Kuhn möchte elektrisch betriebene Baumaschinen einsetzen


Fritz Kuhn schreibt auf seiner FB-Seite, dass er das Land gebeten hat, eine Regelung zum Einsatz elektrisch betriebener Baumaschinen vorzubereiten.

Dieser Ansatz ist zwar lobenswert aber aus mehreren Punkten zu kurz gesprungen:

  1. Selbst wenn die Regelung morgen auf dem Tisch liegen sollte und übermorgen verabschiedet wird, stehen diese Maschinen nicht ab diesem Tag zur Verfügung. Die erwartete massive Bautätigkeit in 2014 ist damit also nicht von Baumaschinen befreit, die mit Diesel-Verbrennungsmotoren betrieben werden. Im Gegenteil ist zu befürchten, dass diese Regelung nicht vor Jahresfrist verabschiedet werden wird und dann lange Übergangsfristen beinhaltet, die den Baufirmen erlauben, die alten Maschinen vorerst weiter einzusetzen.
  2. Auch bei der massiven Bautätigkeit ist die Zahl der eingesetzten Baumaschinen geringer im Vergleich zu den in der Stadt und durch die Stadt fahrenden übrigen Dieselfahrzeuge (Lieferverkehr, Transitverkehr, Personenfahrzeuge), die nicht elektrisch betrieben werden. Allein für das Neckartor sind ca. 100.000 Fahrzeuge (Diesel und Benziner) am Tag gezählt worden (Gutachten für den Rosensteintunnel Ingenieur-Büro Lohmeyer, Auftraggeber Stadt Stuttgart, 2011*). Aufgrund der Zulassungszahlen ist etwa mit einem Anteil von 50% Diesel-PKW zu rechnen, also 50.000 Diesel-Fahrzeuge.
  3. Irgendwo muss der Strom produziert werden für diese elektrisch betriebenen Baumaschinen. Und da Strom nur zu einem kleinen Anteil gelagert werden kann (Pumpspeicher) bzw. nicht verlustfrei über weite Strecken transportiert werden kann, muss er dort verbraucht werden wo er produziert wurde. In Stuttgart stehen zwei Kraftwerke zur Verfügung: Münster und Wangen. Münster ist ein Müllkraftwerk und Wangen ein Kohlekraftwerk. Zum Betrieb dieser Kraftwerke wird tonnenweise Brenngut durch Stuttgart gefahren, auch wieder mit Diesel-Fahrzeugen (Kohle zum Kraftwerk Wangen wird teilweise auch per Schiff angeliefert). Außerdem verursacht die Stromproduktion neben Feinstaub, Kohlenmon- und dioxid noch Unmengen von weiteren Giften, die teilweise ausgefiltert oder ausgewaschen werden. Diese Filterstäube müssen dann aufgrund ihrer Giftigkeit wie Atommüll entgelagert werden, gesichert für Jahrmillionen.

Jetzt also auf die Heilswirkung von elektrischen Baumaschinen zu hoffen, ist am Problem vorbei gedacht.

In dem Zusammenhang verweisen wir auf die Initiative 100-Strom, die sich für eine Rekommunalisierung der Strom- und Wärmeproduktion einsetzt und mit dem Pyrolyseofen eine Alternative zur Müllverbrennung anbietet.

* Die Gutachten zum Rosensteintunnel finden Sie hier

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4 Antworten zu “Kuhn möchte elektrisch betriebene Baumaschinen einsetzen

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