Wollt Ihr so lange so viel Chaos?


„Wer in ein über viele Jahrzehnte gewachsenes Stadtbahnnetz massiv eingreift – und nicht irgendwo am Rand etwa mal einen Kilometer stilllegt – sondern mitten im Netz an den strategischen Knoten zwei Teilstücke – tunnelbaubedingt – aus dem Netz nimmt, umfahren lässt, der wird sein blaues Wunder erleben, was auf der Nachfrageseite passiert.

Es wird in der Tat Chaos geben, nicht nur das Chaos, dass die Umlenkung kapazitativ nicht geschafft wird, sondern es wird ein Chaos geben, weil die, die es angeht, die mit diesen Verkehrsmitteln fahren wollen, ihre wie wir Fachleute sagen „mental map“, ihr Bild von der Stadt im Kopf haben und ständig vor die Wand laufen werden, weil sie dauernd umgeleitet werden, weil dieses Stadtbahn-Chaos nicht verdaubar sein wird, weil wir viele viele Umsteigeeffekte im größeren Radius hier vom öffentlichen Verkehr auf die Straße kriegen werden und weil das bautechnisch ohnehin drohende Verkehrschaos auf der Straße um diesen Teil von Verkehrschaos potenziert werden wird.

Fröhliche Zeiten kann das nur bedeuten und da ist nun wirklich die Frage in Richtung Rathaus: Wollt Ihr das? Wollt Ihr so lange so viel Chaos?“

Quelle: Heiner Monheim auf der 216. Mpntagsdemo

Im Rahmen der Kampagne „Für unsere Stadtbahn!“ informiert die Bewegung gegen Stuttgart 21 die Öffentlichkeit seit Monaten über die neuerdings geplanten Stadtbahn-Streckensperrungen auf zwei zentralen Abschnitten. Für die S21-Bauarbeiten soll die vielbefahrene Verbindung zwischen Charlottenplatz und Staatsgalerie für 9 Monate gesperrt werden, die wichtige Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Staatsgalerie soll sogar 26 Monate gesperrt werden. Die S21-Planfeststellung sieht lediglich eine zweiwöchige Sperrung während der Ferienzeit vor – im Interesse der Fahrgäste muss die SSB darauf bestehen, dass die DB AG sich daran hält.

„Um S21-Planungsfehler zu kompensieren, droht die Bahn der Stuttgarter Stadtbahn mit jahrelangen Streckensperrungen auf gleich zwei Hauptstrecken mitten in der Innenstadt – und die SSB regt sich über Info-Flyer auf,“ sagt Matthias von Herrmann, Pressesprecher der Parkschützer, die die Stadtbahn-Kampagne mit tragen. „Das Hauptproblem für die SSB sind nicht unsere Infoblätter, sondern eben die drohenden Streckensperrungen, die die SSB ja auch in vollem Umfang bestätigt. Wenn der SSB wirklich am Wohlbefinden ihrer Fahrgäste gelegen wäre, müsste sie entschieden gegen die Pläne der Deutschen Bahn vorgehen, die so gravierende Streckensperrungen und Umleitungen im sowieso schon ausgelasteten Stadtbahnnetz zur Folge haben. Verkehrsexperten sprechen in mehrfacher Hinsicht vom Stadtbahn-Chaos: die Kapazität reicht nicht, wichtige Verbindungen fehlen und die Fahrgäste finden sich bei all den geplanten Umleitungen nicht mehr zurecht. Dagegen muss die SSB endlich etwas unternehmen, z.B. Einspruch gegen die 14. Planänderung einlegen!“

Quelle: BAA

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