Schlagwort-Archive: Geologie21

Kaufen Sie sich ein Fahrrad! Jetzt!


Das EBA hat die Genehmigung für die Änderung bei der Verlegung des Nesenbachdükers erteilt. Der Düker soll – anders als ursprünglich geplant – in offener Bauweise verlegt werden, aus geplanten 14 Tagen Unterbrechung der Stadtbahntunnel von der Haltestelle Staatsgalerie zum Hbf sind mehrere Jahre geworden. Offiziell spricht man von 26 Monaten. Aber es gibt Hinweise, dass die Unterbrechungen länger dauern könnten als uns allen lieb ist.

Aufgrund des schwierigen Untergrunds ist allerdings davon auszugehen, dass dies nicht zutrifft und es zu einer Verlängerung kommt. Es werden Dolinen, Spalten und Verwerfungen im Untergrund vermutet, deren Verlauf und Anzahl wurde allerdings nicht genau erkundet. Mehr Informationen dazu auf Geologie21. Außerdem wird befürchtet, dass die trennende Schicht zwischen Grund- und Mineralwasser zu stark angekratzt wird und dann Mineralwasser nach oben austreten kann. Siehe dazu auch Geologie21. Doch das ist alles kein Grund, die Änderung abzulehnen, denn es besteht öffentliches Interesse, dass jetzt schnell und zügig begonnen wird, denn dieses Bauwerk ist das zentrale Bauwerk, das S21 überhaupt erst möglich macht. In der ursprünglichen Planung von 2005 war deshalb noch eine bergmännische Bauweise vorgesehen und diese war damals alternativlos. Trotzdem wurde umgeplant. Denn ohne Nesenbachdüker kein Bahnhof.

Damit ist aber auch klar: Das Verkehrschaos kommt. Und dann reicht es nicht mehr aus, morgens einfach 15 Minuten früher los zu fahren. Kaufen Sie sich besser ein Fahrrad oder investieren Sie ihr Erspartes und eröffnen Sie einen Fahrradladen, die Nachfrage wird sicher steigen.

Analyse der Genehmigung auf Netzwerke-21, Informationen zum Stadtbahnchaos bei der Infooffensive.

Haus in der Schützenstraße um 17,5 mm abgesunken


Wir berichteten bereits im Januar diesen Jahres über das Haus in der Schützenstraße. Jetzt wurde bekannt, dass das Haus weiter abgesunken ist, auf bis zu 17,5 mm. Über die Entschädigung ist man sich allerdings uneinig, einem Angebot von rund 30.000 Euro steht ein Gutachten mit einer Schadenssumme von 77.000 Euro gegenüber. Klar ist aber wohl, dass die Schäden durch den Tunnelbau, der nur wenige Meter unterhalb des Gebäudes stattfand, verursacht wurden. Der Tunnel sei inzwischen ausgebaut, die Setzungen haben aufgehört, deshalb bestehe kein akuter Handlungsbedarf.

Quelle StN

Weitere Informationen:

Geologie-21

Netzwerke-21

aus aktuellem Anlass: Montagsdemo vom Hbf ins Kernerviertel


Aus aktuellem Anlaß wird die nächste Montagsdemo am 20. Januar in das Kernerviertel gehen und dort am Urbansplatz mit einer Kundgebung geben. Das Haus Schützenstraße 4 – von dem aus man auf den Urbansplatz blicken kann – hat sich nach einer neuen Meldung der StN bereits um 9 Millimeter abgesenkt. Bisher war immer nur von 5 Millimetern die Rede gewesen (Artikel vom 16. Dezember 2013 der StN).

„Die Befürchtung der Bewohner des Kernerviertels wird gerade Realität: Schon nach den ersten wenigen Metern Tunnel ist das erste Haus durch die S21-Tunnelarbeiten beschädigt, vermutlich sogar schlimmer als von den langjährigen Kritikern befürchtet“,

sagt Matthias von Herrmann, Pressesprecher der Parkschützer.

„Die Bahn gefährdet offensichtlich die Sicherheit der Häuser und Menschen in Stuttgart und die Stadt Stuttgart tut nichts, um ihre Bewohner und deren Zuhause zu schützen. Dies nehmen wir zum Anlass, mit der nächsten Montagsdemo ins Kernerviertel zu ziehen und dort die Kundgebung abzuhalten. Die Montagsdemo ist kein Selbstzweck, sondern legt Montag für Montag den Finger in die S21-Wunde. Baubürgermeister Hahn muss für die Sicherheit der Menschen im Kernerviertel sorgen! Und die Stadt darf sich nicht länger an diesem gefährlichen Unterfangen namens S21 beteiligen, darf dem verantwortungslosen Treiben der Bahn nicht länger als ‚Projektpartner‘ stillschweigend zusehen: Da die Stadt offensichtlich nicht durchsetzen kann, dass die Bahn ihren Pflichten verantwortlich und vertragsgemäß nachkommt, muss sie die bestehenden Kündigungsrechte nutzen und die S21-Verträge kündigen.“

Soweit Matthias von Herrmann.

Die geologischen Verhältnisse im Stuttgarter Talkessel sind sehr kompliziert, das ist seit Langem bekannt, das wurde in vielen Fachartikeln veröffentlicht, in der Schlichtung diskutiert, bei der Montagsdemo oft vorgetragen – nur Stadt und Land haben letztlich doch auf das oft geforderte geotechnische Gutachten für das Kernerviertel verzichtet. Nun wird es ernst, die Voraussagen der Experten treffen ein, sowohl, was die geologischen Probleme beim Nesenbach-Düker angeht, als auch die geologischen Probleme im Kernerviertel.

Quelle: BAA

Siehe auch den Terminhinweis zur Informationsveranstaltung S21: Tunnel unter meinem Haus! Grundbucheintrag? Entschädigung? Haftung? der Grünen und der Netzwerke 21 am 17.01.2014, 19:00 Uhr im großen Sitzungssaal, Rathaus Stuttgart Mitte, Marktplatz 1.

Informationen zur Stuttgarter Geologie erhalten Sie auch auf der Seite Geologie 21.

Unsere Baustelle kann schon mal zur echten Nervensäge werden


Wir haben Post bekommen.

Am Mittwoch erreichte uns über unsere Kontakte zum Bezirksbeirat folgende Anwohnerinformation der Bahn, die blauen Rohre betreffend. Diese wurde von der Projektleitung in der Räpplenstraße an das Kommunikationsbüro geschickt und von dort weitergeleitet an Frau Kienzle, unsere Bezirksvorsteherin.

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Wir halten diese Information aus mehreren Gründen für wenig gelungen.

  1. „Unsere Baustelle kann schon mal zur echten Nervensäge werden.“ Mit diesem Spruch eröffnet diese lächerliche Figur Maulwurf die Anwohnermitteilung. Wer das geschrieben hat hat weder von Marketing eine Ahnung noch hat diese Person soziale und methodische Kompetenzen. Wer das liest ist doch direkt negativ eingestellt. Nervensägen muss man abstellen, ruhig stellen. Besser wäre es gewesen, wenn dort „Entschuldigen Sie bitte die Ruhestörungen!“ gestanden wäre. Wir erwarten, dass sich unsere Bezirksbeiräte für eine neutrale und mit sozialmethodischer Kompetenz ausgearbeitete Information einsetzen, die diesem Wort „Information“ wirklich gerecht wird.
  2. Zweitens wurden uns Informationsveranstaltungen versprochen, bevor man in die Stadtviertel geht. Stattdessen werden einige Waschzettel verteilt, auf denen ein Maulwurf dumme Sprüche verbreiten darf.
  3. Wir haben diese Information in Form einer E-Mail erhalten, die Anwohner im grün umrandeten Bereich haben diese Information angeblich ausgedruckt im Briefkasten gefunden. Das Verteilungsgebiet ist aber viel zu klein. 13 Adressen im grün umrandeten Bereich sind zu wenig. Sind die Anwohner in der Schubartstraße nicht betroffen oder die Anwohner in der Kernerstraße oberhalb der Hausnummern 6 und 11?

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Dann erreichte uns gestern am 22. Februar eine neue Mitteilung, wieder per elektronischer Post.

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Wir erwarten, dass es jetzt erstens zu unserer Informationsveranstaltung kommt, auf der kompetente Ansprechpartner kompetente Antworten geben können. Es darf nicht wieder so laufen wie zuletzt mehrfach im Bezirksbeirat, als solche Aussagen kamen wie „Das weiß ich jetzt nicht, das nehme ich mit“ und dann kam nie wieder eine Rückmeldung. Bis heute fehlen die von uns geforderten Gutachten bezüglich der Unbedenklichkeit des Abpumpens von Grundwasser am Ameisenberg.

Die Informationspolitik ist unter aller Sau, eine Verteilung per Flugblatt an unmittelbar Betroffene und eine zufällige Verteilung per Mundpropaganda und über Freunde ist zu wenig.

Auf Druck der Anwohner des Kernerviertels, auf unseren Druck hin und unsere Demo am Kernerplatz wurde das Landesamt für Geologie zur 7.Planänderung angehört. Das Landesamt hat außerdem von der DB ein umfassendes geotechnisches Gutachten einfordert. Wo ist dieses Gutachten? Ist die Unbedenklichkeit sichergestellt?

Siehe http://www.geologie21.de/assets/files/pdf/11%20RP%20Freiburg%20-%20LGRB.pdf und http://www.geologie21.de/archiv-geologie21/stellungnahme-landesamt-geologie-stuttgart-21.html

Soweit ich mich recht erinnere ist die 7. Planänderung bisher immer noch nicht genehmigt. Wieso muss man dann jetzt so massiv und so schnell die Rohre verlegen und Proberammungen machen? Soll die Bahn doch erst einmal ihre Hausaufgaben machen, die Finanzierung klären, die Gutachten beibringen und alle offenen Fragen klären. Frau Kienzle muss sich dafür einsetzen, dass die Anwohner der Wohnviertel nicht unter dieser Machtdemonstration zerrieben werden. Was ist wichtiger, dass gebaut wird (egal ob sich nachher herausstellt, dass alles umsonst war) oder dass wir hier in einem angenehmen Klima leben können?
Bisher sind alle Bauarbeiten in mehr oder weniger unbewohntem Gebiet abgelaufen. Jetzt geht es in die Wohnviertel. Rohre kann man ja noch ertragen, obwohl diese schon ein echter Augenkrampf sind. Aber Proberammungen? Was soll das? Werden morgen die Tunnel gebohrt oder woher kommt diese Eile?