bescheinigung muss er dann immer im Gerät mitführen, wenn er es auf der Basis einer Ausnahmegenehmigung einsetzt.

Von einer darüber hinaus gehenden Stufenregelung oder so wüsste ich jetzt nichts.

Trotz der Auflagen wird die Umgebung einer hohen Belastung ausgesetzt werden mit dem hohen LkW Aufkommen. Und auch wenn diese LKW alle eine grüne Plakette haben, sie stoßen immer noch Abgase aus und machen Lärm. Umso wichtiger, auf die Einhaltung der bestehenden Regeln zu achten.

Fazit aus der Antwort der DUH:

  1. Es gibt die Auflage, dass nur noch Fahrzeuge mit Partikelfiltern eingesetzt werden sollen. Dies wird in den Ausschreibungen an die Sub-Unternehmer wohl auch so gefordert.
  2. Fahrzeuge mit Filtertechnik erkennt man an den grünen Plaketten. Keine grüne Plakette = kein Filter. Baumaschinen haben keine Plakette, dafür aber einen dicken silbern glänzenden Zylinder im letzten Abschnitt der Abgasanlage. Außerdem treten bei ihnen keine dicken schwarzen Rauchschwaden aus dem Auspuff aus.
  3. Befürchtungen, dass trotzdem ältere Maschinen eingesetzt werden sind begründet, da die Firmen unter einem extrem hohen Kosten- und Zeitdruck stehen.
  4. Ob die Forderung nach Filtertechnik bis zu dem letzten Sub-Sub-Subunternehmer aus dem (nicht-) europäischen Ausland durchdringt darf ebenso bezweifelt werden.
  5. Bürger sind aufgefordert, die Fahrzeuge ohne Filter an die DUH oder die Berufsgenossenschaft Bau zu melden, am besten mit Kennzeichen. Fotos sind am besten.
  6. Trotz Plakette und Filtertechnik wird es immer noch eine hohe Belastung geben. Lärm, Staub, Dreck, Abgase werden ein Problem bleiben.

Unser Brief an Fritz Kuhn


Stuttgart, 27. April 2013

Sehr geehrter Herr Kuhn,

auch wenn schon einige Wochen vergangen sind, seit Sie Ihr Amt als unser neuer Oberbürgermeister angetreten haben, möchten wir Ihnen ganz herzlich gratulieren und wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Einsatz zum Wohl der Bürger dieser Stadt.

Wir sind die Bürgerinitiative Neckartor. Uns gibt es seit 2006.
Im Kampf gegen die Feinstaubbelastung hatten im Jahr 2005 zwei Stuttgarter Bürger auf dem Klageweg einen Erfolg erzielt. Das Stuttgarter Verwaltungsgericht verpflichtete das Regierungspräsidium Stuttgart dazu, einen Aktionsplan gegen die überhöhten Feinstaubwerte zu erstellen. Das Medienecho auf diesen Vorgang war die Initialzündung für die Gründung unserer Bürgerinitiative.

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Feinstaub, es nimmt einfach kein Ende!


Die aktuelle Anzahl der gemessenen Feinstaubwerte am Neckartor offenbart es: 53 Überschreitungen seit Jahresbeginn, die zulässige Grenze von 35 Überschreitungen wurde nach Angaben der StZ schon am 16. März überschritten. (Anmerkung: Aufgrund der Messmethode mit Filterscheiben, durch die Luft hindurch gesogen wird und auf denen dann die Partikel ausgezählt werden ist es dem LUBW nicht möglich, tagesaktuelle Werte zu veröffentlichen, dieses Verfahren wird von der EU-vorgeschrieben, es ist genau und bietet es gesicherte Wertebasis; um tagesaktuelle Werte zu veröffentlichen, müssten PC-gestützte Simulationen erstellt werden die mit Kontrollmessungen bestätigt werden, das ist aufwendiger und teurer aber eben auch ungenauer). Beachten Sie bitte auch den Kommentar vom Redakteur Schulz-Braunschmidt: Trauerspiel am Neckartor

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