Schlagwort-Archive: Einkaufszentrum

Luftreinhalteplan fortgeschrieben


Der BUND, der VCD, das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart KUS und die Bürgerinitiative Neckartor kritisieren die Fortschreibung des Luftreinhalteplans als unzureichend. Der VCD, KUS und die BI Neckartor haben dazu eine gemeinsame Presseerklärung verfasst StNahmeLuftreinhalteplanRP30.9.2014 und einen Einspruch beim Regierungspräsidium eingereicht. Auch der BUND hat eine Presseerklärung veröffentlicht.

Der BUND kritisiert unter anderen, dass nur 4 Steigungsstrecken mit Tempo 40 vorgesehen sind anstatt geplanten 12. Kritisiert werden außerdem das Verkehrskonzept rund um das Milaneo, dass vor allem auf kaufkräftige Kunden aus der Region setzt und dass das Parkraummanagement nicht kurzfristig und großflächig auf Mitte und Bad Cannstatt angewendet wird.

Weitere Informationen:
Landesnaturschutzverband LNV

Luftreinhalteplan für den Regierungsbezirk Stuttgart

Schadet man wirklich der Wirtschaft, wenn man die Autofahrten reduzieren will?


Hier die nackten Zahlen einer ADAC Studie „Mobilität in Deutschland“ von 2010. Prozentuale Verteilung der Anzahl der Wege nach dem Wegezweck
32 % Freizeit
21 % Einkauf
14 % Arbeit
12 % Erledigung
8 % Begleitung
7 % dienstlich
6 % Ausbildung

Quelle: ADAC Seite 12

Interessant dabei ist, dass die Arbeit bzw. dienstliche Zwecke einen sehr großen Anteil ausmachen. Fast 23 Minuten (oder 8 Kilometer) werden für Ausbildung, 40 Minuten für dienstliche Zwecke (20 Kilometer) und rund 27 Minuten für den Weg zur Arbeit (fast 18 Kilometer) ausgegeben. Diese werden zu 55% mit dem motorisierten Individualverkehr zurückgelegt (als Selbstfahrer) zuzüglich 24% als Beifahrer. Nur jeweils 3% legen den Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück, 15% mit dem ÖPNV.

Dabei sind gerade Strecken mit 10 bis 15 Kilometern Länge noch sehr gut mit dem Fahrrad zu bewältigen.

Einige Firmen vergeben bereits Dienstfahrräder an ihre Mitarbeiter, anstatt Dienstfahrzeugen.

Dank an Carl vs. Karl

Joe Bauer zu Konsumtempeln


Joe Bauer steht in Volker Gegenheimer’s Kiosk in der Paulinenstraße und siniert über das Gerber auf der anderen Straßenseite gegenüber:

[…] Entsprechend steht vor Gegenheimers Tür das neue Einkaufszentrum mit seinen Luxus-Wohnungen herum, als hätte man in einem ausgebombten Wohngebiet eine Videokulisse für Lifestyle-Reklame hingestellt, die bald wieder abgeholt wird. Dem sogenannten Gerber, einer Ausgeburt des Stuttgarter Einkaufkomplexes, hat man eine Art historischen Flurnamen verpasst, um den Marketing-Schwachsinn der Investoren zu unterstützen. Die werben mit dem Leitspruch „Hier wächst Stuttgart zusammen“, faseln etwas von einer „Verbindung der südlichen Innenstadt mit der Einkaufsmeile Königstraße“ und verweisen auf eine „urbane Mischnutzung“, weil es über ihrer Einkaufs- und Fressburg besagte Luxuswohnungen mit Aussicht gibt.

Da erscheint einem die andere Kaufsuchtanstalt mit dem blöden Namen Milaneo hinter dem Bahnhof fast harmlos: Der Protzhochbunker deckelt die Architektur der Stadtbibliothek, die dort sowieso nichts zu suchen hat, und steht an einer Stelle, wo er hinpasst, nämlich in der Glas- und Beton-Scheußlichkeit des Pariser Platzes: in meinem geliebten Quartier Crétin.

[…] Trotz fortschreitender Stadtzerstörung fällt es mir schwer, das Sterben des Einzelhandels, den Tod guter, origineller Geschäfte in Gesellschaft zu betrauern. Die Läden gehen ja auch zugrunde, weil viele Leute, die den Niedergang beklagen, oft genug selbst ihr Geld den vermeintlich billigeren Konzernketten in den Rachen werfen.

Quelle: Kontext: Wochenzeitung

Das Milaneo hat seinen Ruf schon weg bevor es überhaupt eröffnet hat. Im Internet und den Kommentaren der Stuttgarter Zeitungen macht der Begriff Müllaneo seine Runde.

Mehrere Gruppen rufen zu Protesten rund um die Eröffnung von Milaneo und dem Textilhändler Primark auf, der im Ruf steht von „katastrophalen“ (Björn Weber) Arbeitsbedingungen in Bangladesh zu profitieren, siehe Terminkalender der Parkschützer.

Weitere Informationen:

Soli-Komitee Wuppertal oder Das ist untragbar unterstützt von Medico International und der Kampagne für saubere Kleidung.

Durch den Kauf sozial, fair und regional produzierter Kleidung verhindern Sie nicht nur ausbeuterische Arbeitsbedingungen sondern reduzieren auch noch Wasser-, Pestizid- und Düngemittelverbrauch und reduzieren damit Kohlendioxid-, Kohlenmonoxid- und Feinstaubausstoß.

Klimafreundliche Mobilität


Im Radioprogramm von SWR2-Wissen wurde gestern, am 30. September, eine Sendung von 2013 wiederholt, in der es um Mobilität, deren Klimaschäden und mögliche Alternativen ging. Verknüpfung zu dem Beitrag am Ende dieses Artikels. Weiterlesen

Straßen machen Menschen krank!


Straßen machen die Menschen krank, noch mehr Straßen verursachen noch mehr Krankheiten.

Diesen Zusammenhang haben Wissenschaftler aus den USA nachgewiesen.

Mit zunehmender Anzahl von Kreuzungen und abnehmender Straßenbreite, das sind Straßen in Wohngebieten, die nicht schnell befahren werden können, nimmt auch die Zahl der Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Fettleibigkeit ab. Die Bewohner in kürzeren, engeren Straßen, kleinteiligen Wohnvierteln sind gesünder. Die Bewohner an langen, breiten Straßen mit wenigen Kreuzungen dagegen sind häufiger krank.

Bei großen Einkaufszentren und vielen Schnellrestaurants steigt ebenfalls die Zahl der Erkrankungen am Herz-Kreislaufsystem und die Zahl der Zuckererkrankungen/ Fettleibigkeit.

Eine Erklärung hierfür ist laut der Wissenschaftler, dass Bewohner von kleinteiligen Vierteln mit kleinen Geschäften um die Ecke eher zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen.

Dass diese Studie auch auf Deutschland übertragbar ist, ist anzunehmen.

Das Immobilienkartell


Das Immobilienkartell rund um die ECE, die am Hauptbahnhof das Milaneo baut. Die Grafik wurde erstellt von der „Bürgerinitiative Bürger gestalten Offenburg“ im Juli 2013.Immobilienkartell_ECE_Milaneo

 

 

Demo der BI Neckartor


Die Bürgerinitiative Neckartor plant für Samstag, den 10. Mai ab 15 Uhr eine Demonstration. Ziel ist das Landesverkehrsministerium am Österreichischen Platz, eine Zwischenkundgebung von etwa 15 Minuten Dauer wird an der Messstation Neckartor sein. Genauere Infos folgen in den nächsten Tagen.

Hier das Flugblatt zum Ausdrucken und verteilen: Demo Flyer 2014.

Und nachfolgend unsere Presseerklärung zur Demo, die an Zeitungen und Journalisten verschickt wurde:

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S21 fressen Stadt auf Teil 2


Teil 1 finden Sie hier

Ein neuer Artikel der Kontext:Wochenzeitung beleuchtet den Bauboom in Stuttgart und die Auswirkungen auf die Stadt und die darin lebenden Menschen.

Allein drei große neue Einkaufszentren (Milaneo, Das Gerber und Dorotheenquartier) werden im Talkessel gebaut. Hinzu kommen Straßenbauprojekte wie der Ausbau der Wolframstraße, der Rosensteintunnel und der Leuzetunnel (Der Leuzetunnel ist zwar Bestandteil des Bauprojektes Rosensteintunnel, ist aber mit diesen nicht direkt baulich verbunden). Ebenso der Bau der Stadtbahn U12 im Bereich Heilbronner Straße und am Hallschlag und der Umbau der Haltestelle Staatsgalerie (die beide notwendig sind um S21 überhaupt bauen zu können), die Überdeckelung des Gebhard-Müller-Platzes, die neugeplanten Stadtviertel Neckarpark oder Bürgerhospital sind nur einige weitere Großbaustellen. Hinzu kommen unzählige kleinere Baustellen, Wohnbauprojekte und andere Baustellen. Insgesamt kommt die Stadtverwaltung auf 18.000 Baustellen im Stadtgebiet in 2014. Und dieses Chaos kostet uns alle rechnerisch 1.000 Euro im Jahr durch verschwendete Zeit. Der Schaden für die Ressourcen Boden, Luft und Wasser ist da noch garnicht eingerechnet und in dem Stuttgarter Ausmaß wahrscheinlich auch nicht zu beziffern.

Dieser Bauboom hat mit S21 eingesetzt und wird durch die Milliardeninvestition noch so richtig befeuert.

Umweltzonen abschaffen?


Vor ein paar Tagen wurde die Meldung publik, dass der ACE (Autoclub Europa) eine Initiative gestartet hat, damit die Umweltzonen abgeschafft werden.

Was ist davon zu halten?

Laut Wikipedia ist die Umweltzone ein

geographisch definiertes Gebiet – meist in städtischen Ballungsräumen–, das nur den Zugang von bestimmten, als schadstoffarm gekennzeichneten Fahrzeugen erlaubt und als Ziel die Verbesserung der Luftqualität hat.

[…]

Umweltzonen sollen die Feinstaubbelastung an Orten, wo sie besonders hoch ist, lokal senken.

Die Abschaffung der Umweltzone kann also – aus Sicht der Anwohner an stark belasteten Straßen – nur erfolgen, wenn das Ziel der Verbesserung der Luftqualität erreicht wurde.

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Der Krieg der Einkaufzentren Teil 12


Das Outlet-Center in Metzingen will sich von derzeit ca. 30.000 qm um 10.000 qm vergrößern. Den größten Anteil soll dann von dem Hugo-Boss-Konzern bewirtschaftet werden, das meldet die Südwest-Presse. Die Nachbarstädte sind davon wenig begeistert. Filderstadt beispielsweise hat ein Gutachten anfertigen lassen, wonach es zu keine Auswirkungen auf den Einzelhandel in Filderstadt geben soll. Leinfelden-Echterdingen und der Verband Region Stuttgart sprechen sich gegen den Ausbau aus. Der Verband Region Stuttgart will sogar Fehler im Verfahren erkannt haben. Aber auch in der Verwaltung der Stadt Filderstadt regt sich Widerstand und es wird eine Nachbearbeitung des Gutachtens gefordert.

Wie die StZ meldet, ist Hugo Boss heute aber scheinbar vom Einzelhandel abhängiger als früher und investiert sehr stark in diesem Bereich.