Schlagwort-Archive: Wolframstraße

Die BI Neckartor auf der 254. Mo-Demo


Rede Montagsdemo 05.01.2015

Guten Abend liebe Freundinnen und Freunde des Stuttgarter Kopfbahnhofs.

Ende November vergangenen Jahres kam ein „blauer Brief“ aus Brüssel nach Berlin geflogen. Absender war die Europäische Kommission. Empfänger war die Bundesrepublik Deutschland. Angemahnt wird in dem Brief, das Feinstaubproblem endlich entschieden zu bekämpfen. Weiterlesen

Advertisements

Joe Bauer zu Konsumtempeln


Joe Bauer steht in Volker Gegenheimer’s Kiosk in der Paulinenstraße und siniert über das Gerber auf der anderen Straßenseite gegenüber:

[…] Entsprechend steht vor Gegenheimers Tür das neue Einkaufszentrum mit seinen Luxus-Wohnungen herum, als hätte man in einem ausgebombten Wohngebiet eine Videokulisse für Lifestyle-Reklame hingestellt, die bald wieder abgeholt wird. Dem sogenannten Gerber, einer Ausgeburt des Stuttgarter Einkaufkomplexes, hat man eine Art historischen Flurnamen verpasst, um den Marketing-Schwachsinn der Investoren zu unterstützen. Die werben mit dem Leitspruch „Hier wächst Stuttgart zusammen“, faseln etwas von einer „Verbindung der südlichen Innenstadt mit der Einkaufsmeile Königstraße“ und verweisen auf eine „urbane Mischnutzung“, weil es über ihrer Einkaufs- und Fressburg besagte Luxuswohnungen mit Aussicht gibt.

Da erscheint einem die andere Kaufsuchtanstalt mit dem blöden Namen Milaneo hinter dem Bahnhof fast harmlos: Der Protzhochbunker deckelt die Architektur der Stadtbibliothek, die dort sowieso nichts zu suchen hat, und steht an einer Stelle, wo er hinpasst, nämlich in der Glas- und Beton-Scheußlichkeit des Pariser Platzes: in meinem geliebten Quartier Crétin.

[…] Trotz fortschreitender Stadtzerstörung fällt es mir schwer, das Sterben des Einzelhandels, den Tod guter, origineller Geschäfte in Gesellschaft zu betrauern. Die Läden gehen ja auch zugrunde, weil viele Leute, die den Niedergang beklagen, oft genug selbst ihr Geld den vermeintlich billigeren Konzernketten in den Rachen werfen.

Quelle: Kontext: Wochenzeitung

Das Milaneo hat seinen Ruf schon weg bevor es überhaupt eröffnet hat. Im Internet und den Kommentaren der Stuttgarter Zeitungen macht der Begriff Müllaneo seine Runde.

Mehrere Gruppen rufen zu Protesten rund um die Eröffnung von Milaneo und dem Textilhändler Primark auf, der im Ruf steht von „katastrophalen“ (Björn Weber) Arbeitsbedingungen in Bangladesh zu profitieren, siehe Terminkalender der Parkschützer.

Weitere Informationen:

Soli-Komitee Wuppertal oder Das ist untragbar unterstützt von Medico International und der Kampagne für saubere Kleidung.

Durch den Kauf sozial, fair und regional produzierter Kleidung verhindern Sie nicht nur ausbeuterische Arbeitsbedingungen sondern reduzieren auch noch Wasser-, Pestizid- und Düngemittelverbrauch und reduzieren damit Kohlendioxid-, Kohlenmonoxid- und Feinstaubausstoß.

Bausimulation auch am Nordbahnhof


Die Stadtteilgruppe Nordlichter lädt alle Anwohner und Interessierten herzlich ein zu einem Rundgang durch unseren Stadtteil zum Thema Belastungen für das Nordbahnhofviertel durch S21:
Die Baulogistikstraße – Planung und Realität mit Dr.-Ing. Hans-Jörg Jäkel
am Samstag, 14. Juni 2014, von 14 bis ca. 16 Uhr Start: Haltestelle Eckartshaldenweg (U5, U6, U7, U15)

Vor über einem Jahr, im April 2013, erklärte die Bahn bei ihrer „Bürgerinformation Stadtbezirk Nord“ im Martinsgemeindehaus, wie die Baulogistik für S21 im Nordbahnhofviertel geplant ist. Demnach hätte die Baulogistikstraße bis März 2014 komplett fertiggestellt werden sollen. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus. Abschnitte, deren Fertigstellung im Herbst 2013 vorgesehen war, sind heute noch nicht fertig. Als Folge dieser massiven Verzögerung fahren teilweise im Minutentakt schwere LKW durch die Wohngebiete im Nordbahnhofviertel. Lärm, Schmutz und die Gefahr von Unfällen belasten die Anwohner massiv. Wir möchten Sie bei unserem Rundgang vor Ort über die Planung und den aktuellen Baustand der Logistikstraße informieren und Ihnen erklären, welche Belastungen durch den Baustellenverkehr für S21 gegenwärtig bestehen und künftig auf die Bewohner des Nordbahnhofviertels zukommen. Flyer_Spaziergang_Logistikstraße_140614

P1010840Bild wurde uns zur Verfügung gestellt, Aufnahme Ende April. Aufnahme zeigt die „Engstelle“, links die Nordbahnhofstraße, rechts die S-Bahngleise, in der Mitte die Baugrube des S-Bahntunnels. Wenn dieser fertig ist, wird darauf die Trasse für die U12 gebaut. Damit daneben aber auch noch die Baulogistikstraße passt, muss die U12 zuerst sehr nah an die Nordbahnhofstraße heran verlegt werden. Erst wenn die Baulogistikstraße abgebaut wurde kann die U12 auf ihrer eigentlichen Trasse auf dem Tunnel gebaut werden. Siehe dazu auch unseren Artikel Wahnsinn im Quadrat.

Die verlogene Verkehrsideologie Teil 2


Der morgendliche Stau. Schuldige sind schnell gefunden, zum Beispiel die Müllabfuhr oder die Radfahrer (siehe in der vorletzten Antwort unten) oder oder oder.

Dabei sollten sich zivilisierte Menschen zuerst einmal selbst an die Nase fassen und sich fragen, was sie denn selbst zur Lösung des Problems beitragen könnten anstatt den Dreck vor des Nachbarn Tür zu bemängeln. Weiterlesen

Demo der BI Neckartor


Die Bürgerinitiative Neckartor plant für Samstag, den 10. Mai ab 15 Uhr eine Demonstration. Ziel ist das Landesverkehrsministerium am Österreichischen Platz, eine Zwischenkundgebung von etwa 15 Minuten Dauer wird an der Messstation Neckartor sein. Genauere Infos folgen in den nächsten Tagen.

Hier das Flugblatt zum Ausdrucken und verteilen: Demo Flyer 2014.

Und nachfolgend unsere Presseerklärung zur Demo, die an Zeitungen und Journalisten verschickt wurde:

Weiterlesen

Baufirmen missachten Umweltplakette


Nachfolgende Bilder wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Sie wurden an der Baustelle der SSB-Haltestelle Milchhof aufgenommen. Dort finden derzeit die Bauarbeiten zur Anbindung der neuen U12 statt. Mit dem vorgezogenen Fahrplanwechsel soll die U12 bereits ab dem 14. September fahren. Über die Bauarbeiten und die chaotische Planung im Zusammenhang mit dem S-Bahntunnel im Bereich Wolframstraße berichteten wir bereits.

Die Fahrzeuge der Baufirma tragen rote Plaketten. Fahrzeuge mit roter Plakette dürfen in der Umweltzone Stuttgart nicht mehr fahren, sie erhalten keine Ausnahmeregelung mehr. Fahrzeuge mit gelber Plakette dürfen seit dem 1.1.2012 nicht mehr in der Umweltzone Stuttgart fahren.

neulich_am_milchhof

Fahrzeug mit roter Plakette

neulich am Milchhof2

Hier hat man offensichtlich bemerkt, dass man beobachtet wurde. Aber Fahrzeuge ohne Plakette sind ebensowenig einfahrberechtigt.

SSB 04.09.2013

anderes Fahrzeug mit gelber Plakette, dass aber auch nicht einfahrberechtigt ist.

Die Bilder wurden auch der SSB zugesandt, die bisher aber keinen Kommentar zu dem Sachverhalt abgegeben hat.

Aus früheren Beschwerden an die Stadt zu ähnlichen Situationen ist bekannt, dass das Ordnungsamt hier keinen zusätzlichen Handlungsbedarf sieht. Bei Kontrollen würden Plakettensünder festgestellt. Dass diese zwei Fahrzeuge am Milchhof aber kein Einzelfall ist, zeigen Bilder von anderen Baustellen: Hauptbahnhof, (deutsches Fahrzeug mit gelber Plakette), Hauptbahnhof (polnischer Laster ohne Plakette), Hauptbahnhof (dass es auch mit grüner Plakette geht beweist dieses polnische Fahrzeug).

Bericht einer Anwohnerin des Nordbahnhofviertels:

Zur Zeit fahren täglich zwischen 500 -600 LKW´s durch das Wohngebiet beginnend morgens um 5:36 und letzter LKW gegen 1:36 Uhr.

Wir haben die Lärmbelastung am 05.09.2013 tagsüber innerhalb 20 Minuten gemessen und dokumentiert, die Werte lagen zwischen 71 db und 83 dB.

Die Durchfahrt der LKW`s im Wohngebiet, Mittnachtstr.- Rümmelinstr.-Eckartstr.- Otto Umdfridstr. – Innere Nordbahnhofstr. Die Rückfahrt der LKW´s dann über Eckartstr.- Otto Umdfridstr. – Innere Nordbahnhofstr auf die Nordbahnhofstr. Das wirbelt sehr viel Staub auf, zusätzlich wird noch Feinstaub durch die Abgase und Abrieb der LKW´s freigesetzt, so dass hier eine Gesundheitsgefährdung für die direkt an der Straße wohnenden Mieter sowie Eigentümer auftreten kann.

Laut Bundesimmissionsgesetzt wurde folgende Werte festgelegt. Ausweisung Immissionsrichtwert:

Immissionsrichtwert Kern-, Dorf- und Mischgebiete tags (6:00 bis 22:00 Uhr): 60 dB(A); nachts (22:00 bis 6:00 Uhr): 45 dB(A)

Allgemeine Wohngebiete tags (6:00 bis 22:00 Uhr): 55 dB(A); nachts (22:00 bis 6:00 Uhr): 40 dB(A)

Des Weiteren in der Immissionsrichtwerte – AVV-Baulärm unter http://www.stuttgart.de/item/show/163698

Zudem fahren immer wieder LKW´s mit gelber Plakette durch unser Wohngebiet, dieses Thema wurde auch an Frau Kaiser, Bürgerbeauftragte für S21 der Stadt, weitergegeben sowie auch an die SSB bzgl. der Baumaßnahme zur U12 deren beauftragte Firma Lutz mit roten /gelben Plaketten Ihre LKW´S durch Stgt fahren.

 

Pleiten, Pech und Pannen am Innovationsstandort Deutschland


S21, die Hamburger Elbphilharmonie, der Berliner Flughafen BER, … überall laufen die Kosten und der Terminplan aus dem Ruder, der Pfusch ist nicht zu verstecken und die Klagen Betroffener schweben wie ein Damoklesschwert über den Projekten. Der Kommentator Pit Wuhrer der Schweizer Wochenzeitung aus Zürich sieht die Entwicklung mit Ursprung in der Nachwendezeit vor allem in der Sparpolitik.

  1. Die Privatisierungswelle in der Nachwendezeit und das Wegsparen von Kompetenzen
  2. der Zwang, immer den billigsten Anbieter zu nehmen und
  3. das Streben der Wirtschaft nach immer höheren Renditeziele

führten dazu, dass immer mehr Bauprojekte den Bach hinunter gingen.

Kann das das Ziel der Kanzlerin sein? Ist es das, was sie mit „Deutschlands Zukunftsfähigkeit“ meinte? Es ist wohl eher die „marktkonforme Demokratie“ (Kontext) a la Merkel, die gemeint ist.

Fakt ist, dass S21 nicht eine „Frage von europäischer Bedeutung“ ist sondern nur die Spitze eines sehr viel schwereren Eisbergs, dessen Dimensionen wir gar nicht einschätzen können, meint der Autor der Zeitung der Freitag. Die Kosten von wahrscheinlich 11 Milliarden sind eine gewaltige Subvention für die Bauwirtschaft, die Banken, die das Geld verteilen und die Bahn. Die Bauprojekte im Dunstkreis von S21 sind aber in Summe um ein Vielfaches größer. Da wäre als erstes das Milaneo zu nennen, der SSB-Tunnel unter der Heilbronner Straße, das Wohnviertel Nordbahnhof, der Bücherknast, die Bebauung der Gäubahnstrecke mit lukrativen Villen und und und. Es geht nämlich garnicht um den Bahnhof, es ging noch nie nur um den Bahnhof sondern immer um ein Mega-Milliarden Immobiliendeal. Nur so ist zu erklären, dass gegen jeden vernünftigen Hinweis, gegen jedes Argument zu Kostensteigerung, Kapazitätsabbau und Geschichtsvernichtung weiter gebaut wird. Nicht der neue Bahnhof entscheidet über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands sondern die „systemrelevanten Finanzchaoten“ (der Freitag) in den Bankentürmen, die auf unsere Kosten eine neue „Party im Casino“ (der Freitag)  feiern.