Schlagwort-Archive: Straßenraum

Schwerpunkte bitte!


Am 24. November hatte der Pressesprecher der Stadt Stuttgart nach heftiger Debatte auf Twitter wegen Falschparkern die Fahrradgemeinde und die Anwohner in Stuttgart um sogenannte „Schwerpunkte“ gebeten um dann dort die Falschparker zu bekämpfen. Die Nennung von einzelnen Straßen mit Fotos wäre nicht „zielführend“.

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PM zur Gründung der Stuttgarter Fuss-Gruppe


Pressemitteilung der BÜRGERINITIATIVE NECKARTOR, Stuttgart, 5. Juli 2016

Fußverkehr in Stuttgart hat keine Lobby.
Das soll sich jetzt ändern.

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Post vom Minister


Wir haben Post vom Verkehrsminister Winfried Hermann erhalten. Weiterlesen

Schadet man wirklich der Wirtschaft, wenn man die Autofahrten reduzieren will?


Hier die nackten Zahlen einer ADAC Studie „Mobilität in Deutschland“ von 2010. Prozentuale Verteilung der Anzahl der Wege nach dem Wegezweck
32 % Freizeit
21 % Einkauf
14 % Arbeit
12 % Erledigung
8 % Begleitung
7 % dienstlich
6 % Ausbildung

Quelle: ADAC Seite 12

Interessant dabei ist, dass die Arbeit bzw. dienstliche Zwecke einen sehr großen Anteil ausmachen. Fast 23 Minuten (oder 8 Kilometer) werden für Ausbildung, 40 Minuten für dienstliche Zwecke (20 Kilometer) und rund 27 Minuten für den Weg zur Arbeit (fast 18 Kilometer) ausgegeben. Diese werden zu 55% mit dem motorisierten Individualverkehr zurückgelegt (als Selbstfahrer) zuzüglich 24% als Beifahrer. Nur jeweils 3% legen den Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück, 15% mit dem ÖPNV.

Dabei sind gerade Strecken mit 10 bis 15 Kilometern Länge noch sehr gut mit dem Fahrrad zu bewältigen.

Einige Firmen vergeben bereits Dienstfahrräder an ihre Mitarbeiter, anstatt Dienstfahrzeugen.

Dank an Carl vs. Karl

Die verlogene Verkehrsideologie


Mobilität.  Was ist das eigentlich?

Wenn wir gemeinhin von Mobilität sprechen, dann haben wir allzu oft das Auto (oder das Flugzeug) im Hinterkopf. Mobilität sei die Freiheit oder Möglichkeit, hierhin oder dahin zu fahren oder auch zu fliegen.

Dabei meint Mobilität nichts anderes als Bewegungsfreiheit, völlig lösgelöst von irgendwelchen Fortbewegungsmitteln. In unserer Automobil-fixierten Welt wird aber gleich alles, was mit Bewegung zu tun hat mit dem Auto verbunden.

Aber wozu bewegt man sich? In der Entstehungsgeschichte der Erde war Mobilität, sowohl für Mensch als auch für Tiere, immer ein Faktor, der über Leben und Tod entscheiden konnte. Mobilität war wichtig zur Nahrungssuche, zur Flucht vor Raubtieren oder um neue Reviere aufzubauen. Wer nicht mobil war, so wie die Pflanzen, musste andere Strategien entwickeln um zu überleben.

Heute bewegen wir uns vor allem zwischen drei verschiedenen „Orten“: Zu Hause, der Arbeitsstätte und Freizeitaktivitäten. Während die motorisierte Mobilität sich im Jahre 1937 auf ca. 2.000 Kilometer pro Jahr und Einwohner beschränkte bewegen wir uns heute gute 14.000 Kilometer (2009) weit (Quelle: Statistisches Bundesamt, zitiert aus K. Gietinger, 2010). Das sind pro Tag im Jahre 1937 etwa 6 Kilometer und 2009 etwa 37 Kilometer. Weiterlesen

Parkraumbewirtschaftung: Fluch oder Segen?


01.06.2013: Artikel aufgrund von Hinweisen der genannten Anwohnerin überarbeitet.

Fritz Kuhn hatte es in seinem Wahlprogramm versprochen

Parkraumbewirtschaftung wie im Westen auch für Mitte und Süd, damit der Parksuchverkehr nach kostenfreien Parkplätzen ausbleibt.

jetzt soll sie in Teilbereichen von Ost, Mitte und Bad Cannstatt (Stuttgarter Zeitung 1 mit einem Bericht aus Bad Cannstatt, Stuttgarter Zeitung 2 mit einem Bericht aus Stuttgart Süd, Stuttgarter Zeitung 3 mit einem Bericht aus Nord und Stuttgarter Zeitung 4 aus Ost) umgesetzt werden, die Parkraumbewritschaftung (oder auch Parkraummanagement genannt) nach dem Vorbild des Stuttgarter Westens.

Aus diesem Grund haben wir uns mit einer Anwohnerin aus dem Westen getroffen um die praktischen Erfahrungen mit dieser Art der Bewirtschaftung einer Ressource zu erfahren.

Zuerst einmal muss man feststellen, dass die Straße auch im Westen ein heiß umkämpfter Raum ist. Es gab je nach Straße einen Bedarf an Parkplätzen von bis zu 118% (100% = alle zur Verfügung stehenden, legalen Parkplätze sind belegt; jedes Prozent mehr bedeutet Autos illegal abgestellt). Dies konnte durch die neue Einteilung auf 98% bis 102% gesenkt werden. Das führte dazu, dass es tagsüber so gut wie kein Problem mehr darstellt einen Parkplatz zu finden. Für die Anwohner ist es von 

Vorteil, dass man tagsüber tatsächlich mal Straßen sieht, die nicht massenhaft „beparkt“ sind. Da sieht man oft erst, wie schön die Straße ist, Kinderwägen kommen problemlos über die Straße.

Nachts –  wenn alle Anwohner zu Hause sind – ist die Situation je nach Straße weiterhin katastrophal. Wenn die Straße sowieso schon überbelegt ist, hilft auch die Parkraumbewirtschaftung nicht weiter. Denn es besteht genau wie beim alten System des Anwohnerparkens kein Recht auf einen bestimmte Stellplatz. Das führt allerdings dazu, dass es einen regen Ausweichverkehr vor allem in die nicht bewirtschafteten Nachbarbezirke gibt. Deshalb soll jetzt auch der Bereich an der Hasenbergsteige in die Parkraumbewirtschaftung aufgenommen werden damit die dortigen Anwohner vom Ausweichverkehr aus dem Westen entlastet werden.

Das aber macht ein Problem deutlich: stark frequentierte Bezirke, die die Parkraumbewirtschaftung einführen, verdrängen den Verkehr aus dem Bezirk hinaus an die Ränder. Die Reduzierung von 118% Überbelegung auf 102% ist sicher nicht nur damit zu erklären, dass 16% ihre Autos abgeschafft haben. Vor allem an den Randbereichen der bewirtschafteten Straßen ist es mit wenig Aufwand verbunden einfach eine Straße weiter zu fahren um das Auto an einem nicht bewirtschafteten Straßenrand abzustellen. Durch die Bewirtschaftung ist es im Innenbereich zu einer Verbesserung gekommen, dafür werden die Randbereiche belastet. Folglich müsste das System auf alle Bezirke im Talkessel ausgedehnt werden, flächendeckend. Und die Kontrollen müssten stark ausgeweitet werden, damit sich niemand vorbeimogeln kann. Weiterhin besteht die Forderung nach einer Verbesserung des Nahverkehrs (vor allem günstigere Tarife) um Alternativen zum Auto aufzuzeigen. Und wenn man dann doch einmal ein Auto (fahrbares Transportmittel) braucht, dann steht ja immer noch das Angebot der Gemeinschaftsautos (CarSharing) zur Verfügung. Damit gibt es an vielen Stellen einen garantierten Parkplatz.

Aber wie funktioniert das genau?

Im Westen gibt es mehrere kleine Bezirke, die durchnummeriert wurden (W1, W2 und so weiter). Je nach Wohnort erhält der Anwohner gegen Bezahlung einen Ausweis für einen dieser Bezirke. Die genauen Bedingungen entnehmen Sie bitte der Seite der Stadtverwaltung.

Im Fazit lässt sich festhalten, dass die Parkraumbewirtschaftung ein kleiner Erfolg ist, allerdings ist sie stark verbesserungswürdig (flächendeckende Einführung und masivere Kontrollen). Konsequenterweise müssten wir uns alle aber selbst an der eigenen Nase packen und uns selbst fragen, ob wir das Auto wirklich brauchen! Würde es nicht auch reichen, mit dem Fahrrad zum Einkaufen zu fahren? Können wir nicht auch mit der Straßenbahn oder dem Fahrrad zur Arbeit fahren? Viele Mitbürger haben sich diese Frage bereits gestellt und das eigene Auto abgeschafft.