Schlagwort-Archive: Nahverkehr

Stellungnahme zum Luftreinhalteplan


– Stellungnahme des ADFC zum Entwurf des Luftreinhalteplans Stuttgart –

Sehr geehrte Damen und Herren,

Zum Entwurf des Luftreinhalteplans Stuttgart vom August 2018 nimmt der
ADFC Landesverband Baden-Württemberg gemeinsam mit dem ADFC
Kreisverband Stuttgart wie folgt Stellung:

Weiterlesen

Stellungnahme zum Luftreinhalteplan


Stellungnahme des Klima- und Umweltbündnisses Stuttgart und des Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband Stuttgart e.V. zum

Luftreinhalteplan für den Regierungsbezirk Stuttgart Teilplan Landeshauptstadt Stuttgart 3. Fortschreibung des Luftreinhalteplans zur Minderung der PM10- und NO 2 – Belastungen, Entwurf August 2018

Vorbemerkung:
Obwohl der erste Luftreinhalteplan schon im Jahr 2005 aufgestellt wurde, werden auch 13 Jahre später die Grenzwerte für die Luftschadstoffe Feinstaub und Stickoxide in Stuttgart regelmäßig überschritten. Diese Beeinträchtigung der Gesundheit vieler Stuttgarter Bürger ist ein eklatanter jahrelanger Rechtsbruch. Es ist beschämend, dass nicht die zuständigen staatlichen Organe von sich aus die Initiative zur Einhaltung der Grenzwerte ergreifen, sondern dass diese einerseits von Seiten der Europäischen Union durch Strafandrohung und
andererseits durch Klage von Bürgern dazu gezwungen werden mussten.

Weiterlesen

Maßnahmen im Luftreinhaltekonzept


Pressemitteilung des VCD Stuttgart und KUS zum Luftreinhalteplan, anläßlich der kommenden Verkehrsministerkonferenz (Unten als PDF-Datei zum herunterladen):

Am 27. September haben Vertreter des Landesverkehrsministeriums erste Ergebnisse des Wirkungsgutachtens zur Luftreinhaltung im Umwelt- und Technikausschusses des Stuttgarter Gemeinderats vorgestellt. Ergebnis: Weder Stadt noch Land haben ein Konzept, die seit 2005 für Feinstaub und seit 2010 für Stickoxide bestehenden Grenzwerte einzuhalten. Weiterlesen

Antrag der CDU: Vision Stuttgart 2030


Unter dem hochtrabenden Titel „Vision Stuttgart 2030“, im Beamtendeutsch nur Antrag 141/2016 genannt, hat die Stuttgarter CDU am 29. April ein Papier vorgelegt, das Ideen und Ansätze zu Mobilität und Verkehr in Stuttgart und Umgebung aufführt.

Untertitel des Antrags: „Die Mobilitätsherausforderungen in Stuttgart und in der Region können nur bewältigt werden, wenn wir für alle Mobilitätsarten eine bessere Infrastruktur schaffen.“ Weiterlesen

Gründe, die gegen eine E-Auto-Prämie sprechen


Wie der Spiegel und andere Medien melden, ist die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge beschlossene Sache. Weiterlesen

Unsere Antwort an den Verkehrsminister


Das ist unsere Antwort auf den Brief von Verkehrsminister Hermann, der seinerseits unsere Forderungen von November 2015 beantwortete.

Sehr geehrter Herr Minister Hermann,

vielen Dank für Ihre Antwort vom 18. Januar 2016.

Ihr unermüdlicher Einsatz für die Verbesserung der Luftqualität in Baden-Württemberg, besonders im Großraum Stuttgart, verdient Respekt. Die verkehrspolitischen Fehlleistungen zahlreicher Vorgängerregierungen sind eine schwere Bürde für das erklärte Ziel einer umweltverträglichen Mobilität. Wir begrüßen die von Ihnen in diesem Zusammenhang beschriebenen und zum Teil schon umgesetzten Maßnahmen.

Beim Thema „Fahrverbote“ aber scheinen wir aneinander vorbeizureden. Bei der Abwehr von Grenzwertüberschreitungen bei den Luftschadstoffen haben Sie keinen zeitlichen Spielraum mehr. Die betroffenen Menschen müssen durch sofort wirksame Maßnahmen geschützt werden. Da ein geregeltes Fahrverbot die einzige, wirksame Maßnahme im Falle drohender Grenzwertüberschreitungen ist, sind Fahrverbote in so einer Situation ein Muss.
Sie wirken schnell. Sie stehen kurzfristig zur Verfügung. Sie retten Leben.

Als Instrument steht der §45 der Straßenverkehrsordnung zur Verfügung. Wir schlagen vor: Straßenzug für Straßenzug entlasten. Begleitet von Textbändern auf den neuen Anzeigetafeln an den großen Einfallstraßen. Darauf könnte dann stehen: „Alle zur Verfügung stehenden Straßen in der Innenstadt belegt! Sie dürfen gerne unsere kostenfreien P+R Parkplätze nutzen.“ Im Übrigen sorgt die Polizei für den reibungslosen Umstieg vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Die Umsetzung der Maßnahme „Fahrverbote“ mag komplex sein, trotzdem ist sie unverzichtbar.

Denn es ist ja nicht so, dass die Zivilgesellschaft der Region Stuttgart erst seit wenigen Wochen mit dem Phänomen der tödlichen Luftverschmutzung aus Auspuffrohren konfrontiert ist. Hier wird seit über 10 Jahren europäisches Recht, das dem Schutz der Bevölkerung dient, nicht umgesetzt. Es sind nationale Ministerien und Behörden, die ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Das Thema wird seit Jahren in den lokalen und bundesweiten Medien öffentlich beackert. Große Teile der Bevölkerung sind sensibilisiert. Diejenigen, die es bis heute nicht sind, sind appellresistent.

Die Europäische Kommission erteilt – in einem Brief vom 26.11.2014 an die Bundesrepublik Deutschland – Maßnahmen auf Appellebene eine klare Absage. Wir brauchen heute keine Appelle. Wir brauchen Menschen in Regierungsverantwortung, die geltendes Recht umsetzen. Maßnahmen wie ein Feinstaubalarm, der wie Sie sagen, lediglich den Zweck hat zu sensibilisieren, sind dafür völlig ungeeignet.

Ein erfolgreicher Vollzug der von Ihnen beschriebenen Verkehrswende wird noch einige Jahre dauern. Dass eine Vielzahl der dafür notwendigen Maßnahmen nicht sofort umsetzbar ist, versteht sich von selbst.

Aber: Erlauben Sie mir die Frage, wer Sie und Ihre MitarbeiterInnen im Verkehrsministerium daran gehindert hat, schon vor 5 Jahren mit dem Sensibilisieren anzufangen? Wer hat verhindert dass die vom Tübinger Oberbürgermeister Palmer erbetenen landesrechtlichen Grundlagen einer Nahverkehrsabgabe geschaffen werden? Welche Rolle spielt hierbei der
Stuttgarter Gemeinderat?

Am 18. Januar wurde der erste „Feinstaub Alarm“ ausgerufen. Am vierten Tag dieses Feinstaubalarms (21.01.16) wurde im SWR ein Interview Beitrag mit
Ihnen ausgestrahlt. Dort sagten Sie wörtlich: „…Appell geht an die Bürger und Bürgerinnen. Es ist Ihre Gesundheit. Sie müssen dazu beitragen dass die Luft besser wird. Nicht die Politik oder die Bürokratie soll es richten. Nein, jeder ist selber das Verkehrsproblem und der Feinstaub…“. Haben wir das richtig verstanden? Jeder? Was ist mit den Bürgerinnen und Bürgern, die seit Jahren, manche seit Jahrzehnten die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, zu Fuß gehen, Fahrrad fahren? Was mit Tausenden von Kindern, Schülerinnen und
Schülern, Studierenden, die längst wie selbstverständlich nachhaltige Mobilität vorleben?

Wir finden, Ihr Appell war wenig differenziert. Natürlich war die Sendezeit kurz. Aber wir würden uns sehr über öffentliche Beiträge freuen, in denen Sie Ihren dringenden Appell eindeutig an die Nutzer des motorisierten Individualverkehrs richten. Eine weitere Zielgruppe mit unterentwickeltem Problembewusstsein ist aus unserer Sicht die IHK. Deren Funktionsträger sind bekanntermaßen die Verkehrswende-Verhinderer Nummer 1 im Land. Aber auch die lokalen Automobilhersteller zeigen wenig Interesse an einem Strukturwandel.
Und bitte nicht vergessen: Stuttgart 21 ist schon während der Bauzeit ein wesentlicher Belastungsfaktor in Sachen Luftschadstoffe.

Aktueller Pressespiegel zum Thema Feinstaub und Stickoxide


Der SWR meldet, dass die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mehrere deutsche Städte verklagt hat, da diese die vorgeschriebenen Grenzwerte für Luftschadstoffe nicht einhalten. Die DUH kritisiert die steigende Zahl schmutziger Diesel-PKW, die nicht funktionierende Abgastechnik (siehe dazu die Meldungen im Zusammenhang mit dem sogenannten „Diesel-Gate“-Skandal) und auch die schlechte Bilanz vieler Nahverkehrsbusse. Berlin zum Beispiel hat sich diesem Problem angenommen und rüstet die Nahverkehrsbusse der Berliner Verkehrsgesellschaft mit Katalysatoren, die nach dem Prinzip der selektiven katalytischen Reduktion arbeiten, nach. Kommentar von Thomas Braun auf StZ zu der Klage der DUH: „So langsam wird es brenzlig“: Weiterlesen

Alternativen zum Auto


grafik_verkehrsmittel_arbeitswegeÜber 70% der deutschen Arbeitnehmer fahren mit dem Auto zu ihrer Arbeitstelle, so die AOK.

Ähnliches meldet Statistica, die Grafik hier Statistica oder die ganze Seite mit Quellenangabe Statistica.

Das es eben auch anders geht zeigt – wieder einmal – die Schweiz. Das Präsidialdepartement der Stadt Zürich meldete im Februar 2013, für

fast 60 Prozent der Arbeitswege in die oder aus der Stadt Zürich ist das Tram, der Bus oder die Bahn das Hauptverkehrsmittel. Diese hohen Anteile sind vor allem auf den massiven Ausbau des S-Bahn-Netzes Anfang der 1990er-Jahre zurückzuführen.

Auf die Gesamtschweiz bezogen bleibt aber auch dort das Auto das wichtigste Verkehrsmittel. Die Volkszählung im Jahr 2000 hat gezeigt, dass fast 50% der Erwerbstätigen das Auto für den Weg zur Arbeit nutzen. Hier ist das gut ausgebaute Nahverkehrsnetz der Stadt Zürich eindeutig von Vorteil. Das beweist, dass es Alternativen gibt und wenn diese zur Verfügung gestellt werden, werden sie auch genutzt.

Pro Velo, der schweizerische Fahrradverband bewirbt Mit dem Velo zur Arbeit und betont unter anderem auch das Potential für das Klima und den Klimaschutz. Wie stark das Klima beispielsweise durch eine einfache Einkaufsfahrt belastet wird zeigt das Magazin Scinexx. Demnach liegt die Belastung mit

280 Gramm Kohlendioxid pro Kilogramm gekaufter Ware (Quelle Scinexx)

doppelt so hoch wie bisher angenommen, dabei reicht die Spannweite von 0 Gramm pro Kilogramm gekaufter Ware bis zu 8,8 Kilogramm pro Kilogramm gekaufter Ware. Grund dafür ist, dass 83% aller Deutschen mit dem Auto zum Einkaufen fahren, egal ob drei Kästen Wasser oder die sonntäglichen Brötchen gekauft werden, in der Stadt mit gut ausgebauten Nahverkehrssystemen weniger oft als auf dem Land.

Österreich beispielsweise bewirbt den Fahrrad- oder Fußweg zur Arbeit öffentlich und gibt Hilfestellung. Die einzelnen Länder, die Pfadfinder und Fahrradverbände beteiligen sich.

Oberösterreich radelt zur Arbeit
Radlobby Oberösterreich
Burgenland radelt zur Arbeit
Österreich radelt zur Arbeit auf der Seite der Pfadfinder.

Leider gibt es noch zu wenig ähnliche Aktionen hier bei uns. Mit dem Rad zur Arbeit oder der Stuttgarter Aktionstag Besser zu Fuß unterwegs sind da eine Ausnahme, allerdings werden diese zu wenig beworben. Dabei wäre es gerade in einer Großstadt wie Stuttgart so einfach umzusteigen. Bereits 2001 stellte eine Arbeitsgruppe im Rahmen des Stadtplanungsfroums fest:

In Stuttgart herrscht ein hohes Aufkommen des motorisierten Individualverkehrs, dass aus folgenden Faktoren resultiert:
Die hohe Arbeitsplatzzentralität der Stuttgarter Innenstadt führt zu einem deutlichen Pendlerüberschuss; in gegensätzlicher Richtung sind „Erholungspendler“ zu erkennen, die aus dem dicht bebauten Stuttgarter Kessel in der Umgebung Erholung suchen.

Der Besetzungsgrad der Pkw ist – vergleichbar mit anderen deutschen Großstädten – mit 1,33 Personen/Pkw gering.

Als geeignete Maßnahme erscheint der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, sowohl baulich als auch durch Maßnahmen der Taktverdichtung. Hierzu zählen auch Busbeschleunigungen durch die Einführung und Ausbau von Busspuren, Ampelbevorrechtigung, etc.

Ideen und Lösungsansätze sind also vorhanden, nur wer setzt sie um?

Dass das Auto noch viel zu oft auch für kurze Wege genutzt wird zeigt diese Seite: 25% aller zurückgelegten Wege sind danach 2 bis 5 Kilometer lang. Diese Strecken kann man auch mit dem Rad fahren und selbst zu Fuß noch spielend bewältigen. Jeweils noch 20% entfallen auf Strecken bis 10 Kilometer und bis 25 Kilometer. Auch diese Strecken kann man bei entsprechender Kondition noch gut mit dem Fahrrad bewältigen. Ansonsten wählt man Bus und Bahn als Alternative zum Auto. Wo es aufgrund von fehlender Infrastruktur gar nicht anders geht, bleibt das Auto als letztes Mittel. Dass ich zu Fuß oder mit dem Rad auf Strecken bis 5 Kilometer schneller bin als jedes andere Verkehrsmittel zeigt die nachfolgende Grafik.

diagramm3

Quelle: Umweltbundesamt 2008, verändert mit eigenen Berechnungen des VCD

Tipps und Hinweise wie sie mit dem Rad zur Arbeit kommen kann Ihnen ihr Arbeitgeber geben. Große Firmen haben oft eine eigene Radsportgruppe, die mit Hinweisen zu Wegstrecken aushelfen kann, außerdem bieten große Firmen ihren Mitarbeitern Umkleiden mit Duschen an. Bei kleinen Firmen ist das oftmals ein Problem, aber auch das lässt sich sicher im Gespräch mit den Verantwortlichen lösen. Ihre Krankenkasse, die Ortsgruppe vom ADFC oder vom VCD kann ebenfalls unterstützen. Fahrradrouten kann man auch im Internet einsehen, beispielsweise auf den Karten von Open Cycle Map.

Einkaufen mit dem Fahrrad ist etwas schwierig, je größer das Gewicht umso schwerer wird das Lenken und Treten. Aber auch hier gibt es von der Industrie zahlreiche Lösungen, fragen Sie den Fahrradhändler ihres Vertrauens.