Gleiches Recht für Alle!


Heute berichtete die Lokalredaktion von Bild Stuttgart über „Rüpelradler“, die an Fußgängerüberwegen rote Ampeln missachten oder an Zebrastreifen den Fußgängern nicht den Vortritt lassen. Ein Reporter der Bild machte am Marienplatz den Selbstversuch und wurde natürlich prompt fast angefahren. Außerdem wurde über ein Kontrolle der Fahrradstaffel der Stuttgarter Polizei berichtet, die an einem Überweg Fahrradfahrer kontrollierte und auch einige Verstöße ahnden konnte.

Zunächst einmal ist dazu zu sagen, dass solche Kontrollen grundsätzlich richtig sind und regelmäßig durchgeführt werden sollten. Es gibt Radfahrer, die Regeln nicht beachten, da wird sich mit Sicherheit kein Radfahrer grundsätzlich selbst freisprechen. Natürlich gibt es aber auch andere Verkehrsteilnehmer außer den Radfahrern, die Regeln missachten. Aber wenn die Fahrradstaffel meint, Fahrradfahrer kontrollieren zu müssen um deren Regelverstöße festzustellen und zu ahnden, dann sollten die übrigen Verkehrsteilnehmer nicht vergessen bzw. übersehen werden.

Thema Falschparken:

26052014119crbl8kdxyaakysp-jpglargecrbmc8dwgaa7ra2-jpglargeDie Einführung des Parkraummanagements hat in Stuttgart Mitte und Ost nur tagsüber zu einer Verbesserung der Lage geführt, nachts ist es weiterhin katastrophal. Sperrfelder in Kurven, Halteverbotszonen, Gehwege und Radwege werden weiterhin zugeparkt und auf Teufel-komm-raus als Abstellplatz genutzt. Das Ordnungsamt der Stadt Stuttgart lässt sich nachts oder am Wochenende nur selten blicken, die meisten Kontrollen finden tagsüber statt. Wenn man als Anwohner dann die Polizei ruft, kommt die – weil Notfälle natürlich wesentlich dringender sind – meist später oder gar nicht.

Wie melde ich ein Verkehrshindernis bei der Polizei?

Thema Ampel/ Kreuzung/ Überwege:

cgpw8gnwmae-arb-jpglargeCgpxOQ7W0AAWgbh.jpg:large CS1TmueWcAQ4nm8.jpg:largeDas Zustellen von Kreuzungen und Überwegen trotz Querverkehr ist im Stuttgarter Verkehr, vor allem Berufsverkehr, Alltag. Es gibt praktisch keine größere Kreuzung an der nicht bei wenigstens jeder zweiten Phase ein oder mehrere Fahrzeuge hinter der Haltelinie stehen und so dem kreuzenden Fuß- und Radverkehr den Weg verstellen. Oftmals wird auch der kreuzende Autoverkehr behindert. Aussage eines Polizisten, der auf dieses Verhalten der Stuttgarter Autofahrer angesprochen wurde: „Kontrollen an Kreuzungen kann man schon machen, aber die sind personalintensiv und bringen wenig, da sich die Autofahrer friedlich verhalten sobald sie mitkriegen, dass es eine Kontrolle gibt“.

Thema: Geschwindigkeit:

Subjektiver Eindruck vieler Radfahrer ist, dass der Stuttgarter Autoverkehr latent zu schnell fährt und beim Überholen von Fahrradfahrern nicht genügend Abstand gehalten wird. Hier erweisen sich vor allem die neuen sogenannten Fahrrad-Schutzstreifen als Problem, da durch die Linie zwei getrennte Fahrspuren suggeriert werden. Als Radfahrer kann man sich nicht unbedingt sicher auf den Straßen fühlen (hier am Beispiel Berlin, es gibt aber auch in Stuttgart wenig Stellen, die eine wirklich gut gestaltete Radinfrastruktur haben). Trotz gut gemeinter Radschläge aus der Politik wird sich hier wohl nichts ändern da die Sanktionen fehlen.

Thema Infrastruktur:

Fehlende Radwege (und stattdessen nur freigegebene Gehwege), fehlende Abstellmöglichkeiten und steinzeitliche Fahrradinfrastruktur zeugen von wenig Mut und Umsetzungswillen der groß angekündigten Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs.

Fazit:

Die Blockade von anderen Verkehrsteilnehmern durch den Autoverkehr ist zutiefst egoistisch und arrogant und durchaus mit dem Verhalten einiger Radfahrer zu vergleichen, die an Überwegen bei Rot nicht anhalten und zwischen den Fußgängern hindurch fahren. Wesentlich schlimmer ist aber, dass das Verhalten der Autofahrer nicht in dem Maße geahndet wird, wie es notwendig wäre. Und wenn es doch geahndet wird, dann hat es keine nachhaltigen Auswirkungen. Die Erklärung eines Mitarbeiters aus dem Ordnungsamt, dass dies ein gesellschaftlicher Trend und deswegen nur schwer zu bekämpfen ist, ist viel zu einfach und geht an der Sache vorbei. Deshalb Flächengerechtigkeit für alle!

Gedanken eines anderen Radfahrers zur Stuttgarter Fahrradstaffel: erster Beitrag, zweiter Beitrag, und erster Beitrag einer weiteren Radfahrerin, zweiter Beitrag.

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