OB Kuhn steht für 2. Amtszeit nicht mehr zur Verfügung


Nun ist es also raus: Noch-OB-Kuhn steht für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung (Beitrag dazu vom SWR und der StZ). Das ist natürlich ein Zeitpunkt, Fazit zu ziehen. Der SWR meint zwar, dass „Stuttgart steht gut da„, wenn man aber genauer nachliest, dann bezieht sich diese Aussage vor allem auf die finanzielle Seite.

Was aber bleibt wirklich?

20% weniger Fahrzeuge in den Stuttgarter Talkessel – das war eines der Hauptziele von Fritz Kuhn. Das hat er auf seiner Antrittsrede auch noch einmal deutlich herausgestellt (Der Artikel ist leider nicht mehr im Netz verfügbar, nur noch bei uns dokumentiert). Die schwäbische Post zitiert aber im Jahr 2018 aus der Verkehrszählung Stuttgart und dort ist kaum ein Rückgang zu verzeichnen – lediglich bei großen Transportern und dem Schwerlastverkehr kann ein deutliches Minus gezählt werden.

Feinstaub (PM10) und Stickoxide: Fritz Kuhn bzw. die Stadtverwaltung und das Regierungspräsidium haben lange mit den Luftreinhaltungsplänen herumgeeiert und auch jetzt hofft man immer noch, irgendwie um Flächenfahrverbote herum zukommen. Es gelten zwar abschnittsweise auf einigen Straßen Fahrverbote, die lassen sich aber sehr leicht umfahren, wenn man in die Wohngebiete ausweicht. Dort wird jetzt eine leichte Zunahme der Luftschadstoffe durch den Ausweichverkehr erwartet (bis zu 2 Mikrogramm bei Stickoxiden). Man muss anerkennen, dass die Werte für PM10 tatsächlich gesunken sind. 2018 gab es nur noch 11 (Grenzwert 18) Überschreitungen des Jahresmittelwertes für Stickoxide und 21 (Grenzwert 35) für PM10 (Quelle: LUBW). Aber es gibt trotzdem immer noch für einzelne Messstationen und für Tageshöchstwerte Grenzwertüberschreitungen und auch bei den Jahresmittelwerten sieht es an der Hauptstätter Straße mit 49 Mikrogramm bei NOx anstatt geforderten 40 Mikrogramm und an der Hohenheimer mit 65 Mikrogramm immer noch sehr schlecht aus. Auch der Ozonwert in Bad Cannstatt ist mit 27 Überschreitungen anstatt 25 noch zu hoch. Durch die Feinstaub- und Stickoxidfresser, die an der Hohenheimer Straße, an der Pragstraße und am Neckartor aufgestellt wurden und durch die Reduzierung der höchstzulässigen Geschwindigkeit von 50 auf 40 auf vielen Straßenabschnitten soll die Luftverschmutzung abgemildert werden. Damit wird aber nur die Auswirkung gemildert, an der Ursache wird damit nichts verändert. Und durch die Abschnittsverbote wird die Luftverschmutzung nur verteilt. Eine wirkliche Lösung für das Problem ist damit also nicht gegeben. Es kann sogar zum sogenannten Rebound-Effekt kommen, wenn nämlich Autofahrer mehr Fahrten durchführen, weil ja die Luft jetzt mit den Feinstaubfressern wieder gereinigt wird.

Förderung des Fahrradverkehrs:

133 Km gemischte Geh- und Radwege und 123 Km freigegebene Fusswege; aber nur 36 Km Radfahrstreifen, 15 Km getrennte Geh- und Radwege und 8 Km echte Radwege. Das ist die Bilanz der Blog-Schreiberin Radfahren in Stuttgart.

Stuttgarter Verkehrsinfrastruktur für Rad- und Fußgänger in Zahlen

Mehr muss man zu dem Thema wohl nicht sagen.

Es gab zwar große Bauprojekte mit neuen Radwegen in Stuttgart wie beispielsweise die Waiblinger Straße oder die Löwentorstraße (2013). Aber das kann man nicht Fritz Kuhn zurechnen, da diese Wege vor seiner Zeit geplant wurden. Und wie gut diese Wege beurteilt wurden, kann man in den Blog-Beiträgen oben lesen.

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