Schlagwort-Archive: Gentrifizierung

Für den Erhalt und die Sanierung des Wohngebäudes Klingenstr.101-105


Das ist ein Gastbeitrag der Mieterinitiative Stuttgart-Ost.

Der Bau- und Wohnungsverein will unnötigerweise ein substanziell gutes Wohngebäude in der Klingenstr.101-105 abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Weiterlesen

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Symbolische Hausbesetzung


Wir berichteten bereits Anfang 2014 über den Leerstand in der Haussmannstraße, das ehemaligen Haus des paritätischen Wohlfahrtsverbandes steht immer noch und ist bis jetzt nicht abgerissen worden.

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Aus dem Osten


Heilandsplatz

In einer Bürgerbeteiligung im Rahmen des Sanierungsgebiets 29 hat auch ein Treffen zum Heilandsplatz stattgefunden. Dieser Platz dient derzeit viele Autofahrern als Abkürzung von der B14 nach Stuttgart Ost und ist dementsprechend viel befahren. Die Anwohner dort wünschen sich einen verkehrsberuhigten Platz, der Kreisverkehr soll dabei aufgegeben werden. Vom Krankenhaus soll ein Zugang über den Platz zur Kirche und zum Park entstehen.

Sanierungsgebiet

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Sanierungsgebiet 29 hat auch ein Treffen zur Bedeutung des Sanierungsgebiets allgemein stattgefunden. Die Bürger wünschen sich dabei Sanierung des Viertels und des Stöckachplatzes, allerdings soll dies nicht zu einer Steigerung der Mieten führen. Eine Arbeitsgruppe Gentrifizierung wurde gegründet.

Villa Berg

Die Villa Berg bleibt DAS Dauerthema im Osten. Nachdem Rudi Häussler und seine Investorengruppe 2007 das Areal aus Funkhaus, Studio und Villa Berg erworben hatte, musste die Häussler-Gruppe 2010 Insolvenz anmelden. Die Pläne zur Umwandlung der Villa in eine Art Clubhaus für die Stuttgarter Wirtschaftsgrößen inklusive gehobener Gastronomie sind damit gescheitert. 2011 hat dann ein Düsseldorfer Investor das Areal gekauft um in der Villa einen Kulturbetrieb unterzubringen. Durch den Umbau des Studiogebäudes in Wohnungen soll die Sanierung der Villa finanziert werden. Da der Gemeinderat sich aber bisher weigert den Bebauungsplan so zu ändern, dass Wohnbebauung möglich ist, konnte dieses Konzept bisher nicht umgesetzt werden. Jetzt wird ein Rückkauf der Villa und eine Sanierung durch die Stadt diskutiert. Das Studiogebäude soll dabei abgerissen und der Park renaturiert werden. Quelle: Occupyvillaberg.

Der nicht weit entfernte Schwanenplatz und das Mineralbad Berg sollen ebenso saniert werden, der benachbarte Parkplatz wird mit einem Gesundheitszentrum bebaut werden. Die bisherigen Pläne wurden auf Anregung der Anwohner entschärft, die Bebauung wird weniger dicht und hoch.

 

Gentrifizierungsprozesse


Aktuelle Leerstände von Bürogebäuden oder Wohnhäusern können hier auf dem Leerstandsmelder eingesehen und auch gemeldet werden. Schauen Sie einmal rein, es gibt mehr Leerstände in der Stadt als sie denken.

Die Anzahl der Leerstände in einem Viertel ist ein Indiz für die Entwicklung der Stadt. Besonders viele Leerstände deuten auf einen eventuellen Verfall eines Viertels hin, in sogenannten Szene-Vierteln kann der Leerstand auf einen kommenden Gentrifizierungsprozess hindeuten. Gentrifizierung bedeutet Abzug der aktuellen Bewohner eines Viertels und Zuzug neuer Bewohner verbunden mit einer Sanierung und Aufwertung der Wohnhäuser und Anstieg der Mieten.

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Zukunft (ver)baut – Die Ökonomisierung von Stadt


Die Naturfreunde Stuttgart e.V., vertreten durch Peter Pipiorke weisen auf folgende Veranstaltung hin (PDF):

Während auf der einen Seite das Leben in Städten immer mehr an Bedeutung gewinnt, Iässt sich auf der anderen Seite beobachten, dass Stadtentwicklung – ob hierzulande oder international betrachtet – allein unter ökonomischen Prämissen und Vorzeichen betrieben wird. Eine solche Ökonomisierung Iässt sich auch auf der Ebene der Regierung, Organisation und Verwaltung von Städten und ihren Bewohner_innen feststellen. Eine solche Stadtpolitik hat weit reichende Folgen, die nicht nur die Zerstörung von Bestand und die zukünftige bauliche Gestalt von Städten betreffen, sondern gleichermaßen Fragen des städtischen Zusammenlebens und des Gemeinwohls. Inzwischen regt sich jedoch auch verstärkt Widerstand gegen eine solche neoliberale Stadtpolitik, die nur den Ansprüchen von Investoren und Kapitaleignern folgt. Dieser Widerstand lässt sich unter dem Stichwort „Recht auf Stadt“ zusammenfassen. In diesem Vortrag werden einige Aspekte dieser Entwicklungen und Widersprüche zur Diskussion gestellt.

Referentin: Dr_in. Yvonne P. Doderer
Freie Architektin und Stadtforscherin, betreibt das „Büro für transdisziplinäre Forschung und Kulturproduktion“ in Stuttgart.
Wann: Donnerstag, den 13. Februar 2014, um 19.00 Uhr
Wo: Bürgerzentrum – West, Bebelstrasse 22

Wohnungen? Dringend gesucht!


Hackstraße/ Stuttgart Ost

Die evangelische Heimstiftung wird ihre Büros in der Hackstraße abreißen lassen um dort ein neues modernes Bürohaus zu errichten.

Bilder von Gablenberger Klaus.

Die StZ meldet (leider nicht im Internet zu finden), dass der Abriss des blauen Bürohauses und des benachbarten Wohnhauses bereits diesen Frühjahr beginnen soll. Das Palmbräu in dem linken Wohnhaus hat bereits seit längerem geschlossen, der Supermarkt in dem Bürohaus wird bald schließen und an der Metzstraße neu eröffnen. Bis 2016 soll dann ein großes Bürohaus mit einer Tiefgarage mit etwa 90 Stellplätzen errichtet werden, das dann von der Heimstiftung genutzt werden soll. Zwischenzeitlich wird die Heimstiftung in Neckarstraße ein Interimsquartier beziehen.

Stafflenbergstraße/ Gerokstraße

Auch die Diakonie in der Stafflenbergstraße/ Gerokstraße ist ausgezogen und das Areal soll nach dem Auszug des Interimsmieters Staatsministerium abgerissen werden. Dort soll ein exklusives Wohnhaus entstehen.

Die Bilder stammen ebenfalls von Gablenberger Klaus.

Haussmannstraße

Das Bürogebäude in der Haussmannstraße gehörte dem paritätischen Wohlfahrtsverband und wurde angeblich an eine Wohnungsbaugesellschaft aus der Region verkauft. Das Bild wurde von Andreas H. gemacht und uns freundlicherweise überlassen.

DSCF1999-1Die Haussmannstraße liegt zentral und verkehrsgünstig in Mitte und ist in der Vergangenheit – ebenso wie die Alexanderstraße oder Olgastraße – durch höher- oder hochwertige Bauprojekte aufgefallen.

In diesem Zusammenhang denkt man schnell an eine Gentrifizierungswelle, die über unsere Stadt hinweg rollt. Und tatsächlich, in diesen drei Fällen – die exemplarisch für viele weitere Projekte stehen – wird Raum in der Stadt, der für günstigen Wohnraum hätte zur Verfügung stehen können umgewandelt in Büro und Geschäftsraum und so für Jahre der Nutzung als Wohnraum entzogen.

Dazu aus einem Antrag der Fraktion SÖS/ Die Linke aus dem April 2013:

In Stuttgart herrscht Wohnraumnot. Die Mieten explodieren und immer mehr Menschen werden durch Spekulation und Mietwucher aus ihrem Wohnumfeld verdrängt.

Das Pestel-Institut sieht in einer Studie von 2012 ein
Wohnraumdefizit von 8.000 Wohneinheiten in Stuttgart, das Statistische Landesamt in der regionalen Wohnbedarfsvorausrechnung aus dem Jahr 2011 ein Defizit von 16.000 Wohnungen.

Wohnraumnot wird so für viele Menschen zur existenziellen Bedrohung, denn viele wenden bereits heute 50 % und mehr ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für das Wohnen auf.
Neuer Wohnraum entsteht aber noch immer vorwiegend in privilegierter und flächenintensiver Bauweise, anstatt in anspruchsvollem Geschosswohnungsbau. Bauland wird so verschwendet.

2013-04-30_Antrag Wohnraumversorgung ist Aufgabe kommunaler_-Daseinsvorsorge

Stuttgarts Engagement auf dem Wohnungsmarkt übernimmt die SWSG. Ein Kommentar zur derzeitigen SWSG und der hohen Bonuszahlungen an die Geschäftsführung ist hier in der StZ und der Bericht zu der derzeitigen öffentlichen Diskussion ist hier.

Kuhns Programm der Konzeptvergaben zur Förderung des Wohnungsbaus sieht einen geringeren Profit für die Stadt beim Verkauf von stadteigenen Grundstücken vor – weil unter anderem auch sozialer Wohnungsbau verpflichtend vorgeschrieben wird auf diesen Grundstücken. Dadurch sinkt der Wert der Grundstücke und die Stadt hat weniger Profit aus diesen Verkäufen.

Branchenkenner sagen aber, dass der veranschlagte Rückgang beim Gewinn zu gering ist. Die Stadt müsste hier aktiver werden und mehr Geld in die Hand nehmen. In Doppelhaushalt sind das aktuell 10 Millionen pro Jahr für 2014 und 15. 10 Millionen, das reicht gerade mal für das Areal Rote Wand auf dem Killesberg. Kritisiert werden Kuhn und die Stadt unter anderem auch von Hannes Rockenbauch und der SÖS. Ohne eigenen Besitz könne die Stadt nicht bestimmen, was gebaut wird. Auch vom Mieterverein Stuttgart kommt Kritik.

Das meldet die StZ.

Der Krieg der Einkaufszentren Teil 7


Wählen Sie unten das Schlagwort “Krieg der Einkaufszentren” um alle Folgen dieser Serie zu lesen.

Welche Auswirkungen ein neues EInkaufszentrum auf die Umgebung haben kann, kann man derzeit zum Beispiel am Killesberg beobachten.

Gegen Ende des letzten Jahres feierten die Betreiber der Killesberghöhe große Eröffnung. Die Ladenbesitzer rund um die Brenzkirche (Landenberger- und Birkenwaldstraße und Am Kochenhof) hatten dagegen nicht so viel zu lachen. Einige Geschäfte haben bereits geschlossen, andere haben damit zu kämpfen, dass sie nicht so deutlich wahrgenommen werden wie der Platzhirsch Killesberghöhe mit seinen 320 Parkplätzen in der Tiefgarage. Während die Bankfiliale an der Ecke Birkenwaldstraße und Am Kochenhof sich den Umzug und die neuen Mieten in der Killesberghöhe noch leisten konnte, haben andere Ladenbesitzer wie das Hörgerätestudio aufgegeben.

Mit den Auswirkungen eines neuen Einkaufszentrums auf die Umgebung beschäftigt sich auch die Stuttgarter Nachrichten. Allerdings kommt dieser doch recht scharfe Bericht zu spät. Ex-OB Schuster hat diese beiden Projekte seinerzeit noch durchgewunken und dafür gesorgt, dass beispielsweise das Milaneo eine Reihe an zusätzlichen Parkplätzen bekommt. Heinz Reinboth, Vorsitzender der IG Königstraße, nennt es einen „Skandal, wie die Schuster-Clique seinerzeit beide Projekte im Gemeinderat durchgeboxt hat“.

Derzeit gibt es zwei Gutachten, die feststellen, dass die zukünftig zur Verfügung stehende Einkaufsfläche zu groß ist und keine neuen Flächen geschaffen werden sollten, die eingesessenen Einzelhändler müssen von 12% Umsatzeinbußen ausgehen. Ein Gegengutachten, das von einem Beratungsunternehmen erstellt wurde, geht dagegen nur von 5% Einbußen aus (siehe Artikel der StN oben). Die einzelnen Lobby-Verbände des Einzelshandels werden dabei nicht müde zu betonen, dass sie nicht nur ein Einkaufszentrum entwickeln wollen sondern ein ganzes Viertel und dass sie erwarten, dass die Stadt die Fußgängerwege saniert und ein neues Leitsystem für Fußgänger aufbaut. Wie man allerdings bei einem großen überdachten Einkaufszentrum mit angebautem Parkhaus erwarten kann, dass die Kunden auch die Umgebung des Zentrums besuchen wird nicht erklärt. Schließlich sind die Zentren so gebaut, dass man als Kunde zwar den Weg hinein aber nicht wieder hinaus findet. Innen drin ist für jedes leibliche Wohl gesorgt, von Asiatisch bis Gut bürgerlich und es gibt alles zu kaufen, was man so braucht.

Auf der anderen Seite ist man jetzt bemüht mit Mobilitätskonzepten die Kunden dazu zu bewegen eben doch nicht mit dem Auto zum Milaneo zu fahren. Dazu werden unter anderem 880 Fahrradstellplätze gebaut, ein Teil der Parkplätze wird für „Car-Sharing-“ Anbieter reserviert und eine Ladestation für Elektrofahrzeuge wird eingerichtet. Umliegende Büros sollen auch die Möglichkeit bekommen, Parkplätze für ihre Angestellten zu mieten. Stuttgarter Zeitung 1 und Stuttgarter Zeitung 2.

Übrigens, gleich gegenüber vom Milaneo tut sich schon die nächste Großbaustelle auf. Das Bürgerhospital soll in ein neues Gebäude ziehen, die ehemalige Mercedesfiliale an der Heilbronner Straße und das AWS-Gelände (Mönchhalden-, Türlen-,Tunzhofer- und Wolframstraße) soll entwickelt werden wie es so schön im Gentrifizierungs-Sprech heißt. 600 Wohnungen und Büros sind in diesem Bereich geplant. Eine breite Straße und ein neues Einkaufszentrum direkt vor der Tür wären dann schon da. Die Politik verkauft das als städtebauliche Chance, ebenfalls neudeutsches Gentrifizierungs-Sprech.

Darüber hinaus kommen gute Nachrichten von der Calwer Passage. Sie steht jetzt unter Denkmalschutz und wurde an einen Investor verkauft, der sie wieder entwickeln will. Siehe Stuttgarter Nachrichten