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Brauchen wir Einkaufszentren?


Die CDU-Stuttgart fragt aktuell, ob Einkaufszentren Parkplätze brauchen.

Liebe Stuttgarter CDU,

Diese Frage ist berechtigt. Diese Frage ist aber gerade mal soweit gedacht, wie ein Kind einen Kirschkern spucken kann. Denn eigentlich müsste die Frage lauten: Brauchen wir Einkaufszentren? Dann stellt sich auch die Frage nach den Parkplätzen und dem dadurch verursachten Parkplatzsuchverkehr nicht.

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Der Krieg der Einkaufszentren Teil 12


Alle Teile der Serie hier lesen.

Zur Eröffnung des Milaneo und des Gerbers haben sich jetzt immer mehr Stimmen aus dem Umland zu Wort gemeldet. Angesichts einer Zentralitäts-Kennziffer von 121 für Stuttgart (Durchschnitt der Region bei 93,1) äußert man in einigen Gemeinden inzwischen lautstark Kritik an der Sogwirkung, die die Stadt Stuttgart auf die Region ausübt. Laut dem Planungsdirektor der Region Stuttgart Kiwitt reicht diese Sogwirkung, anders als Frau Poul, Centermanagerin vom Milaneo behauptet, sogar über die Region hinaus, bis in das Rhein-Main-Gebiet und nach München (StN). Weiterlesen

Feinstaub XXL


Die neuen Einkaufszentren Gerber und Milaneo kommen nicht aus den kritischen Zeitungsmeldungen heraus. Heute hat die StN einen Artikel veröffentlicht, der sich mit dem kritischen Pressestammtisch der Zeitung in der Echterdinger Zehntscheuer auseinander setzt. Weiterlesen

Luftreinhalteplan fortgeschrieben


Der BUND, der VCD, das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart KUS und die Bürgerinitiative Neckartor kritisieren die Fortschreibung des Luftreinhalteplans als unzureichend. Der VCD, KUS und die BI Neckartor haben dazu eine gemeinsame Presseerklärung verfasst StNahmeLuftreinhalteplanRP30.9.2014 und einen Einspruch beim Regierungspräsidium eingereicht. Auch der BUND hat eine Presseerklärung veröffentlicht.

Der BUND kritisiert unter anderen, dass nur 4 Steigungsstrecken mit Tempo 40 vorgesehen sind anstatt geplanten 12. Kritisiert werden außerdem das Verkehrskonzept rund um das Milaneo, dass vor allem auf kaufkräftige Kunden aus der Region setzt und dass das Parkraummanagement nicht kurzfristig und großflächig auf Mitte und Bad Cannstatt angewendet wird.

Weitere Informationen:
Landesnaturschutzverband LNV

Luftreinhalteplan für den Regierungsbezirk Stuttgart

Joe Bauer zu Konsumtempeln


Joe Bauer steht in Volker Gegenheimer’s Kiosk in der Paulinenstraße und siniert über das Gerber auf der anderen Straßenseite gegenüber:

[…] Entsprechend steht vor Gegenheimers Tür das neue Einkaufszentrum mit seinen Luxus-Wohnungen herum, als hätte man in einem ausgebombten Wohngebiet eine Videokulisse für Lifestyle-Reklame hingestellt, die bald wieder abgeholt wird. Dem sogenannten Gerber, einer Ausgeburt des Stuttgarter Einkaufkomplexes, hat man eine Art historischen Flurnamen verpasst, um den Marketing-Schwachsinn der Investoren zu unterstützen. Die werben mit dem Leitspruch „Hier wächst Stuttgart zusammen“, faseln etwas von einer „Verbindung der südlichen Innenstadt mit der Einkaufsmeile Königstraße“ und verweisen auf eine „urbane Mischnutzung“, weil es über ihrer Einkaufs- und Fressburg besagte Luxuswohnungen mit Aussicht gibt.

Da erscheint einem die andere Kaufsuchtanstalt mit dem blöden Namen Milaneo hinter dem Bahnhof fast harmlos: Der Protzhochbunker deckelt die Architektur der Stadtbibliothek, die dort sowieso nichts zu suchen hat, und steht an einer Stelle, wo er hinpasst, nämlich in der Glas- und Beton-Scheußlichkeit des Pariser Platzes: in meinem geliebten Quartier Crétin.

[…] Trotz fortschreitender Stadtzerstörung fällt es mir schwer, das Sterben des Einzelhandels, den Tod guter, origineller Geschäfte in Gesellschaft zu betrauern. Die Läden gehen ja auch zugrunde, weil viele Leute, die den Niedergang beklagen, oft genug selbst ihr Geld den vermeintlich billigeren Konzernketten in den Rachen werfen.

Quelle: Kontext: Wochenzeitung

Das Milaneo hat seinen Ruf schon weg bevor es überhaupt eröffnet hat. Im Internet und den Kommentaren der Stuttgarter Zeitungen macht der Begriff Müllaneo seine Runde.

Mehrere Gruppen rufen zu Protesten rund um die Eröffnung von Milaneo und dem Textilhändler Primark auf, der im Ruf steht von „katastrophalen“ (Björn Weber) Arbeitsbedingungen in Bangladesh zu profitieren, siehe Terminkalender der Parkschützer.

Weitere Informationen:

Soli-Komitee Wuppertal oder Das ist untragbar unterstützt von Medico International und der Kampagne für saubere Kleidung.

Durch den Kauf sozial, fair und regional produzierter Kleidung verhindern Sie nicht nur ausbeuterische Arbeitsbedingungen sondern reduzieren auch noch Wasser-, Pestizid- und Düngemittelverbrauch und reduzieren damit Kohlendioxid-, Kohlenmonoxid- und Feinstaubausstoß.

Was bringt uns die Eröffnung des Milaneo?


Die Eröffnung des neuen Einkaufszentrums an der Wolframstraße ist für den 9. Oktober geplant.

Hier eine kleine Umschau aus der Stuttgarter Presselandschaft:

Interview mit Frau Poul, Managerin bei ECE und Frau Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes BW zum Thema Milaneo und Zukunft des Einzelhandels in Stuttgart und der Region. Frau Poul zeigt sich etwas verwundert über die Kritik am Milaneo, dabei wurde das Projekt bereits 2010 von Architekten und Stadtplanern mit heftiger Kritik bedacht. So erstaunt über die Kritik kann sie also nicht sein. Frau Hagmann sieht dagegen vor allem die Verkehrsbelastung und die nötigen Mehrausgaben von 300 Millionen Euro als Hauptproblem. Ob Stuttgart profitiert oder nicht, darüber sind sich die beiden Damen auf jeden Fall nicht einig. Die StN hat schon 2013 gefragt, wie stark Milaneo und Gerber der Innenstadt schaden werden (man beachte den negativen Ton dieser Frage, Frau Hagmann sieht auch negative Effekte).

Auch Kontext:Wochenzeitung sah im Jahre 2013 das neue Einkaufszentrum auf dem Areal des Güterbahnhofs kritisch. Der Autor Heisenbüttel analysierte damals die Vorgehensweise von ECE, ein Einkaufszentrum zu entwickeln und den größtmöglichen Profit herauszuholen.

Kritisiert wurden auch schon seit längerem die Praktiken, mit denen das Milaneo genehmigt wurde. Hier sehen viele vor allem eine Person als Schuldigen: den ehemaligen OB Schuster. Ihm wird nachgesagt, dass er mit dem Trump-Tower auf dem Killesberg ein Wolkenkuckucksheim erschaffen wollte. Dem Milaneo hat er noch zu einer weniger stark begrenzten Zahl an Parkplätzen verholfen. Im Vorfeld des Baus des Modezentrums am Killesberg verhandelte Schuster hinter dem Rücken des Gemeinderats mit dem Investor und präsentierte diesem dann das fertige Konzept. Dass die Killesberghöhe jetzt vor allem als weiteres Einkaufszentrum auftritt, dass aber von seiner Geschäftsstruktur eher auf Nahversorgung setzt, interessiert Schuster wahrscheinlich nicht mehr.

Aber auch die Region rüstet auf, Einkaufszentren wohin man blickt. Siehe dazu auch die Artikel „Krieg der Einkaufszentren„.

Straßen machen Menschen krank!


Straßen machen die Menschen krank, noch mehr Straßen verursachen noch mehr Krankheiten.

Diesen Zusammenhang haben Wissenschaftler aus den USA nachgewiesen.

Mit zunehmender Anzahl von Kreuzungen und abnehmender Straßenbreite, das sind Straßen in Wohngebieten, die nicht schnell befahren werden können, nimmt auch die Zahl der Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Fettleibigkeit ab. Die Bewohner in kürzeren, engeren Straßen, kleinteiligen Wohnvierteln sind gesünder. Die Bewohner an langen, breiten Straßen mit wenigen Kreuzungen dagegen sind häufiger krank.

Bei großen Einkaufszentren und vielen Schnellrestaurants steigt ebenfalls die Zahl der Erkrankungen am Herz-Kreislaufsystem und die Zahl der Zuckererkrankungen/ Fettleibigkeit.

Eine Erklärung hierfür ist laut der Wissenschaftler, dass Bewohner von kleinteiligen Vierteln mit kleinen Geschäften um die Ecke eher zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen.

Dass diese Studie auch auf Deutschland übertragbar ist, ist anzunehmen.