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Offiziell: S21 gefährdet Gebäudesicherheit


Ferpress, Roland Kimmich und die Plattform BAA melden:
S21 gefährdet die Gebäudesicherheit!

Bahn bietet 6 Millionen für den Abriss eines bisher denkmalgeschützten Bürogebäudes in der Jägerstraße. Dass der Denkmalschutz in dieser Stadt nicht mehr viel wert ist wissen wir seid dem Abriss des Nordflügels. Dass er aber jetzt doch 6 Millionen Euro wert ist, erstaunt dann doch.

Die privaten Eigentümer der Wohngebäude im Kernerviertel dürfen dagegen nicht mit solchen Angeboten rechnen, aus ihrer Sicht sind die Gespräche mit der Bahn gescheitert, wie die Netzwerke21 vermelden.

Unterdessen neigt sich das Gebäude in der Schützenstraße weiter ab.

Ich muss hier nur eben was…!


Dies ist die Fortsetzung von unserem
Artikel „Ich war nur mal eben kurz…!“.

Zugegeben, der Lieferverkehr hat es nicht leicht. Von Autofahrern (die sich das Motto des Artikels Artikel „Ich war nur mal eben kurz…!“ sehr zu Herzen genommen haben) zugeparkte Ladezonen, zugeparkte Einfahrten von Geschäften und auch sonst keine Möglichkeit in zweiten Reihe zu halten. Aber das berechtigt nicht dazu den Gehweg/ Radweg zuzuparken!

Hier einige Beispiele.
Untertürkheim:
foto-0183.jpg Ein LKW parkt in der Einfahrt und steht mit der Kante hintere Stoßstange auf der Kante des Bürgersteigs. Fussgänger müssen hier auf die Fahrbahn bzw. den Fahrradschutzstreifen treten um den LKW zu umrunden. Der zweite wartende Fahrer dahinter steht halb auf dem Bürgersteig und voll auf dem Fahrradschutzstreifen. Der dritte wartende LKW steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite, ebenfalls halb auf dem Gehweg und halb auf der Fahrbahn. Der Markt, vor dem diese LKW warten hat übrigens auf der anderen Seite einen großen LKW-Parkplatz für drei oder vier LKW, der zu dem Zeitpunkt der Aufnahmen leer war!

Rosensteintor:
foto-0176.jpg Dieses Fahrzeug einer Reinigungsfirma stand in den vergangenen Wochen mehrfach auf der Fahrbahn auf dem Ampelüberweg Rosensteintor. Der Fahrer füllte mehrere Minuten lang seinen Wassertank an einem Hydranten der genau auf dem Überweg installiert wurde und bei Nichtbenutzung mit einem ebenerdigen Deckel abgedeckt ist.

Pragsattel:
foto-0174.jpg Baustellenfahrzeug steht außerhalb der Absperrung auf dem Gehweg der an dieser Stelle auch von Radfahrern benutzt werden darf.

Weiteres Beispiel (extern) von der Holz-/ Hauptstätterstraße: Artikel „Wirtschaftsverkehr“. Der erste LKW parkt widrigerweise links auf dem Gehweg oder PKW-Parkplatz, der zweite dahinter lädt auf dem Radweg (mittig im Bild) aus und der dritte fährt gerade aus der Ausfahrt aus, der vierte steht auf dem Gehweg.

Hier werden irgendwelche dubiosen Arbeits- oder Lieferaufträge hergenommen um das Parken/ Halten auf Geh- und Radwegen zu entschuldigen. Zum Verständnis: Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass auf dem Geh- oder Radweg gearbeitet wird, wenn dies offiziell genehmigt wurde und eine entsprechend sichere Umleitung eingerichtet ist. Wenn ein Handwerker eines Telekommunikationsunternehmens an einen Schaltkasten muss oder der lokale Energieversorger an die Gasdruckminderungsanlage heran muss, dann brauchen diese Arbeiter auch Werkzeug. Deshalb ist es verständlich, dass der Wagen in unmittelbarer Nähe geparkt wird. Gleiches gilt für die Reinigungsfirmen, die die Gebäude der Haltestellen des ÖPNV reinigen müssen oder für die Firmen, die Plakatwände neu gestalten. Das Auto in x-hundert Metern abzustellen wäre zwar richtig und vernünftig, aber der Schlauch des Hochdruckreinigers oder das Kabel des Stromerzeugers reicht nicht so weit und außerdem ist Zeit Geld. Das berichtigt aber nicht dazu, den Geh- Radweg zuzuparken oder das Auto auf Grünflächen abzustellen.

Es gibt zuwenig Kurzparkplätze und Ladezonen in der Innenstadt und die wenigen, die es gibt werden kaum überwacht und von normalen PKW-Fahrern als willkommener, kostenloser Parkplatz benutzt. Und das Einrichten einer Umleitung mit Schildern oder nur das Absperren einer Arbeitsstelle kostet wertvolle Zeit und wer hat die heute noch?

Deshalb sollten mehr Kurzzeitparkplätze und Ladezonen in der Innenstadt eingerichtet werden. Weiterhin sollten an Stellen, an denen es oft zu Arbeitseinsätzen kommt (ÖPNV-Haltestellen, Gasdruckminderanlagen, Starkstromumspannanlagen, große Schaltkästen, Hydrantenanlagen, Altglasbehälter, Postfilialen und weiteren Gebäuden) mindestens ein oder je nach Bedarf besser mehrere, für Dienstleistungsfirmen und Handwerker reservierte Bedarfsparkplätze eingerichtet werden. Und diese müssen natürlich auch überwacht werden! Falschparker sind zu sanktionieren.

Sollte dann doch einmal das Parken/ Halten auf Geh- und Radwegen erforderlich sein ist dies beim Ordnungsamt zu beantragen, die Arbeitsstelle inkl. Fahrzeug muss mit mehreren Schildern oder Rot-weißen Hütchen gesichert werden und ist nach Verlassen zu reinigen. Ansonsten ist das Fahrzeug wie jedes andere Fahrzeug auf offiziellen Parkplätzen abzustellen. Zuwiderhandlungen sind zu sanktionieren. Denn es kann nicht sein, dass der Geh-/ Radweg als kostenloser Parkplatz benutzt wird, auch nicht durch Handwerker oder Dienstleister!

Die IHK hat zu diesem Thema ein Konzept entwickelt, dass auch neue Verkehrsformen wie Transport mit Fahrrädern und Elektrofahrzeugen vorsieht. Wir meinen: lobenswert, wenn dies denn auch so umgesetzt wird. Verkehrswirtschaft – Innenstadtlogistik mit Zukunft – Maßnahmen für einen funktionierenden Wirtschaftsverkehr in der Stadt Stuttgart

Neue Straßen = weniger Stau?


Wir haben bereits im Juni über das Thema neue Straßen geschrieben. Inzwischen haben sich neue Situationen ergeben. Die IHK der Region Stuttgart beklagt, dass der Straßenneubau stark rückgängig ist und praktisch nur noch in den Erhalt bestehender Straßen investiert wird. Nach einer Umfrage unter den Mitgliedern der IHK Region Stuttgart erteilen 70% der Befragten den Straßen in der Region die Note mangelhaft bis ungenügend.

„Der begrüßenswerte Kurs der Landesregierung, beim Erhalt der Landesstraßen einen Schwerpunkt zu setzen, darf allerdings nicht bedeuten, dass Neubaumaßnahmen deshalb erst, wie angekündigt, im Jahr 2015 oder noch später begonnen werden“

Zitat IHK-Präsident für die Region Stuttgart Dr. Herbert Müller.

Bundesstraßen und Autobahnen werden nach der Umfrage durchschnittlich mit befriedigend bis ausreichend benotet. 53% würden eine City-Maut ablehnen, die einheitliche Maut für alle [wahrscheinlich ist damit die bundeseinheitliche Maut auf Bundesstraßen und Autobahnen gemeint BI-Neckartor] wird dagegen von knapp 75% der Befragten befürwortet.

Der Artikel aus dem Stuttgarter Wochenblatt vom 18. Juli 2012 im Ganzen:

Darüber hinaus erreichten uns in den letzten Tagen Meldungen des deutschen Transportgewerbes wonach es zuwenig Rastplätze gibt. Aus unserer Sicht kann das nur bedeuten, dass die Zahl der auf deutschen Straßen verkehrenden LKW insgesamt deutlich zugenommen hat. Bundesverkehrsminister Ramsauer will deshalb bis 15.000 neue Stellplätze an deutschen Autobahnen bauen lassen.
Hier einige Medienberichte dazu:
Pressemeldung der IHK Mittelfranken: http://www.ihk-nuernberg.de/
Meldung der NGZ Grevenbroich aus dem Jahr 2010: http://www.ngz-online.de/
Meldung der LN Lübeck aus dem Jahr 2011: http://www.ln-online.de/
Im Netz gibt es zahlreiche weitere Meldungen zu überfüllten LKW-Rastplätzen.

Nicht neue Straßen und auch keine neuen Rastplätze sind die Antwort auf das Stauproblem in Deutschland. Neue Straßen helfen weder der Wirtschaft noch den Menschen, schon garnicht der Natur. Was der Wirtschaft wirklich hilft, sind staufreie Straßen. Neue Straßen sind für eine mehr oder weniger kurze Übergangsfrist staufrei, dann aber haben immer mehr Auto- und LKW-Fahrer von den neuen Straßen gehört und schon gibt es wieder die ersten Staus. Das hat mehrere Gründe, zum einem ziehen neue Straßen den Verkehr aus der Umgebung ab (dort, wo es noch Stau gibt, weichen die Autos aus), zum anderen wird das Fahren insgesamt attraktiver und die Zahl der Autos steigt. Der Teufelskreis aus neuen Straßen und zunehmendem Verkehr.

Die TU Wien rechnet vor, dass neue Schienenwege volkswirtschaftlich mehr Effekt haben als der Autobahnbau, meldet die Allianz Pro Schiene.

Gerechnet in Beschäftigtenjahren pro investierte Milliarde Euro kommt der Autobahnbau auf rund 10.000 Beschäftigte. Der Bau von Bahnhöfen schafft bei gleicher Investition rund 17.400 Arbeitsplätze, der Eisenbahnstreckenbau, Arbeiten im Bereich des ÖPNV und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung bringen es auf jeweils 16.000 Arbeitsplätze pro Milliarde Euro.

Auch eine deutsche Studie wurde mit vergleichbarem Ergebnis ausgewertet. Danach bringt es der Eisenbahnbau ebenfalls auf rund 17.000 Beschäftigte, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung schaffen sogar bis zu 25.000 neue Jobs. Damit, so das Fazit der Wiener Verkehrswissenschaftler, bringt jeder Steuer-Euro 1½ bis 2½ Mal so viel Beschäftigung, wenn man ihn in die Eisenbahn, den ÖPNV oder in die nicht-motorisierten Verkehrsträger investiert.

Deutschland investiert nur 47 Euro pro Kopf in sein Schienennetz und rangiert damit weit hinten.

Quelle: Allianz pro Schiene auf Basis von BMVBS (Deutschland), VöV (Schweiz), BMVIT (Österreich), alle anderen SCI Verkehr.

Im Gegensatz dazu investierte Österreich 205 Euro in das Schienennetz.
Das ist aus unserer Sicht ein Armutszeugnis für die deutsche Verkehrspolitik. Unter dem Gesichtspunkt der aktuell anstehenden Protzprojekte S21 und Rosensteintunnel, die sowohl veraltet als auch noch unnütz sind, sind die wenigen investierten Euro auch noch an der falschen Stelle investiert und verpuffen ohne Wirkung.