Schlagwort-Archive: Fahrradstraße

Von der Schwierigkeit, dem Radverkehr Vorrang zu geben


Von Radfahren in Stuttgart

Kaum rückt der Termin näher, wo die Tübinger Straße in eine Fahrradstraße umgewandelt wird, tauchen alte Ängste auf. 

Werden die Radler zu Ungeheuern, sobald man ihnen eine Straße gibt? Dürfen wir ihnen Vorfahrt geben, oder gibt es dann reihenweise Unfälle mit Radlern und Fußgängern?

Der FDP-Vertreter war ganz dagegen, dass Radler auf der Fahrradstraße Vorfahrt vor den Nebenstraßen bekommen. CDU, SPD und Freie Wähler wollten höchstens einem zweijährigen Versuch zustimmen, der sofort abgebrochen werden dürfe, wenn die Polizei meint, es sei zu gefährlich. Beschlossen wurde also auf der Bezirksbreiratssitzung Süd am Dienstag, dass man es zunächst nur versucht mit der Vorfahrt für Radfahrer/innen. Weiterlesen auf RiS

Besserwisser vs. Mehrheit


Original veröffentlicht auf Mobilogisch.

Organisierte, informierte, schnelle und routinierte Radelnde wollen auf der Fahrbahn fahren. Sie wissen um die Gefahren der üblichen Radwege auf Gehwegniveau. Konzentriert haben sich diese Radler folgerichtig auf die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht. Doch wenn man in den Städten unterwegs ist, sieht man nur wenige Radelnde auf der Fahrbahn, die große Mehrheit fährt auf Radwegen, unabhängig von deren rechtlichem Status und ihrer Qualität. Und sie fahren auf den Gehwegen. Kämpft hier eine kleine Minderheit für ihre privaten Vorteile? Oder ist die Mehrheit einfach zu doof?

Ein Beleg für die letzte These mag das Ergebnis einer Befragung von Radfahrer/innen und Autofahrer/innen im Jahr 2013 durch die Unfallforschung der Versicherer UDV sein: 85 Prozent der Antwortenden meinten, ein Radweg müsse immer benutzt werden. In der Befragung der UDV zogen auch sieben von zehn Radelnden prinzipiell Radwege gegenüber Radfahrstreifen vor und fühlen sich darauf sicher. Zu ihrer Ehrenrettung muss gesagt werden, dass die meisten von ihnen immerhin fahrbahnnahe Radwege ohne Sichthindernisse zwischen Fahrbahn und Radweg wünschten.

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Radfahren in Stuttgart, Hinweise für Stuttgarter und Neigschmeckte


Radfahren in Stuttgart will gelernt sein. Das weiß auch die Autorin Christine Lehmann und gibt ausführliche Hinweise für Stuttgarter Radfahrer und Neigeschmeckte (neu hinzogezogene Anwohner, die auch Radfahrer sind). Weiterlesen

Macht das Radfahren endlich sicherer!


Wer zählt noch die toten Radfahrer auf deutschen Straßen?

Der mit Sicherheit nicht letzte tote Radfahrer auf deutschen Straßen starb gestern in Hamburg als ein LKW-Fahrer ihn beim Rechts-Abbiegen übersah.

Rein statistisch stirbt jeden zweiten Tag ein Radfahrer auf deutschen Straßen. Viel an der Sicherheit hat sich bisher nicht verbessert. Diskutiert werden – mehr oder weniger öffentlich – die Radwegstreifen auf der Fahrbahn, um den Fahrradfahrer ins Blickfeld der Automobilisten zu führen. Diese werden vielerorts auch bereits umgesetzt, sprich gebaut. Diskutiert wird auch die Helmpflicht für Fahrradfahrer. Ein Helm hätte in diesem Fall allerdings wenig genützt.

Dabei wäre es sehr einfach, schon eine geänderte Ampelschaltung könnte dazu führen, dass Automobile und Radfahrer getrennt von einander die Straße überqueren. Wenn sowieso ein baulich von der Straße getrennter Fahrradweg auf oder neben dem Bürgersteig angelegt ist, womöglich noch mit Baumreihe und Parkplätzen zwischen dem Radweg und der Fahrbahn, dann ist eine zeitliche Trennung der Grünphasen angebracht. Bei Radwegstreifen auf der Fahrbahn ist dies dagegen nicht unbedingt notwendig.

Chaos Tübinger Straße


Die Tübinger Straße wurde schon immer gern als Ersatzstrecke für die Hauptstätter Straße benutzt wenn sich dort mal wieder der Verkehr staute. Das war lange Zeit auch möglich. Die bis zuletzt bestehende Gelegenheit war an der Ecke Feinstraße. Eigentlich durfte man an der Ecke nur rechts abbiegen, Richtung Unterquerung Paulinenbrücke. Durch provisorisch auf die Fahrbahn geschraubte Sperren sollten die Autofahrer daran gehindert werden, links abzubiegen um Richtung Marienplatz zu fahren. Nur hat sich niemand daran gehalten und scheinbar wurde es auch nicht überwacht. Siehe Bild unten, der schwarze Wagen biegt widerrechtlich links ab (das blaue Linksabbiegerschild gilt für die Fahrzeuge aus der Tübingerstraße, die in die Feinstraße abbiegen müssen). Bildquelle

Anderes Bild von der anderen Seite (Richtung Paulinenbrücke geschaut). Bildquelle

Eigentlich hatte der Bezirksbeirat Anfang des Jahres beschlossen, dass die Tübinger Straße im weiteren Verlauf Fahrradstraße wird (von der Eberhardstraße bis etwa zur Paulinenbrücke ist sie es schon) und außerdem für Autos zur Einbahnstraße vom Marienplatz Richtung Paulinenbrücke um so den Schleichverkehr Richtung Marienplatz auszusperren.

Am 23. September hat die Fraktion der Grünen auf der Bezirksbeiratssitzung erfahren, dass diese Pläne wohl gestrichen wurden, das meldet der Fahrradblog.

Gestern hat ein Vertreter des Fahrradblogs und eine Gruppe der Grünen den Abteilungsleiter Mobilität der Stadt, Wolfgang Foderer getroffen und dieser verwies auf

eine rege Planung in Bezug auf die Tübinger Straße. Quelle

Es besteht also weiterhin Hoffnung.

Ob die Fahrradstraße allerdings das Ei des Kolumbus ist? Die Fahrradstraße in der Eberhardstraße ist es zumindest nicht.