Schlagwort-Archive: Oh Stuttgart…!

Rede Nr. 1: Autofreier Sonntag


Autofreier Sonntag, Stuttgart, 23.09.2018

Dieter Bareis, Klima- und Umweltbündnis Stuttgart

Verkehr und Klimaschutz – eine schwierige Beziehung.

„Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen“ sagte einst Loriot. Als schwuler Mensch muss ich leider ergänzen: Männer und Männer passen auch nicht so einfach zusammen. Beziehungsfragen zwischen Menschen sind oft reichlich kompliziert! Aber bevor jetzt gleich wieder dieser seltsame Doppeldecker rechter Gruppierungen aufkreuzt, dieser ominöse „Bus für die Meinungsfreiheit“, sage ich lieber gleich: Wir wollen wir uns hier mit einer ganz anderen schwierigen Beziehung befassen: Mit der zwischen Verkehr und Klimaschutz. Lässt sich das Zitat von Loriot hierauf übertragen? Passen Verkehr und Klimaschutz einfach nicht zusammen? Derzeit ist die Beziehung zwischen den beiden jedenfalls sehr konfliktreich! Haben die beiden eine Chance auf eine gelingende Beziehung? Weiterlesen

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Rede Nr. 2: Verkehrswende – autofrei nicht nur als Sonntagsevent


Verkehrswende – autofrei nicht nur als Sonntagsevent

Carola Eckstein, ING22

Ich beginne mit einem Beitrag für Nostalgiker: Vor rund 200 Jahren haben Dampfloks den Radius unserer Mobilität enorm vergrößert. Im Handling, wie wir heute sagen würden, ließ die gute alte Dampflok allerdings zu wünschen übrig. U.a. konnten Dampfloks nicht rückwärts fahren, weswegen es mit einigem Aufwand verbunden war, einen Kopfbahnhof anzufahren. Weiterlesen

Video zum autofreien Tag


Vielen Dank an Igor Czybulsky für das Video

Vielen Dank an Martin Storz für das Video.

Vielen Dank an Berti für das Video.

EInladung zum internationalen autofreien Tag 23. September


Am 23. Sept. ist der Internationale Autofreie Tag. Die Stadt organisiert diesen nicht. Deswegen haben wir mit dem KUS und anderen Organisationen abgestimmt, am 23. Sept. von 14.00 – 17.00 Uhr die B 14 zu „bespielen“.

 

 

Jemand zu Hause in der Villa Reitzenstein?


Pressemitteilung von Hannes Rockenbauch
Stuttgart, den 12. November 2015

Jemand zu Hause in der Villa Reitzenstein?

„Nach 5 Jahren politischem und juristischem Taktieren und Versagen deutet sich nun endlich an, was die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 und große Teile der Bevölkerung wissen: Der Einsatz der Polizei im Schlosspark am „Schwarzen Donnerstag“ ist nach Meinung der Richter am Verwaltungsgericht „unrechtmäßig und unverhältnismäßig“. Für diejenigen Menschen, die im Park von der Polizei und vom Land Baden-Württemberg mit brutalster Gewalt nicht nur körperlich, sondern auch seelisch verletzt und ihrer Rechte beraubt wurden, ist dies nun ein wichtiges Signal. Warten wir aber das Urteil ab. Weiterlesen

PM: SÖS und Die Linke kritisieren Baumfällungen


Pressemitteilung der SÖS und Die Linke zu den Baumfällarbeiten zur Vorbereitung auf die Bauarbeiten für den Rosensteintunnel und S21 im Rosensteinpark.

Vom Rosensteinpark bis zum Mineralbad Leuze: Überall wird jetzt alter Baumbestand zerstört, der so wichtig ist für die Atemluftqualität in unserer Feinstaub-Hauptstadt. Und das wegen genau der falschen Projekte wie Stuttgart 21, das Verkehr von der Schiene auf die Straße verschiebt (nicht andersrum wie immer behauptet) und dem Rosensteintunnel, der 20 000 Autos mehr in die Stadt bringen wird.

Thomas Adler (Die LINKE), Fraktionsvorsitzender: „SPD, CDU, FDP und FW sorgen als Tunnel- und Baum-ab-Parteien dafür, dass sich die Situation auf Jahrzehnte nur verschlechtern kann. Vom so genannten ‚bürgerlichen Block’ ist in Umwelt- Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik nichts anderes zu erwarten, die SPD-Fraktion aber beweist immer und immer wieder, dass sie nicht dazulernt und weiter in die falsche Richtung marschiert.“

Die Haushaltsanträge von SÖS und LINKE, den Rosenstein- und S21-Tunnelbau zu stoppen und das Geld der Stuttgarter besser für deren Wohl einzusetzen, wurden abgelehnt. Auch vom im Gemeinderat stimmberechtigten Oberbürgermeister, der sich aktuell aber gegen Vorwürfe aus dem S21-Widerstand mit dem Argument verteidigt, er könne gegen alte und seiner Sicht nach falsche Entscheidungen halt nichts machen, er sei zum Vollzug verpflichtet.

Der Fraktionsvorsitzende und ehemalige Oberbürgermeister-Kandidat Hannes Rockenbauch (SÖS) hierzu: „Die neuesten Feinstaub-Messwerte sind doch alarmierend. Ich erwarte von Herrn Kuhn, dass er die Gesundheitsgefährdung seiner Bürgerschaft ernst nimmt. Auch ein neuer OB sollte sich nicht drücken, gegen alte Fehler anzukämpfen. Die Behauptung, ein Oberbürgermeister habe keine Mittel und Wege dazu, wäre eine Bankrotterklärung gegenüber dem eigenen Amt.“

SÖS und LINKE fordern weiterhin: Dieser Baumfäll-Wahnsinn muss gestoppt werden!
2014-01-22_PM_SuL-kritisieren-Faellungen-beim-Rosenstein

Unser Stadtklima ist bedroht.


Wie wohl man sich an seinem Lebensmittelpunkt fühlt, hängt entscheidend vom Klima ab. Unter dem Wort „Klima“ werden allgemein Vorgänge oder Stimmungen zusammengefasst, die in einem angegrenzten Gebiet herrschen. So kann das Wort Klima das Auf und Ab an der Börse beschreiben, auch die positiv oder negativ aufgeladene zwischenmenschliche Beziehung von Ehepartnern oder Bürokollegen.

Mit Stadtklima bezeichnet man vor allem die meteorologische Situation in einer Stadt. Im Sommer, wenn es heiß ist, fällt es den Einwohnern schwer sich zu bewegen. Die Luft wabert auf den Straßen während die Sonne von oben brennt.

Autos und ihre Schadstoffe sind vor allem die entscheidenden  Faktoren, die für das Stadtklima eine Rolle spielen, aber auch andere Einflüsse sind entscheidend:

  • Parkanlagen inkl. der Pflanzen und Bäume
  • Spielplätze
  • Straßen
  • Gebäude

Um nur einige Faktoren zu nennen.

Nun dürfen wir seit einigen Jahren den Trend verfolgen, dass in der Stadt immer mehr Grün verschwindet.

  • der mittlere Schloßgarten wurde gerodet
  • der Rosensteinpark steht kurz davor gerodet zu werden, damit der Rosensteintunnel für den Autoverkehr und der Rosensteintunnel für die S-Bahn- und Fernverkehrsgleise gebaut werden können
  • im Park der Villa Berg sollen die alten Bauten des SWR verschwinden und durch eine neue Wohnbebauung ersetzt werden
  • im Killesbergpark wurde ein großer Teil des alten Messeparks (inkl. der beliebten Wasserspiele) abgerissen und durch eine fragwürdige Mondlandschaft ersetzt
  • In der Lindenspürstraße wurde ein Hinterhofpark gerodet, damit dort ein neues Wohnhaus gebaut werden kann
  • die John-Cranko-Ballettakademie plant einen Neubau auf dem Gelände des Wasserwerks zwischen Wera- und Urbanstraße (neben Paul-Löbe-Staffel, Karte)

Durch diese Neubauten wurde oder wird Grünfläche vernichtet, die so dringend benötigt wird in dieser Stadt.

Zitat aus Wikipedia: Ein europäischer Laubbaum trägt durchschnittlich 30.000 Blätter, die zusammen eine enorme Transpirationsleistung ergeben. An warmen Sommertagen kann der Baum mehrere hundert Liter Wasser verdunsten. Beispiel einer 80-jährigen, allein stehenden Rotbuche: In diesem Lebensalter ist der Baum 25 m hoch, und seine Baumkrone mit einem Durchmesser von 15 m bedeckt eine Standfläche von 160 m². In ihren 2.700 m³ Rauminhalt finden sich 800.000 Blätter mit einer gesamten Blattoberfläche von 1.600 m², deren Zellwände zusammen 160.000 m² Fläche betragen. Pro Stunde verbraucht diese Buche 2,352 kg Kohlenstoffdioxid, 0,96 kg Wasser und 25.435 Kilojoule (Solarenergie) (die Energieangabe bezieht sich auf die in Form von Traubenzucker gespeicherte Energie, die eingestrahlte Sonnenleistung ist ca. siebenmal größer); im gleichen Zeitraum stellt sie 1,6 kg Traubenzucker her und deckt mit 1,712 kg Sauerstoff den Verbrauch von zehn Menschen. Die 15 m³ Holz des Baumes wiegen trocken 12.000 kg, allein 6.000 kg davon sind Kohlenstoff.

Bei den bereits im mittleren Schloßgarten gefällten und im Rosensteinpark noch zu fällenden insgesamt rund 350 Bäumen bedeutet dies ein Jahresverlust von 5200 Tonnen frischen Sauerstoff und ein zusätzliches Aufkommen von 7000 Tonnen nicht verarbeitetem Kohlendioxid, was die Atemluft in der Stadt erheblich verschlechtert.

Aktualisierung: Wir haben weiter recherchiert und ein Baum filtert im Jahr rund 1 Tonne Staub aus der Luft. Es kommen also noch einmal insgesamt 350 Tonnen Staub hinzu.

Aktualisierung 2015: Da inzwischen weitere Bäume („vegetative Überbemöbelung“) entfernt wurden, dürften sich die Zahlen inzwischen folgendermaßen verändert haben: bei inzwischen rund 600 gefällten Bäumen (geschätzt) etwa 9000 Tonnen fehlender Sauerstoff im Jahr, 12.000 nicht verarbeitetes Kohlendioxid im Jahr und etwa 600 Tonnen ungefilterter Feinstaub.

Für diese Luftverschmutzung sind die willfährige Politik und die Handlanger in den Ämtern und der Verwaltung verantwortlich! Aber was sind schon 5200 Jahrestonnen frischer Sauerstoff für 10 Menschen gegenüber den wirtschaftlichen Interessen der Bauwirtschaft?

Und so geht es gerade weiter, selbst wenn S21 nicht gebaut werden würde, die Stadt ist im Würgegriff von Partikularinteressen. Es werden neue Einkaufszentren errichtet, Straßen neugebaut und exorbitant teurer Wohn- und Gewerberaum, der Bau von Sozialwohnungen geht dagegen seit Jahren zurück.