Schlagwort-Archive: notwendiger Kollateralschaden

Nichts als heiße Luft


Das Kommunikationsbüro wird nicht müde in Pressemitteilungen und Bürgerveranstaltungen den Baufortschritt von S21 zu beschreiben. Da werden Meldungen über nächtliche Lärmbelästigungen durch Rammarbeiten oder durch Brückenbauarbeiten verbreitet, auf Bürgerinformationsveranstaltungen werden die erstaunten Anwohner über Tunnelbauwerke unter ihren Häusern informiert, die Staumeldungen und Umleitungen wegen des Transports einer Tunnelbohrmaschine in der Presse veröffentlicht und mit großem TamTam Baustellen und Tunnel eingeweiht. Die örtliche Presse und sogar die Kirche geben sich die Klinke in die Hand.

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Beton macht blöd


Die Stuttgarter Zeitung hat heute eine Reihe Kommentare von Bürgern und Lesern zum Thema Stadtentwicklung veröffentlicht, die anläßlich eines Aufrufes eingegangen waren. Da wird unter anderem auf das „tote Europaviertel“ eingegangen, das von Beton dominiert wird, Immobilienhaie und Großinvestoren zerstören die Stadt und die Natur muss weichen. Weiterlesen

Das System21 ist überall!


Das System21 ist auch in kleinen Projekten zu finden, zum Beispiel im Neubau der John-Cranko-Schule. Auf dem Gelände des denkmalgeschützten Wasserwerks in der Werastraße (unterhalb der Jugendherberge) soll der Neubau entstehen. Dafür müsste das Wasserwerk zumindest teilweise weichen. Aber bereits jetzt – noch vor Baubeginn – steigen die Baukosten ins Unermessliche. Und da sind die Parallelen zu S21 durchaus sichtbar.

Mit Verweis auf irgendeine europäische Magistrale pocht OB-Kuhn auf das Weitermachen, ist sogar verärgert darüber, dass der Rechnungshof das Projekt kritisiert.

„Es geht nicht, dass man eine Ballettschule von internationalem Rang mit dem Bau eines normalen Gymnasiums verglichen wird.“

„Wir zählen weltweit zu den Top-5-Ballettstädten. Die John-Cranko-Schule bildet mit dem Internat das Rückgrat.“

Beide Zitate OB-Kuhn aus dem schwäbischen Tagblatt.

Der Autor des Artikels im Tagblatt kommt zu dem Schluß, dass die Schule wahrscheinlich doch wie geplant gebaut wird. Man läuft also wieder – wie bei S21 – sehenden Auges in das Chaos hinein und winkt eine Kostensteigerung nach der anderen durch, opfert dabei wieder einmal nur zu Prestigezwecken ein denkmalgeschütztes Gebäude und bezeichnet dies als notwendigen Kollateralschaden. Und die äußerst wichtige Luftschneise zum Gebhard-Müller-Platz und zum HBF würde mit diesem Gebäude auch wegfallen. Nachdem bereits auf der anderen Seite mit dem Neubau der IHK-Gebäudes eine wichtige Luftschneise wegfällt, rücken die Ziele der Luftverbesserung im Talkessel damit erneut in weite Ferne.

Aber es gibt doch einen Unterschied zu S21. Eine neue Ballettakademie zu bauen wäre sicher sinnvoller als einen neuen Bahnhof zu bauen. Aber auch hier gilt: Kostentransparenz und Beteiligung der Anwohner VOR Projektstart und nicht irgendwann danach. Aber den Fehler zuzugeben und alles auf Null zurückzusetzen um neu zu planen geht der Politik und der Stadtverwaltung gegen die Ehre. Da macht man lieber weiter wie geplant.

Ergänzung am 1.8.2013: gerade in den letzten Tagen spürt man die Folgen dieser Baupolitik (Nachverdichtung, Bebauung von ehemaligen Grünflächen und Fällen von Innenstadtbäumen) wieder einmal deutlich am eigenen Leib. Um das Klima im Talkessel zu verbessern sollten Bäume gepflanzt werden und nicht gefällt. Bäume spenden Schatten, sorgen mit der Verdunstung von Wasser für ein angenehm kühles Klima und sie filtern Staub und Luftschadstoffe aus der Umgebungsluft. Unser Ziel sollte also sein, die Innenstadt zu vergrünen und nicht den Wohnraum zu verdichten! Leider stehen Bäume aber den Interessen der Gewinnmaximierung und der schnellen Rendite im Weg.

notwendiger Kollateralschaden auf dem Weg in eine wunderbare Zukunft


Am vergangenen Sonntag hat die Initiative Cannstatter gegen S21 auf den Abriss des Holzstegs, des Leuzestegs und des Elefantenstegs hingewiesen. Diese sollen ersatzlos wegfallen. Hier ein Ausschnitt aus dem Bebauungsplan Projekt Rosensteinautotunnel

33Rechts über den Neckar der Holzsteg, der genau auf Höhe der neuen Brücke verläuft und in der Bildmitte der Elefantensteg, der der Tunnelausfahrt des Rosensteinautotunnels im Weg ist.

33Hier in der Karte aus dem Bebauungsplan Projekt Rosensteinautotunnel erkennt man die neue Röhre Leuzetunnel die genau unter der Verbindung von Leuzesteg und Hängebrücke verläuft. Auch diese beiden Brücken müssen für ein fragwürdiges Bauprojekt weichen.

Diesen Sonntag findet eine weitere Aktion der Cannstatter Initiative statt.

Weitere Infos hier oder hier auf Cannstatter.net.