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Die Wünsche der Autoindustrie wurden erfüllt


Wie wir in unserem Artikel Die Autoindustrie hat Wünsche berichtet hatten, befürchtete die deutsche Autoindustrie durch die neuen EU-Grenzwerte für Kohlendioxid wirtschaftlich ins Aus gestellt zu werden. Die neuen Grenzwerte von 95 µgr Kohlendioxid pro Kilometer (Ziel bis 2020) würden Arbeitsplätze vernichten und die deutschen Autohersteller könnten die Grenzwerte nicht erfüllen, auch bis 2020 nicht. Deshalb wurde auf Drängen von einigen europäischen Staaten, unter anderem der deutschen Kanzlerin, die Abstimmung über die neuen Grenzwerte verschoben. Jetzt bleibt mehr Zeit für noch intensivere Lobby-Arbeit.

Dabei stellen sich die deutschen Autobauer doch so gern als Vorreiter dar und betonen den Erfindergeist der Herren Gottlieb Daimler oder Ferdinand Porsche. Dann sollte es doch wohl auch möglich sein, neue Technologien zu entwickeln, mit denen die Grenzwerte erreicht werden können. Dies würde auch Arbeitsplätze schaffen.

Fakt ist, dass die deutschen Hersteller Vorreiter sind, und zwar bei großen, massiven Fahrzeugen. Und sie sind Vorreiter in Sachen Benzinverbrauch. Das steht natürlich nicht in den bunten Prospekten die im Verkaufsraum ausliegen. Wie der ADAC wiederholt feststellen musste, weichen die Verbrauchswerte in den Prospekten teilweise bis zu 30% von den realen Werten ab. Hier sieht der Verein ein Defizit für die Kunden

Hier können sie reale Verbrauchswerte von Fahrzeugen vergleichen.

Außerdem war der Vorschlag der Politik zu den neuen Grenzwerten sehr Unternehmer-freundlich. So sollten die Grenzwerte im Durchschnitt gelten, für die gesamte verkaufte Flotte des Herstellers. Und Elektrofahrzeuge hätten als sogenannte „Supercredits“ doppelt gezählt (Anm.: Doppelt von was? Sie stoßen doch kein CO2 oder NOx aus – wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. Wovon dann also das doppelte bilden? Null mal Null ist Null, das wussten schon die Karnevalisten!).

Es sei völlig richtig, dass sich die Regierung und die Kanzlerin persönlich für die Interessen der deutschen Autoindustrie einsetzten (Vize-Regierungssprecher Georg Streiter)

Gleichzeitig brauchen wir aber auch eine faire Lösung, die den Besonderheiten der deutschen Automobilindustrie Rechnung trägt (Vize-Regierungssprecher Georg Streiter)

Es geht ja hier auch um Autos (Vize-Regierungssprecher Georg Streiter)

Quelle für die Zitate.

Wo bleiben die Interessen der Bürger?

 

Autoindustrie hat Wünsche


Die deutsche Autoindustrie hat Wünsche an die Politik und die wurden von Matthias Wissmann unlängst vorgetragen. Er hat einen Bettelbrief geschrieben, in dem er fordert, dass es nicht sein kann, dass

wir unser leistungsfähiges und starkes Premiumsegment, das fast 60 Prozent der Arbeitsplätze unserer Automobilhersteller in Deutschland ausmacht, über willkürlich gesetzte Grenzwerte buchstäblich kaputt regulieren lassen. (Quelle Spiegel)

Die Autoindustrie hat Angst vor den Klimazielen der EU und den neuen Grenzwerten von 130 Mikrogramm CO2 pro Kilometer bis 2015, 95 Mikrogramm bis 2020 und 68 bis 78 Mikrogramm bis 2025 (Quelle Spiegel, und  Tagesspiegel). Einige Autohersteller, hier vorallem die deutschen Hersteller BMW und Mercedes (Quelle: Spiegel, siehe oben) mit dem Premiumsegment, haben deshalb den Plan entwickelt ihre Flotte mit Elektrofahrzeugen und einigen verbrauchsarmen Klein- und Kleinstwagen aufzuhübschen um sich diese besonders guten Werte dann als sogenannte „Supercredits“ auf ihr Gesamtflottenprogramm anrechnen zu lassen. Ein gebautes Elektroauto wird dabei zwei oder dreifach auf die Edellimousinen angerechnet, somit werden im Durchschnitt die geforderten EU-Grenzwerte erreicht. (Quelle: Spiegel, siehe oben)

Die Hersteller können sich ihre Bilanzen schönrechnen, so der Experte Gerd Lottsiepen vom VCD. Er und andere Umweltverbände fordern deutlich ambitioniertere Grenzwerte einzuführen, zum Beispiel 60 Mikrogramm. Sie kritisieren auch die Mehrfachanrechnung von Elektrofahrzeugen, zum Beispiel soll jedes Elektrofahrzeug 1,3-mal angerechnet werden. (Quelle Tagesspiegel, siehe oben)

Kritisiert werden auch die Messmethoden, mit denen die Verbräuche der Fahrzeuge ermittelt werden. Diese Messmethoden finden unter vergleichbaren Laborbedingungen statt, die Realität auf der Straße sieht aber anders aus. Jeder Fahrer ist individuell und somit verbrauchen die Fahrzeuge teilweise deutlich mehr als angegeben. Das ärgert nicht nur den Kunden sondern auch die Umweltverbände, die fordern, dass diese Messmethoden an die Realität angeglichen werden um den wahren Verbrauch anzugeben. (Quelle Strom-Magazin)

Pleiten, Pech und Pannen am Innovationsstandort Deutschland


S21, die Hamburger Elbphilharmonie, der Berliner Flughafen BER, … überall laufen die Kosten und der Terminplan aus dem Ruder, der Pfusch ist nicht zu verstecken und die Klagen Betroffener schweben wie ein Damoklesschwert über den Projekten. Der Kommentator Pit Wuhrer der Schweizer Wochenzeitung aus Zürich sieht die Entwicklung mit Ursprung in der Nachwendezeit vor allem in der Sparpolitik.

  1. Die Privatisierungswelle in der Nachwendezeit und das Wegsparen von Kompetenzen
  2. der Zwang, immer den billigsten Anbieter zu nehmen und
  3. das Streben der Wirtschaft nach immer höheren Renditeziele

führten dazu, dass immer mehr Bauprojekte den Bach hinunter gingen.

Kann das das Ziel der Kanzlerin sein? Ist es das, was sie mit „Deutschlands Zukunftsfähigkeit“ meinte? Es ist wohl eher die „marktkonforme Demokratie“ (Kontext) a la Merkel, die gemeint ist.

Fakt ist, dass S21 nicht eine „Frage von europäischer Bedeutung“ ist sondern nur die Spitze eines sehr viel schwereren Eisbergs, dessen Dimensionen wir gar nicht einschätzen können, meint der Autor der Zeitung der Freitag. Die Kosten von wahrscheinlich 11 Milliarden sind eine gewaltige Subvention für die Bauwirtschaft, die Banken, die das Geld verteilen und die Bahn. Die Bauprojekte im Dunstkreis von S21 sind aber in Summe um ein Vielfaches größer. Da wäre als erstes das Milaneo zu nennen, der SSB-Tunnel unter der Heilbronner Straße, das Wohnviertel Nordbahnhof, der Bücherknast, die Bebauung der Gäubahnstrecke mit lukrativen Villen und und und. Es geht nämlich garnicht um den Bahnhof, es ging noch nie nur um den Bahnhof sondern immer um ein Mega-Milliarden Immobiliendeal. Nur so ist zu erklären, dass gegen jeden vernünftigen Hinweis, gegen jedes Argument zu Kostensteigerung, Kapazitätsabbau und Geschichtsvernichtung weiter gebaut wird. Nicht der neue Bahnhof entscheidet über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands sondern die „systemrelevanten Finanzchaoten“ (der Freitag) in den Bankentürmen, die auf unsere Kosten eine neue „Party im Casino“ (der Freitag)  feiern.

Demo am 22.12.2012


Trotz des Wetters, trotz des nahenden Weihnachtsfestes haben sich am 22.12. immer noch 1.000 Demonstranten für einen Baustopp und einen sofortigen Ausstieg aus S21 ausgesprochen.

Sie begann vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Dann legte sie einen Stopp am Neckartor ein, führte weiter zum SRW und endete bei den Mineralbädern. Und einige ließen es sich dann auch nicht nehmen den ParkwächerInnen beim Elefantensteg noch einen Besuch abzustatten. Thematisch ging es um den besseren und vernünftigeren Kopfbahnhof bzw. um unnütze Großprojekte wie S21, um das Feinstaubproblem durch den Autoverkehr, ferner um die unter die Räder gekommene Pressefreiheit und die bislang – und zum Teil auch jetzt noch – sehr einseitige, von oben diktierte Berichterstattung, hauptsächlich in den örtlichen Printmedien in und rund um Stuttgart bzw. Baden-Württemberg sowie im Besonderen im öffentlich rechtlichen Sender SDR 3 und nicht zuletzt um die Gefährdung der Mineralquellen. Quelle Wolfgang Rüter.

Die Presseerklärung der Parkschützer zur Laufdemo. Fotos der Demo sind hier abgelegt. Danke an den Reporter der Straße für die Bilder.

OB-Wahl: Die Kandidaten beantworten Fragen zum ÖPNV


Der ADFC, der BUND, der VCD, Die Bad Cannstatter Initiative Cannstatter gegen S21, das Stuttgarter Bündnis Klima und Umwelt Stuttgart und die Bürgerinitiative Der Mast muss weg haben eine Anfrage an die OB-Kandidaten gestellt und um Stellungnahme zu einigen Punkten gebeten.

Hier die Antworten der Kandidaten:

BUND_Wahlprüfsteine_UWGRuppen_120928

 

Verkehr 2.0


Wir haben es ja zuerst für einen schlechten Scherz gehalten, aber es scheint wahr zu sein. Ein großer Hersteller von Elektronikgeräten und ein großer deutscher Hersteller von LKW bekommen bei Berlin eine Teststrecke für E-LKW, also elektrisch betriebene LKW eingerichtet. Siehe hier der Beitrag vom Mittwoch, 22. August.

Wer hat sich das denn ausgedacht? Dies als Innovation zu verkaufen ist doch der blanke Hohn! Sowas gibt es schon und zwar seit vielen Jahren. Es nennt sich Güterzug und fährt auf Eisenschienen, kann bis zu mehrere Kilometer lang (*) sein und transportiert Güter von A nach B.

Diese angeblich neue deutsche Innovation verhilft wieder nur den Herstellern der LKW zu mehr Marktanteil. Wen wundert es da, dass in den oberen Führungsebenen der deutschen Bahn Leute aus der Automobilindustrie von EADS und Mercedes Benz sitzen? Elektrische LKW können sich allenfalls auf Kurzstrecken in den Innenstädten lohnen. Aber niemals auf deutschen Autobahnen. Und die Mengen an CO2, die im Beitrag genannt werden, können mit den derzeit im Bau befindlichen Kohlekraftwerken natürlich nicht eingespart werden. Das CO2 fällt nur an anderer Stelle an, nicht am LKW selbst.

Das wird hoffentlich eine Zeitungsente bleiben!

(*) es gibt unterschiedliche Angaben über den längsten Güterzug der Welt. Das Eisenbahnforum schreibt:

Der längste und schwerste Zug der Welt war ein Güterzug der australischen BHP Iron Ore Gesellschaft, der am 21. Juni 2001 eine Strecke von 275km zwischen den Newman-Yandl-Minen und Port Hedland in Western Australia zurücklegte. Der Zug bestand aus 8 Diesellokomotiven und 682 Waggons (insgesamt 5648 Achsen) und war 7,353 Km lang bei einem Gesamtgewicht von 99.732 Tonnen.

Diese Seite dagegen meldet den längsten Zug in Südafrika:

Der längste Güterzug der Welt fuhr im August 1989 in Südafrika, 660 Wagen bildeten eine Zuglänge von 7,3 km, gezogen von 9 Elektroloks und 7 Dieselloks, das Zuggewicht betrug ohne Loks 69393 Tonnen.

Pressestimmen


Stuttgarter Zeitung: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.umwelt-protestzug-gegen-feinstaub.f3901680-1305-4dae-8074-0276752b504c.html

Europäische Presseagentur: http://www.en-a.de/lokale_nachrichten/demo_feinstaub_macht_krank-50696/ Das ist unsere Pressemitteilung, die hier allerdings verkürzt wieder gegeben wird.

DUH kritisiert Landesregierung und Luftreinhalteplan


Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert in einer Mitteilung vom Dezember des letzten Jahres die Landesregierung und ihren Maßnahmenplan zur Luftreinhaltung.

Den Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern müssen attraktive Alternativen zum Auto geboten werden“, sagt Werner Korn vom VCD Baden-Württemberg. „Die Stadt muss den Öffentlichen Personennahverkehr deshalb konsequent ausbauen. Verkehrsvermeidung muss ein zentraler Bestandteil des verkehrspolitischen Programms sein. Straßenneubauten wie der Rosenstein- und Leuzetunnel, die bis zu 10.000 zusätzliche Fahrzeuge am Tag generieren, dürfen nicht realisiert werden.“Auch der Fahrradverkehr spiele eine zentrale Rolle. „Der Anteil des Radverkehrs an den zurückgelegten Alltagswegen ist in Stuttgart noch stark ausbaufähig. Deshalb ist ein Landesprogramm zur Förderung des Alltagsradverkehrs notwendig. Bisher taucht der Radverkehr im Luftreinhalteplan noch nicht einmal auf“, so Werner Korn

Dem stimmen wir zu!