Schlagwort-Archive: SSB

Die falsche Politik der Stuttgarter Straßenbahn


Die SSB feiert Rekorde, so sind 2015 die Fahrgastzahlen gestiegen, und die Attraktivität der SSB soll weiter gesteigert werden, sicher sind diese Verlängerungen:

  • Die U12 soll mit Doppelwagen fahren, das ist allerdings mit dem Wegfall der Haltestelle Friedhofstraße verbunden (siehe unten)
  • Die U12 fährt vom Hallschlag weiter nach Hofen und Aldingen

Diese Ausbauten sind nur eine mehr oder weniger konkrete Idee:

Diese Ausbaupläne würden die Attraktivität der SSB weiter steigern und mehr Menschen ermöglichen, die SSB zu nutzen. Weiterlesen

Advertisements

SSB und VVS haben ein Problem: S21


Gerade hat die SSB angekündigt, dass die Sperrung der Tunnel an der Haltestelle Staatsgalerie nicht wie angekündigt im August wieder aufgehoben werden soll sondern erst im Dezember 2017. Deshalb werden die drei Linien U1, U2 und U4 zusätzlich zu den bestehenden Linien U9 und U14 vier weitere Monate vom Stöckach über den Hauptbahnhof fahren müssen. Der Haptbahnhof ist damit momentan die einzige große Umsteigehaltestelle im SSB-Netz. Der Verkehr von 10 Linien, der sich bis zur Sperrung auf die Haltestellen Charlottenplatz und Hauptbahnhof verteilte, ist jetzt am Hauptbahnhof zusammengeführt. Der Netzplan der SSB ist hier zu finden. Wer den Talkessel längs oder quer kreuzen möchte muss über den Hauptbahnhof fahren. Lediglich der Verkehr von den Fildern in den Stuttgarter Süden und umgekehrt kann weiterhin am Charlottenplatz umsteigen.

Damit rächt sich jetzt, was seit Jahren bereits bei der S-Bahn kritisiert wird: Die fehlenden Tangentialverbindungen und die Konzentration auf eine (S-Bahn) bzw. zwei Stammstrecken (SSB). Als Stammstrecke in einem Verkehrssystem wird die Strecke bezeichnet, die wie der Stamm eines Baumes den Kern bildet und damit den Hauptanteil des Verkehrs trägt.

Das Fehlen der zweiten großen Umsteigeummöglichkeit führt dazu, dass die Bahnsteige und die Züge am Hauptbahnhof morgens und abends im Berufsverkehr brechend voll sind – teilweise sogar so voll, dass Fahrgäste nur im Tippelschritt aus dem Zug aussteigen können, weil die Menschenmassen auf dem Bahnsteig, die einsteigen wollen, ein geordnetes „Abfließen des Personenstromes“ hin zu den Treppen und Aufgängen gar nicht zulassen. Dadurch verzögert sich der Fahrgastwechsel und der Zug steht länger als geplant am Bahnsteig. Nach dem Fahrplan braucht man da nicht mehr zu fragen.

Zu einem weiteren Zuwachs an Fahrgästen in der SSB wird es kommen, wenn die Haltestelle Feuerbach Bahnhof ab Donnerstag nicht mehr von den S-Bahnen angefahren wird.

Statt tangentiale Verbindungen zu schaffen wird das Netz der SSB immer weiter in das Umland verlängert, die Verlängerung der U6 zum Flughafen ist beschlossen, verzögert sich aber und die Verlängerung der U13 zum S-Bahnhof Weilimdorf wird aktuell geprüft. Hier eine Mitteilung der SPD im Bezirksbeirat Weilimdorf zu dem Thema, verschiedene Streckenabschnitte sind in der Diskussion. Das klingt zunächst einmal gut, immer mehr Menschen haben so direkten Zugang zum SSB-Netz und können damit – anstatt mit dem Auto – zur Arbeit oder zu Freizeitaktivitäten fahren.

Da aber die Tangentialverbindungen fehlen und viele Linien über das Stadtzentrum fahren, ist das Netz nicht attraktiv genug für diejenigen, die nicht einem Linienverlauf folgen können und umsteigen müssen. Außerdem konzentriert sich so der Verkehr im Zentrum (siehe oben).

Und der unnötige Umbau der Haltestelle Staatsgalerie für S21 bindet zu viele finanzielle Mittel, die für nötige Verbindungen besser ausgegeben worden wären.

Aktualisierung 09.02.2017: Die heutige Betriebsstörung um 7 Uhr im Berufsverkehr hat zu einem ziemlichen Verkehrschaos in Stuttgart geführt. Die StZ schreibt dazu im VVS-Störungsmelder ziemlich lapidar (abgerufen um 19 Uhr):

auswahl_350Weitere Meldungen gibt es dazu nicht. Zwischenfälle passieren, aber das Krisenmanagement zeigt, wie gut – oder eben schlecht – Prozesse funktionieren.

Zu erheblichen Verärgerungen der Fahrgäste führte zum Beispiel, dass die Bahnen auf der Ost-West-Strecke von Stöckach zum Berliner Platz nicht wenigstens bis zum HBF fuhren um dort umzudrehen. Zwischen Börse und Berliner Platz sind laut Open Streetmap Wendeweichen eingebaut. Wenn die Störung dahinter stattgefunden hat, dann hätten die Züge eigentlich sogar bis Börse durchfahren können (sollen). Stattdessen sind ganze Linien ausgefallen und die Bahnen kamen im ca. 10 Min. Takt am Stöckach an. Zusätzlich verschärft wurde die Situation durch die aktuelle Linienführung der U4, die am Neckartor endet und zurück nach Untertürkheim fährt. An normalen Tagen führt das schon dazu, dass die nachfolgenden Bahnen „rappelvoll“ sind, heute kamen noch die aufgrund der Ausfälle wartenden Passagiere dazu. Krisenmanagement sieht anders aus.

Dieser Zwischenfall macht deutlich, wie anfällig der Stuttgarter ÖPNV ist und dass bei der kleinsten Störung das gesamte System kollabiert. S21 hätte unter diesen Umständen so nicht gebaut werden dürfen, da die Baustelle zu erheblichen Behinderungen im Netz der SSB und der S-Bahnen führt, die das eh schon anfällige System weiter schwächen.

Antrag der CDU: Vision Stuttgart 2030


Unter dem hochtrabenden Titel „Vision Stuttgart 2030“, im Beamtendeutsch nur Antrag 141/2016 genannt, hat die Stuttgarter CDU am 29. April ein Papier vorgelegt, das Ideen und Ansätze zu Mobilität und Verkehr in Stuttgart und Umgebung aufführt.

Untertitel des Antrags: „Die Mobilitätsherausforderungen in Stuttgart und in der Region können nur bewältigt werden, wenn wir für alle Mobilitätsarten eine bessere Infrastruktur schaffen.“ Weiterlesen

Staus auf Rekordniveau


Stuttgart ist jetzt wieder Deutschlands Stauhauptstadt. Diese Auszeichnung beruht auf Daten aus dem Jahr 2015 erhoben vom Verkehrsinformationsdienst Inrix. Nachdem dieser Titel Stuttgart schon einmal für das Jahr 2013 verliehen wurde, musste die Stadt den Titel im Jahr 2014 an Köln abgeben hat ihn aber jetzt wieder zurückbekommen. 2013 waren es noch 60 Stunden Stau im Jahr und damit 2,5 Tage verschwendete Lebenszeit, 2015 sind es bereits rekordverdächtige 73 Stunden, also mehr als 3 Tage! Das ist deutschlandweit nicht übertroffen worden, europaweit liegt nur London mit über 100 Stunden Staus vor Stuttgart. Weiterlesen

Ausbau oder Abbau


Wie ist es um den Regional- und Nahverkehr ÖPNV in der Region Stuttgart bestellt? Weiterlesen

Nächster Halt: Neckartor, Hauptbahnhof


Kein Witz, die Ansagen in den Stadtbahnlinien werden umgestellt und ab 17. Mai 2016 wird dann am Neckartor folgender Text zu hören sein:
„Zu den Fernzügen ab Hauptbahnhof bitte hier umsteigen und dem kurzen Fußweg durch den Schlossgarten folgen.“ Weiterlesen

Ahnungslos


Die letzte Tariferhöhung und Fahrplanwechsel im VVS sind nur wenige Wochen her, aber wussten Sie, dass es in Kürze einen weiteren Fahrplanwechsel geben wird? Nein? Fragen Sie doch mal morgen im Bus oder in der Bahn Ihren Sitznachbarn oder Ihre Sitznachbarin, ob sie weiß, dass die U1, U2 und U4 ab Mai nicht mehr den gewohnten Linienweg fahren werden.

Sie werden erstaunt sein, wie wenig die Fahrgäste der SSB über diese Änderung wissen. Die SSB bzw. der VVS gehen nämlich nicht gerade offensiv mit diesen Änderung an die Fahrgäste heran. In den Bahnen und an den Haltestellen wird man nach diesen Informationen vergeblich suchen. Auf der Internet-Seite des VVS und der SSB findet man sie dann zwar, aber Aushänge in den Bahnen, an den Stationen oder gar Personal, dass über diese Änderung informiert, findet man nicht. Vielleicht ist der Grund, dass man diese Änderung nicht allzu sehr an die große Glocke hängen will. Ist sie doch in S21 bedingt. Der Nesenbachdüker muss in – entgegen der ersten Planung – offener Bauweise verlegt werden und die Anschlusstunnel zur neuen Haltestelle Staatsgalerie werden gebaut. Dazu werden die Stadtbahntunnel zwischen Neckartor und Charlottenplatz bzw. zwischen Neckartor und Hauptbahnhof für 18 bzw. 24 Monate unterbrochen.

Um auf dieses Thema aufmerksam zu machen ist eine Petition gestartet worden auf die wir hier aufmerksam machen wollen.

Neue Kampagne, vorherige Kampagne, Petition.