Schlagwort-Archive: Stadtentwicklung

Bürgersteige schrumpfen, Teil 2


In Ergänzung zu dem Artikel „Bürgersteige schrumpfen – Der Autofahrer wird hofiert“ hier weitere Bilder aus der Landhausstraße, die uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.

Artikel der StZ zu dem Thema.

Hier sieht man das Problem beim Gehwegparken. Da die feste Kante des Bordsteins fehlt haben die Autofahrer keinen Orientierungspunkt. Und wenn der Fahrer dann beim Aussteigen bemerkt, dass er über der Linie steht, wird er dies wahrscheinlich hinnehmen und den Wagen so stehen lassen – wenn er es überhaupt bemerkt. Dadurch wird dem Fußgänger Platz genommen, durch zusätzlich abgestellte Fahrzeuge im Verkehrsraum des Fußgängers wird der Platz weiter minimiert.

SAMSUNG SAMSUNG SAMSUNG

Werbeanzeigen

Bahnchaos am Hauptbahnhof Mainz – Zeichen einer verfehlten, klimaschädlichen Verkehrspolitik


Pressemitteilung der Initiative gegen Fluglärm Mainz e. V.
www.fluglaerm-mainz.info
www.facebook.com/FluglaermMainzInfo

Das Chaos am Hauptbahnhof in Mainz offenbart eine seit Jahrzehnten verfehlte und klimaschädliche Verkehrspolitik. Fluggesellschaften werden in Deutschland jährlich mit bis zu 20 Milliarden Euro subventioniert, in dem auf die Erhebung einer Kerosinsteuer verzichtet und der Luftverkehr bei der grenzüberschreitenden Personenbeförderung von der Mehrwertsteuer befreit wird. Den Fluggesellschaften wird aus Steuergeldern zudem eine völlig überzogene Infrastruktur zur Verfügung gestellt, wie bspw. die Flughäfen in Kassel- Calden oder Zweibrücken belegen. Dabei handelt es sich beim Luftverkehr um das klimaschädlichste Transportmittel. Die Europäische Kommission bewertet die Klimaschädlichkeit des Luftverkehrs äquivalent zu 12 bis 16 Liter Kerosinverbrauch pro 100 Personenkilometer. Am Emissionshandel nehmen die Fluggesellschaften nur im geringen Umfang teil, während die Bahn für 100% ihres Stroms Zertifikate erwerben muss. Diese Subventionspolitik führt dazu, dass die Bahn im Wettbewerb mit der Luftverkehrswirtschaft
erheblich benachteiligt wird. Flugtickets für Kurz- und Mittelstreckenflüge sind häufig teils wesentlich billiger als Zugtickets. Bei vergleichbaren Reisezeiten entscheiden sich viele Reisende deshalb für die günstigere aber klimaschädlichere Flugreise. Allein durch eine Verlagerung der Hälfte der Kurzstreckenflüge von und zum Frankfurter Flughafen auf die Bahn würde die Region um etwa 60.000 Flugbewegungen im Jahr entlastet werden. Das
Bahnchaos in Mainz zeigt, dass die Bahn AG durch ihren Alleineigentümer Bund „kaputt gespart“ wird anstatt die Schienennetze zu erneuern und auszubauen, verstärkt in moderne und zuverlässige Hochgeschwindigkeitszüge sowie in hervorragend qualifiziertes und ausreichendes Personal zu investieren. Von ihrem erwirtschafteten Gewinn in 2012 musste die Bahn 500 Mio. Euro an den Bund abführen. Zudem werden viele Milliarden Euro in Prestige-Projekte wie Stuttgart 21 „versenkt“, während andernorts tausende Pendler ihre
Arbeitsplätze nicht mehr mit der Bahn erreichen können. Fahrten von Frankfurt nach Berlin können nur ein- oder zweimal am Tag mit einem Sprinter durchgeführt werden. Selbst mehr als 20 Jahre nach dem Fall der Mauer gibt es keine durchgehende ICE-Strecke zwischen München und Berlin. Bahnfahrten von Frankfurt nach Amsterdam können wegen unterschiedlicher ICE-Systeme zu „Weltreisen“ ausarten, da häufig ein Zugwechsel in Emmerich mit erheblichen Umsteigezeiten notwendig ist. „Es muss die Aufgabe einer neuen Bundesregierung sein, ein bundesweites, nachhaltiges und klimafreundliches
Verkehrskonzept zu entwickeln, das nicht nur darin besteht, Beton in Autobahnen zu vergießen und alle 50 Kilometer einen Flughafen mit Steuergeldern zu bauen“ fordert Jochen Schraut, Vorsitzender der Initiative gegen Fluglärm Mainz e.V. „Wir fordern den Bund auf, die Subventionen der Luftverkehrswirtschaft sofort abzuschaffen und die Gelder in ein modernes, hochleistungsfähiges und klimafreundliches Bahnsystem zu investieren“ ergänzt
Lars Nevian, Vorstand der Initiative. „Es kann nicht die Aufgabe des Staates sein, Shoppingflüge nach New York zu subventionieren, während gleichzeitig Pendler nicht wissen wie sie zur Arbeit kommen“ ergänzt Anselm Einsiedel, Pressesprecher der Initiative.

Ende der Pressemitteilung die unter der oben genannten Adresse und „Presse“ heruntergeladen werden kann.

Bürgersteige schrumpfen – Der Autofahrer wird hofiert!


Seit Anfang des Jahres wird im Stuttgarter Osten an den Straßen gebaut, die Arbeiten werden aus dem STEP-Programm (Stadtentwicklungspauschale) bezahlt. So sollen im Rahmen des STEP die Schwarenbergstraße zwischen Rotenbergstraße und Schönbühlstraße, die Landhausstraße zwischen Heinrich-Baumann-Straße und Schwarenbergstraße, der Platz neben der Gaisburger Kirche und die Kreuzung Schurwald- und Hornbergstraße umgestaltet werden.

Die Arbeiten in der Landhausstraße und der Schwarenbergstraße haben Anfang des Jahres begonnen. Bauminseln wurden ausgehoben und die Fusswegkante wurde an der Einmündung Neuffenstraße in die Fahrbahn verlegt um den Fussgängern die Überquerung der Straße zu erleichtern. Wenn im Herbst/ Winter dieses Jahres dann auch noch die Bäume gepflanzt werden ist das ganze eine schöne Sache, die sicher zu begrüßen ist.

Von Mittwoch bis Freitag, 7. bis 9. August war die Landhausstraße im genannten Bereich für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Fahrbahndecke wurde hier erneuert und am Freitag wurden die neuen Markierungen gemalt. Wer am Samstag nach den Arbeiten über die Landhausstraße spazierte staunte dann aber nicht schlecht. Auf der nord-östlichen Seite sind die Bürgersteige geschrumpft. OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERADen Autos werden jetzt ca. 20 Zentimeter vom Bürgersteig als Parkplatz zur Verfügung gestellt. Der Bürgersteig ist damit geschrumpft.

Dabei ist dies eigentlich ein sogenannter „Sicherer Schulweg“ denn keine 100 Meter von der Position des Fotografen der Bilder entfernt befindet sich der Eingang zur Ostheimer Schule. Damit ist die Landhausstraße potentieller Weg der Schüler. Wie sich das mit einem schmalen Fussweg vereinbaren lässt?

Die Bilder für diesen Artikel wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Weitere Bilder

Weitere Bäume werden gefällt


Am vergangenen Dienstag hat der UTA weitere Baumfällungen im Rosensteinpark für das Bauprojekt Rosensteintunnel beantragt. Siehe Bericht hier auf BAA mit Präsentation.

Dabei ist jetzt schon klar, dass der Tunnel teurer werden wird und neuen Verkehr erzeugen wird. Aber niemand der verantwortlichen Ratsmitglieder ist bereit, dies zuzugeben. Der Tunnel wird sogar als Maßnahme gegen die hohe Feinstaubbelastung angeführt, siehe hier Maßnahme M16.

Siehe unter auch unsere Artikel „Das nächste Fass ohne Boden?“, „neue Straßen = weniger Stau?“ und „Rosensteintunnel? Was ist das?“

Rosensteintunnel wird teurer als geplant


Der Stadt Stuttgart entgleiten derzeit sämtliche großen Bauprojekte, S21 steht vor einer immensen Kostensteigerung von fast 2 Milliarden Euro, die John-Cranko-Ballettschule in der Werastraße wird ebenfalls etwa 60 % teurer (50 Millionen anstatt geplanten 32 Millionen), das Schauspielhaus kann nach der missglückten Sanierung immer noch nicht zurück und beim Rosensteintunnel sind ähnliche Kostensteigerungen ebenfalls schon jetzt absehbar. Beschlossen wurde am Dienstag das erste Paket, das Mehrkosten von gut 25% enthält (55 Millionen anstatt 41 Millionen). Angeblich sind diese Mehrkosten nicht vorhersehbar gewesen, sie sind mit dem schwierigen „Bau unter Verkehr“ begründet, gut 5 Millionen würden außerdem auf „zusätzlichen Leistungen und Unvorhersehbarem“ beruhen. Unter diesen Gesichtspunkten sind die veranschlagten Gesamtkosten von 200 Millionen längst Makulatur.

In der Begründung der Ratspolitiker für ihre Entscheidung wird der uralte Zusammenhang zwischen Verkehr und Wirtschaft deutlich. Nur wenn Straßen gebaut werden und der Verkehr fließen kann, kann wirtschaftliche Entwicklung stattfinden. Das ist aber aus mehreren Gründen falsch:

  • neue Straßen führen kurzfristig zu einer Entlastung weil der Verkehr sich auf eine größere Fläche verteilen kann. Langfristig aber füllen sich die neuen Straßen mit neuem Verkehr bis zu einem gewissen Verkehrs-Niveau. Dieses Niveau liegt je nach Fahrer unterschiedlich hoch, der eine ist resistent gegen Stau und plant diesen sogar in seine Fahrt ein, der andere sucht sich Ausweichstrecken oder gar ein anderes Verkehrsmittel. Dieser Stau wird dann wieder als Argument für neue Straßen hergenommen und so dreht sich der Teufelskreis aus Stau, neuen Straßen und Stau ständig schneller.
  • Die Wirtschaft braucht zur Entwicklung nicht ausschließlich nur  Straßen, vor allem keine neuen Straßen. Die Wirtschaft braucht ein Verkehrssystem, dass Transport von Waren und Rohstoffen zulässt und dass die Arbeiter morgens zur Fabrik bringt und abends wieder zurück. Dieses System muss aber nicht zwangsläufig nur aus Autos bestehen die auf Straßen fahren. Dazu gehört auch die Bahn, der regionale ÖPNV und das Fahrrad. Das haben unsere Politiker aber nicht begriffen.

Siehe dazu die Schlagwörter Rosensteintunnel und Neue Straßen.

Quotation markWikipedia: In English writing, quotation marks or inverted commas are punctuation marks surrounding a quotation, direct speech, or a literal title or name.

Ulmenallee musste weichen


Am Mittwoch wurde das neue Innenministerium zur Nutzung freigegeben und an das Land übergeben. Dafür musste die jahrzehnte-alte Ulmenallee weichen, sie wurde teilweise gefällt. An den übrig gebliebenen Bäumen wurden die Wurzeln gekappt um die Fundamente für den Klotz und eine unnütze Mauer in den Boden zu setzen. Außerdem steht das Haus unzulässig nah an den Bäumen.

IMG_2493

Bild: privat, aus dem 2011 während der Bauarbeiten. Stark zurückgeschnittener Baum hinter dem Ministerium.

Hier Bilder von unserer Demo gegen das Innenministerium und die nutzlose Umweltzone im Jahr 2009.

07a_TolleUmweltzone 03_KundgebunganderMessstation

Neue Straßen als Mittel zum Klimaschutz?


Sind neue Straßen ein (oder das) Mittel zum Klimaschutz?
Müssen wir neue Straßen bauen, damit der zunehmende Verkehr schneller fahren kann und weniger oft im Stau steht?

In der aktuellen Liste des Luftreinhalteplans sind neue Straßen und Tunnel immer noch als Maßnahmen enthalten, so zum Beispiel die Filderauffahrt von Hedelfingen aus (M20), der Neubau eines Straßentunnels unter der B14 innerstädtisch (M18) und die Nordost-Umfahrung M19. Auch das Neckartor soll langfristig umgebaut werden, um den Verkehrsfluss zu optimieren (M21). Der Rosensteintunnel ist hier als begonnene/ umgesetzte Maßnahme enthalten (M16).

Die Verlängerung der S-Bahn-Züge wird dagegen als nicht wirtschaftlich eingestuft (M8), auch die Entstaubung der Luft aus bestehenden Tunnels ist nicht wirtschaftlich (M23).

Dieses anachronistische Denken zu Gunsten des motorisierten Individualverkehrs ist nicht hinnehmbar. Herr Dr. Reutter, der gleiche Dr. Reutter, der im Amt für Umweltschutz die Abteilung für Stadtklimatologie leitet auf dessen Seite diese Maßnahmenliste steht, schreibt an anderer Stelle auf dieser Seite:

Die Messstelle „Neckartor“ hat im Vergleich den höchsten lokalen Belastungsanteil und den höchsten Anteil „verkehrsbedingte Belastung“. An allen Messstellen hat der Straßenverkehr den größten Anteil an der Gesamtbelastung teilweise mit großem Abstand.

Daraus folgt, dass nur eine erhebliche Reduktion des Verkehrs eine Verbesserung der Luftschadstoffe bewirkt. Dann brauchen wir aber keine neuen Straßen mehr. Das ist mehr als paradox!